Juni bis August 2015
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Das Schloss Eichhof

Seit 1986 ist der idyllische Innenhof des etwa 3 km südlich der Bad Hersfelder Altstadt gelegenen Eichhofes in der Schlossstrasse 1 die zweite Freilichtbühne der Festspiele. Vor 200 Zuschauern wird in jeder Spielzeit allabendlich eine Komödie oder ein Kammerspiel aufgeführt.

Erbaut wurde das ehemalige „Schloss zu den Eichen“ ab 1328 von den Äbten der Reichsabtei Hersfeld, ursprünglich in Form einer eingeschossigen gotischen Wasserburg im Fuldatal als Zeichen der Machtbehauptung der Äbte gegen die Stadt. Diese versuchte seit Beginn des 14. Jahrhunderts, sich aus der Abhängikeit von der Reichsabtei zu befreien. Während des fast 200-jährigen Kleinkrieges zwischen Stadt und Abtei wurde das Schloss auch zum Rückzugsort für die Äbte, insbesondere, nachdem der Versuch des Abtes Berthold II. von Völkershausen, die Stadt wieder in seine Gewalt zu bringen, gescheitert war.

Auf seinem Weg vom Reichstag in Worms zur Wartburg machte am 30. April 1521 ein legendärer Zeitgenosse hier Halt: Martin Luther wurde als Gast des Abts Karto im Eichhof empfangen. Bis heute erinnert ein Zimmer des Schlosses mit dem Namen „Lutherzimmer“ an diesen Besuch, obwohl der Reformator vermutlich in der Klausur des Klosters übernachtet hat. Luther predigte am 2. Mai in der Hersfelder Stiftskirche.

Wichtige bauliche Veränderungen erfuhr der Eichhof unter Abt Ludwig V. (Ludwig Landau), der das Schloss von 1571 bis 1588 zu einer Sommerresidenz im Renaissancestil ausbauen ließ. Es erhielt die für den Stil typischen Giebel, ein weiteres Fachwerkgeschoß und Holzvertäfelungen in den Innenräumen. Bis heute hat sich an diesem Erscheinungsbild kaum etwas verändert. Von der ersten Anlage blieben die Außenmauern und der Burgfried fast unverändert erhalten.

Die hessischen Landgrafen kamen 1606 in den Besitz der Abtei Hersfeld und nutzten den Eichhof fortan als Jagdschloss.. Später wurde es zu einer landgräflichen Domäne und im 18. Jahrhundert verstaatlicht. Die Vorburg und die zwei Wassergräben wurden im Jahr 1820 abgerissen und eingeebnet. Seit 1965 beherbergt der Eichhof die „Hessische Lehr- und Forschungsanstalt für Grünlandwirtschaft und Futterbau“.

 

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