Uwe Dag Berlin

Uwe Dag Berlin wurde im Jahr 1958 in Gardelegen geboren. In seinem ersten Lebensjahr zog die Familie Berlin nach Ost-Berlin. Uwe Dag Berlin machte eine Ausbildung zum Bibliothekar in der Ost-Berliner Staatsbibliothek. Im Sommer 1981 gründete er, zusammen mit dem Regisseur und Schauspieler Leander Haußmann, das BERLINER BOHÈME THEATER (BBT). Ähnlich wie Spielleute zogen sie mit Schauspiel- Freunden, wie Pierre Besson oder Michael Sens, durch die DDR und spielten auf öffentlichen Plätzen Stücke von Moliére oder sangen Moritaten. Im Herbst 1982 begann Uwe Dag Berlin sein Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst ERNST BUSCH Berlin, das er 1986 abschloss.
Sein erstes Engagement führte in der Spielzeit 1985/1986 an das Schauspielhaus Gera. Seine erste Rolle war der Carlos in Frank Castorfs CLAVIGO. Mit großem Erfolg spielte er auch den Salieri in Shaffers AMADEUS. 1987 erfolgte seine fristlose Entlassung, da Uwe Dag Berlin angeblich nachts dabei beobachtet wurde, wie er die Flagge der DDR in Brand steckte. Ein Jahr lang schlug er sich mit Hilfe von Kollegen durch, bis er als Spielleiter und Schauspieler an das Landestheater Parchim kam. 1990 wurde er festes Ensemblemitglied des Deutschen Theaters Berlin. Im Jahr 2000 folgte ein Engagement als Regisseur und Schauspieler am Schauspielhaus Bochum. Als Gast arbeitet er bis heute am Berliner Ensemble und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg Platz. Auf der Bühne spielt Uwe Dag Berlin Charakterrollen wie den Salieri, Romeo, Carlos, Othello, St. Just, Graf Suffolk, Pylades, Orest oder Jimmy in BLICK ZURÜCK IM ZORN. Für den Othello wurde er als bester deutscher Nachwuchsschauspieler nominiert.
Berlins Debüt als Regisseur war im Jahr 1989 KAP DER UNRUHE von Alfred Matusche am Landestheater Parchim. Am Schauspielhaus Bochum inszenierte er u.a. in Co-Regie mit Leander Haußmann die Uraufführung GERMANIA III von Heiner Müller. Er brachte dort Sarah Kanes ZERBOMBT, die Uraufführung DER VATER VON JOSHUA SOBOL, VATERMORD von Arnolt Bronnen und Goethes STELLA auf die Bühne. Von 2006 bis 2009 war Uwe Dag Berlin Schauspieldirektor von Theater & Philharmonie Thüringen. Er inszenierte dort unter anderem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN, DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER, DIE RÄUBER, MACBETH, DIE WEISSE ROSE und RICHARD III. Am Theater Halle arbeitete er den TRINKER von Fallada. 2014 folgte die Inszenierung DER NEUE MENOZA an der Volksbühne. Insgesamt brachte Uwe Dag Berlin bisher mehr als 40 Inszenierungen in Aachen, Bochum, Chemnitz, Kassel, Lübeck, Halle (Saale), Kiel, Luxemburg und Berlin auf die Bühne. Im Sommer 2016 entwickelte er, zusammen mit der Dramaturgin Claudia Steinseifer und sieben geflüchteten Schauspielern das Wandertheater ICH-FLÜCHTLING. Das Projekt wurde gefördert vom Schleswig-Holsteinischen Ministerium Kultur und Europa. Im November 2016 war das Ich-Flüchtling-Ensemble vom Innenministerium Schleswig-Holstein eingeladen, den kreativen Beitrag zur Flüchtlingskonferenz 2016 in Lübeck zu leisten.
In 2017 spiele Uwe Dag Berlin in Dieter Wedels MARTIN LUTHER-DER ANSCHLAG den Maler Luca Cranach.
Uwe Dag Berlin gab sein Debüt als TV-Schauspieler 1987 als Alexander Sulkowski im DDR-Fernsehmehrteiler SACHSENS GLANZ UND PREUSSENS GLORIA. Es folgten zahlreiche Rollen in preisgekrönten Kinofilmen: SONNENALLEE, HERR LEHMANN, NVA, HOTEL LUX, HAI-ALARM AM MÜGGELSEE, KING PING, TORE TANZT, wie auch in Spielfilmen: DER FALL BARSCHEL, DEUTSCHLAND 1985, POLIZEIRUF, DIE KINDER MEINES BRUDERS, VORSTADTROCKER, KRAUSES ODYSSEE und auch diversen Serien u.a. die mit dem Ensemblepreis ausgezeichnete Fernsehserie ZEIT DER HELDEN. In der Hollywood-Verfilmung von John le Carrés Thriller A MOST WANTED MAN, hat er einen kleinen Auftritt neben Philip Seymour Hoffman und Robin Wright.
Uwe Dag Berlin lebt an der Nordsee. Er ist Gastdozent an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, wie auch der Filmuniversität Babelsberg.

© Claudia Steinseifer