Dr. Bettina Wilts

Die gebürtige Ostfriesin Dr. Bettina Wilts studierte Germanistik und Geschichte an der Universität Hannover. Parallel dazu absolvierte sie diverse Praktika in freien Theatergruppen und war Jurymitglied bei den FAUST-Festspielen. Dem Landesverband Niedersachsen für Christoph Schlingensiefs Partei CHANCE 2000 gehörte sie als Gründungsmitglied an und war für die Pressearbeit zuständig. Für die Promotion erhielt sie ein Stipendium nach dem HSP III und GradFöG. Die Dissertation erschien 2004 unter dem Titel: „Zeit, Raum und Licht – Vom Bauhaustheater zur Gegenwart“ (vdg Weimar). Von November 2002 bis Mai 2007 war Bettina Wilts Dramaturgin an der Landesbühne Hannover wo sie Theater „von der Pike“ auf kennenlernen konnte.

Im Juni 2007 wechselte sie als Dramaturgin und Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an das Schlosstheater Celle. Ab März 2008 war Bettina Wilts hier Intendantin bis Juli 2014. Ihr gelang die Entwicklung des eher konservativen Theaters zu einer modernen Gegenwartsbühne mit zahlreichen Uraufführungen, einer Celler Trilogie und Bewältigung des sanierungsbedingten Aus- und Wiedereinzugs des Theaters aus dem Schloss in eine Interimsspielstätte für zwei Spielzeiten.
In der Saisonbilanz 2013 der Zeitschrift DIE DEUTSCHE BÜHNE war das Schlosstheater unter ihrer Leitung gleich zweifach nominiert als ungewöhnlich überzeugende Theaterarbeit mit einem besonders profilierten Gesamtprogramm abseits großer Theaterzentren und als herausragender Beitrag zur aktuellen Entwicklung des Schauspiels (ALTENSALZKOTH von Peter Schanz).
Am Schlosstheater Celle entstanden erfolgreiche Regiearbeiten wie DIE WAHLVERWANDTSCHAFTEN von Goethe (mit eigener Bühnenfassung) u.a. mit Thorsten Nindel, HALPERN UND JOHNSON (Lionel Goldstein) mit Ulli Kinalzik und Volker Conradt sowie HAROLD UND MAUDE (Colin Higgins) mit Cordula Trantow. Darüber hinaus hielt Bettina Wilts zahlreiche Vorträge, entwickelte eigene Bühnenprogramme, übernahm Moderationen und diverse Veröffentlichungen u.a. im Jahrbuch THEATER HEUTE sowie die Herausgabe einer Festschrift zur Wiedereröffnung. Für die szenische Lesung LIEBESBRIEFE AN HITLER entwickelte sie 2014 nicht nur die Textfassung und Ausstattung, sondern stand auch auf der Bühne.

2015 war Bettina Wilts als Kuratorin, Pressesprecherin, Autorin und Dramaturgin für die Jubiläumsspielzeit bei den Luisenburg Festspielen in Wunsiedel zuständig. Für das Rahmenprogramm schrieb sie u.a. den Text für die szenische Lesung WEIL LEID DER LIEBE SO GEEIGNET IST – LIEBESBRIEFE IN WUNSIEDEL, den sie mit Uli Kinalzik präsentierte sowie zahlreiche Fachaufsätze u.a. im Jubiläumsbuch THEATERWUNDER LUISENBURG. Von September 2016 bis Juni 2018 unterrichtete Wilts Deutsch und Darstellendes Spiel/ Theaterpädagogik in Hannover.

In der Saison 2016 war Bettina Wilts als Künstlerische Betriebsdirektorin bei Intendant Dr. Dieter Wedel in Bad Hersfeld engagiert. Seitdem übernimmt sie einen Großteil der Einführungsvorträge, die Dramaturgie der Inszenierungen von Regisseurin und Autorin Franziska Reichenbacher sowie die Redaktion der Programmhefte. Hierfür schrieb sie auch diverse Texte. 
Zum August 2018 holte Intendant Joern Hinkel Bettina Wilts als Chefdramaturgin und Leiterin des Künstlerischen Betriebsbüros in sein Team.