Charlotte Schwab spielt K├Ânig Lear!

07.03.2023

Charlotte Schwab, derzeit am Burgtheater in Wien engagiert und einem Millionenpublikum durch zahlreiche Fernsehauftritte, wie zum Beispiel aus der Krimiserie „Das Duo“ oder der Actionreihe „Alarm für Cobra 11“ bekannt, übernimmt die Hauptrolle in „König Lear“, mit dem die 72. Bad Hersfelder Festspiele am 30. Juni 2023 festlich eröffnet werden.

Charlotte Schwab wird in der Inszenierung der Regisseurin Tina Lanik als König Lear auf der Bühne stehen und mit der Tradition brechen, dass der König Lear von einem Mann gespielt wird.

Tina Lanik freut sich auf die Zusammenarbeit mit ihrer Wunschdarstellerin in Bad Hersfeld: „Charlotte Schwab ist eine herausragende Schauspielerin, mit der mich eine lange Zusammenarbeit verbindet. Der Abstand, den Charlotte Schwab als Frau zur Rolle des König Lear und zu dem patriarchalen System hat, das er verkörpert, ermöglicht einen neuen, komplexen Blick auf die Figur und das Stück.“

Für Charlotte Schwab wird das Engagement bei den Bad Hersfelder Festspielen der erste Auftritt in der Stiftsruine sein: „`König Lear’ ist eine so allumfassende menschliche Tragödie über Liebe, Macht, Alter, Loslassen, Blindheit, Irrsinn, Trauer, und Tod, dass es für mich eine sehr große Herausforderung, aber auch Freude sein wird, in Bad Hersfeld die Rolle des König Lear zu gestalten.“

Auch Festspiel-Intendant Joern Hinkel ist von dieser Besetzung überzeugt. Er findet Tina Laniks Idee ausgesprochen spannend und schlüssig: „Einen der großen Charaktere der Weltliteratur, einen Patriarchen, einen stolzen Regenten, dem die Machtübergabe misslingt, der am Konflikt mit seinen Töchtern zugrunde geht, von einer Frau dargestellt zu sehen, noch dazu von einer so wundervollen, vielschichtigen Schauspielerin, interessiert mich wirklich.“ Dabei steht für ihn eine Frage im Vordergrund: Wie wird sie König Lear verteidigen? Das sei immer die Herausforderung, eine Figur in all ihren Irrtümern, in ihrem Fehlverhalten zu verteidigen, so Hinkel. „Ein sogenannter `alter weißer Mann‘ - ein Ausdruck, der ja an sich nichts Schlimmes beinhaltet, aber heute automatisch negativ behaftet ist - tritt aus freien Stücken ab, aber gleichzeitig ist er von seinem eigenen Entschluss und dessen Konsequenzen überfordert. Er zerbricht daran. Wie wird Charlotte Schwab das spielen? Ich bin neugierig und freue mich auf eine außergewöhnliche Inszenierung."

Tina Lanik und Charlotte Schwab haben bereits mehrfach erfolgreich am Münchner Residenztheater und gerade erst in Laniks gefeierter Inszenierung von „Wie es Euch gefällt“ am Burgtheater in Wien zusammengearbeitet. Charlotte Schwab: „Dies ist meine sechste Inszenierung mit Tina Lanik; ich arbeite sehr gerne mit ihr, und es besteht ein großes gegenseitiges Vertrauen. Ich freue mich sehr auf dieses Projekt und auch darauf, endlich bei den Bad Hersfelder Festspielen dabei zu sein.“

Charlotte Schwab zählt zu den renommiertesten deutschsprachigen Schauspielerinnen. Sie trat an vielen großen Bühnen auf, zum Beispiel am Schauspielhaus Düsseldorf, der Schaubühne Berlin, am Schauspielhaus Zürich, dem Schauspielhaus Hamburg und arbeitete während der Salzburger Festspiele mit Andrzej Wajda zusammen.

Regisseure wie Claus Peymann, Peter Stein, Frank-Patrick Steckel, Jürgen Flimm, Volker Hesse und Katharina Thalbach engagierten sie.

Parallel zu ihrer Theaterarbeit steht sie für zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. Mit Regisseuren wie Rolf von Sydow, Matti Geschonek, Thorsten Näter und Niki Stein arbeitete sie zusammen und wirkte auch in Kinofilmen wie „Zwingli - Der Reformator“ oder aber auch „Hui Buh und das Hexenschloss“ mit.

Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erhielt Charlotte Schwab 2022 für ihre besondere Karriere als Schauspielerin und ihre herausragenden künstlerischen Leistungen den Kurt-Meisel-Preis in München. Ebenfalls 2022 wurde sie zur Bayrischen Staatsschauspielerin ernannt.

Im Bild: Bürgermeisterin Anke Hofmann begrüßte Charlotte Schwab während eines Besuches in Bad Hersfeld gemeinsam mit Intendant Joern Hinkel in der Stiftsruine.


(c) BHF

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