ITALIENISCHE NACHT

von Ödön von Horváth

Inszenierung: Tina Lanik
Premiere: 27. Juni 2020
Stiftsruine Bad Hersfeld

Stadtrat Ammetsberger hat für Sonntag einen „Italienischen Abend“ für seine sozialistischen Parteigenossen im Gasthof organisiert. Der Wirt hat die Stube zum selben Zeitpunkt an die Ortsgruppe der Faschisten vermietet. Man muss eben den Schweinsbraten verkaufen, und da spielt es doch keine Rolle, an wen. Die Faschisten wollen einen „Deutschen Tag“ im Lokal steigen lassen. Eine brandgefährliche Situation!

Martin, Vertreter der jungen, revolutionär gestimmten Sozialisten ist empört und protestiert dagegen, dass die örtliche Parteispitze gemütliche Folklore veranstaltet, während die Faschisten marschieren und Schießübungen abhalten. Er schickt seine Freundin Anna zu den Faschisten, sie soll „unter Einsatz ihrer weiblichen Reize“ deren Pläne auskundschaften. Aber der Stadtrat ist überzeugt, solange er „die Ehre hat, Vorsitzender der hiesigen Ortsgruppe zu sein“, könne die Republik ruhig schlafen. Es kommt zum Streit, zur Grundsatzdiskussion der alteingesessenen Parteimitglieder mit den jungen Wilden, Martin wird kurzerhand aus der Partei ausgeschlossen. Die Selbstzufriedenheit und innere Zerrissenheit der Sozialisten, die Lethargie der Demokraten, die sich auf der sicheren Seite wähnen, ihre Ohnmacht, sich mit den Argumenten und Parolen der Faschisten auseinanderzusetzen, ermöglicht dem Schlägertrupp überhaupt erst den Überfall auf das Wirtshaus während der ITALIENISCHEN NACHT.

Trotz aller geradezu prophetischer Anspielungen ist die ITALIENISCHE NACHT nicht in erster Linie ein politisches Stück, sondern ein Stück über menschliche Stärken und Schwächen, über den ranzigen Charme der Provinz, schräge Typen, über beginnende und sterbende Liebesbeziehungen, voller Melancholie und der Sehnsucht nach dem unerreichbaren Land, in dem die Zitronen blühen. Selbst der Anführer des Schlägertrupps zeigt menschliche Züge.

Horvat warnte früh vor dem Nationalsozialismus und enthüllt in der ITALIENISCHEN NACHT unnachsichtig und mit Mitteln der Satire die gefährliche Apathie der Gegenspieler.

Bis zum 31. Dezember 2019 wird der Frühbucherrabatt gewährt.


Termine und Tickets

Sa, 27.06.202021:00 Uhr
Mo, 29.06.202020:30 Uhr
Mi, 01.07.202020:30 Uhr
Sa, 04.07.202021:00 Uhr
So, 05.07.202015:00 Uhr
Di, 07.07.202020:30 Uhr
Sa, 11.07.202021:00 Uhr
So, 12.07.202015:00 Uhr
Mo, 13.07.202020:30 Uhr
Mi, 15.07.202020:30 Uhr
Sa, 18.07.202021:00 Uhr
So, 19.07.202015:00 Uhr
Di, 21.07.202020:30 Uhr
Do, 23.07.202020:30 Uhr
So, 26.07.202020:30 Uhr

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