PEER GYNT

von Henrik Ibsen

In der Fassung von Soeren Voima nach der Übersetzung von Christian Morgenstern.

Regie: Robert Schuster
Bühne: Jens Kilian
Kostüm: Clarissa Freiberg

Musik: Jörg Gollasch

Premiere: 6. Juli 2018/ 21:00 Uhr
Stiftsruine Bad Hersfeld

Spieldauer: 2:30 Std. plus 30 Min. Pause

 

Intendant Joern Hinkel  über PEER GYNT:  "Es handelt sich um großes Welttheater, in dessen Zentrum einer der größten Träumer, aber auch der größten Lügner der Theaterliteratur steht. Er will geliebt werden, er will Erfolg haben, will Kaiser werden und reich sein. Ohne Probleme damit zu haben, gibt er sich an einem Tag als Moslem aus, am nächsten Tag als Christ, einfach um Handel treiben zu können.  Später sagt er: `irgendwie komme ich mir vor wie eine Zwiebel. Ich versuche, meinen Kern zu entdecken, pelle Schale um Schale ab und merke am Schluss, dass gar kein Kern vorhanden ist.´"

Hauptdarsteller Christian Nickel sagt zu den Themen: „Wer bin ich? Was wollte ich? Und was kommt noch? Je älter man wird, desto intensiver beschäftigt man sich mit diesen Fragen. Das Stück ist wie eine Schatztruhe: Wenn man tiefer schürft, findet man immer neue Aspekte.“ Henrik Ibsen schätzt er auch wegen seines psychologischen Tiefgangs: „Ibsen ist nahe dran an uns. Er geht von uns aus, von unserer Psyche. Der weiß alles über uns und das gilt auch noch in 100 Jahren.“

Intendant Joern Hinkel ergänzt: "Heute wäre Peer Gynt einer, der in den sozialen Medien jeden Tag ein neues Foto einstellen und jeden Tag sein Profil neu beschreiben würde. Und sich dabei selbst verlöre. Peer Gynts Träume und Lügen sind zuerst einmal faszinierend für seine Umgebung, aber irgendwann merken die Leute um ihn herum, dass das alles nur hohl ist. Und er merkt das auch.“

Aber es wird auch ein märchenhaftes, spielerisches Stück, so Christian Nickel: „Es gibt auch viele unterhaltsame und komische Elemente“, verspricht er. Ebenso wird es die Bezüge zu aktuellen Themen geben, auf ansprechende Weise präsentiert. Ich denke, dass sich jeder diesem Märchen hingeben kann und dabei auch gut unterhalten wird.“

In Bad Hersfeld beginnt die Geschichte des PEER GYNT in seiner Lebensmitte. Regisseur Robert Schuster: „Ibsens Stück umfasst ja einen Zeitraum von beinahe 50 Jahren. Zu Beginn sehen wir Peer als jungen Mann, im letzten Akt ist er ein Greis geworden. Daher wird die Rolle auch auf ganz unterschiedliche Weise besetzt. Unsere Hersfelder Fassung nimmt ihren Anfang, als sich Peer auf dem Höhepunkt seiner Karriere befindet. Peer ist inzwischen erfolgreich geworden an der Nordküste Afrikas, sitzt in der Sonne seines Erfolges und lässt sich von falschen Freunden feiern. Und eben hier gerät er in eine Krise nach der anderen. Wir würden das heute die Midlifecrisis nennen.“

Die Zeit davor wird in Rückblenden erzählt. Der junge Gynt wird durch eine Puppe von Suse Wächter dargestellt. Sie ist eine der bekanntesten Puppenmacherinnen Europas. Ihre Puppen waren unter anderem bei den Salzburger Festspielen, auf der Berliner Volksbühne, im Hamburger Thalia Theater und in der Filminstallation „Manifesto“ mit Cate Blanchett zu sehen.   

So beginnt PEER GYNT in der Stiftstruine in einem Beach Club. Peer hat Karriere gemacht und erholt sich hier mit seinesgleichen. In diesem Club gibt es aber auch Frau Dr, Begriffenfeldt. Sie verlangt von Peer, dass er sich seiner Vergangenheit stellt. In einer Szene, die an eine Familienaufstellung erinnert, muss er sich zum Beispiel mit dem Tod seiner Mutter und seinen Versäumnissen  beschäftigen.

Zwischendurch taucht er immer wieder in seine Traumwelten ab – zum Beispiel in die der Trolle. Der Trollkönig herrscht über ein Reich irgendwo in den Tiefen des Internets und versucht Peer in seine Welt zu ziehen ...

Peer muss sich daran erinnern, wie er Ingrid verführte und verstieß, wie er mit Solveig, einer „Zugereisten“ ein kurzes Glück erlebte, aber auch ihr nicht die Treue hielt.

Irgendwann macht Peer sich auf die Heimreise über das Meer. Er trifft in seinem Dorf inzwischen greise Menschen aus seiner Jugendzeit, der Ort wirkt wie ein Altenheim ...

Und hier muss er sich endgültig den großen Fragen stellen, die ihren Höhepunkt in der berühmten „Zwiebel-Szene“ finden. Die Unbekannte schält vor seinen Augen eine Zwiebel Schicht für Schicht ab, bis nichts mehr übrig bleibt.

„Noch immer das alte Geliebel!
Du bist kein Kaiser- Du bist eine Zwiebel.

...

Da liegt die äußre, zerfetzte Schicht:
Der Gescheiterte, der um sein Leben ficht.

...

Das hört ja nicht auf! Immer Schicht noch um Schicht!
Kommt denn der Kern nun nicht endlich ans Licht?

...

Bis zum innersten Innern - da schau mir einer!
Bloß Häute, nur immer kleiner und kleiner.
Die Natur ist witzig.






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