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PEER GYNT

von Henrik Ibsen

In der Fassung von Soeren Voima nach der Übersetzung von Christian Morgenstern.

Regie: Robert Schuster
Bühne: Jens Kilian
Kostüm: Clarissa Freiberg

Musik: Jörg Gollasch

Premiere: 6. Juli 2018/ 21:00 Uhr
Stiftsruine Bad Hersfeld

Spieldauer: 2:30 Std. plus 30 Min. Pause

 

Pressestimmen

„Besseres als diese Produktion ... kann dem Theater im Allgemeinen und den Festspielen im Besonderen nicht passieren. Die Inszenierung – eine, wenn nicht gar die mutigste, ja die kühnste in der Festivalhistorie – ist eine Demonstration beeindruckenden Regie-Theaters und rückt die Bühne in das Zentrum spannender Dispute. ... Aus der Fülle nahezu genialer Ideen in Schusters mitunter komplex-komplizierten Inszenierung/Fassung einige herausragende Beispiele: Der junge Peer wird mittel einer Puppe dargestellt (Gestaltet von Suse Wächter, geführt und gesprochen von Gloria Iberl-Thieme). In der bewegenden Schlussszene gesellt sich der junge zum alten Peer und zu Solveig. Mit dieser Figur vermittelt Leena Alam (in ihrer Heimat Afghanistan ein Star) die aktuelle Flüchtlingsproblematik und fasziniert als Frau, die Jahrzehnte lang  voller Hoffnung, Glaube und Liebe auf Peer gewartet hat. Solveigs Lied singt sie in ihrer Muttersprache. Eine weitere ungewöhnliche Idee: Frau Dr. Begriffengfeld, Leiterin eines Selbstfindungsseminars für Führungskräfte und Chefin eines Irrenhauses (im Original ein Herr Dr.) und Peers Mutter Aase werden von einer Schauspielerin interpretiert, von der vorzüglichen Nina Petri. Ibsens Troll-König regiert als König des Internets (Andreas Schmidt-Schaller, stets souverän) ein virtuelles Reich, in dem es aberwitzig, brutal und ordinär zugeht. Ebenso spektakulär gestaltet hat Regisseur Schuster die Szene auf dem Meer, in der zwei große, ferngesteuerte Video-Wände frappierende Bilder ermöglichen. ...“ (Fuldaer Zeitung)

 

„Mit einer starken Setzung inszeniert Robert Schuster bei den Bad Hersfelder Festspielen Henrik Ibsens Sinnsucher-Klassiker „Peer Gynt“ (1867). Er dekonstruiert die Stationendramtaturgie und setzt das Stück in vollkommen anderem Kontext neu zusammen. Keine Betulichkeitsfolklore, keine Höhlenromantik, kein Norwegenidyll. Bei der Premiere am Freitag in der ausverkauften Stiftsruine gab es viel, aber nicht übermäßig euphorischen Applaus.  Mit einem großartig aufspielenden Ensemble, dem charismatisch-ausdrucksstarken Christian Nickel als Titelheld, mit präzis eingesetzter Videotechnik und Puppenspielerin Gloria Iberl-Thieme, die für die emotional bewegenden Höhepunkte sorgt, entsteht ein mutiger Abend mit einem stringent durchgestalteten Konzept von jemandem, der genau weiß, worauf er inhaltlich hinaus will.“ (HNA)

 

„Faust des Nordens» wird das dramatische Gedicht des norwegischen Lyrikers Henrik Ibsen von 1867 auch genannt. Dem Berliner Regisseur Robert Schuster gelang ein modernes, sehenswertes Stück mit adaptiertem Text und lediglich zweieinhalb Stunden Länge. ...

Die Folgen der Digitalisierung sind eines seiner Themen. Märchenhafte Trolle aus dem Original werden zu zombiehaft wirkenden Trollen aus der Welt des Internets mit einem Stecker im Allerwertesten. ... Christian Nickel spielt die Hauptrolle eindringlich. Der herausragende Akteur zeigt einmal mehr seine Klasse bei den Festspielen. ... Eingearbeitet wird in die Bad Hersfelder Fassung auch viel Gesellschaftskritik: der Selbstoptimierungswahn, der Talkshow-Betrieb und die Egoismen unter US-Präsident Donald Trump («America First», «Fake News»). Das passt gut zu «Peer Gynt», der sich auch gern an erster Stelle sieht und mit alternativen Fakten hantiert. (dpa)

 

„Regisseur Robert Schuster setzt den „nordischen Faust“ so facettenreich um, dass es dem Publikum wie den Mimen mitunter den Atem  nimmt. Videowände bewegen sich wie von Zauberhand auf der Bühne und schaffen eine vierte Dimension. Schauspieler steigen dahinter fleischgeworden aus dem Bild oder tauchen zweidimensional in die Tiefe des Meeres ab. Das Publikum wird animiert zu Fitnessübungen, Schauspieler schreiten durch die Reihen oder verschwinden zugleich in der Weite und Tiefe des Kirchenschiffs der Stiftsruine. Die Heimfahrt des gealterten Peer Gynt aus Übersee wird mit Video, Sound und Dialog der Protagonisten im Rauschen des Meeres dermaßen wirkungsvoll inszeniert, dass so manchen im Publikum die Seekrankheit beschleicht.  ... Bei Kritikern und Publikum wird es wiederum auf wechselvolle Resonanz stoßen – zwischen Verriss und rauschendem Applaus. Aber so soll anspruchsvolles Theater ja sein: ein Kunst-Stück der Unterhaltung, das Zuschauer als Erlebnis mit nach Hause tragen können. Zum Nachdenken, zur Selbstreflexion, vielleicht auch auf der Suche nach dem eigenen Ich.“ (Goslarsche Zeitung)

 

 „Die Bad Hersfelder Festspiele 2018 wurden mit Henrik Ibsens "Peer Gynt" in einer mutigen Inszenierung von Robert Schuster eröffnet. Dafür gab es viel  Beifall.  ... Aus dem durchweg hochkarätig besetzten Ensemble stechen vor allem Christian Nickel und Nina Petri hervor. Nickel schafft es, dem großspurigen, rücksichtlosen, egomanen Peer Gynt auch nachdenkliche, ja sogar sympathische Züge zu verleihen und eine vielschichtige Figur zu zeigen. Und Nina Petri ist als Dr. Begriffenfeld sein rationaler Gegenpart. Zudem spielt sie als Aase eine überforderte Mutter für den jungen Peer, die sich schließlich im Alter mit anrühr ender Intensität von ihm verabschiedet. Gegenentwürfe zur lauten, spielerischen Selbstsuche sind zum einen Leena Alams Solveig, die einfach sie selbst ist, geradlinig und ernsthaft und bedingungslos zu Peer Gynt steht und Anouschka Renzis Anitra, eine geheimnisvolle Frau ohne Seele. Mit großer Spielfreude und Wandlungsfähigkeit sind Pierre Sanoussi-Bliss, André M. Hennicke, Tilo Keiner, Maximilian Wigger und Thorsten Kublank in verschiedenen Rollen zu sehen, als Peer Gynts Freunde, Trolle oder Bewohner eines Altenheims. Und auch Corinna Pohlmann begeistert als eigenwillige Trollprinzessin. Ein würdiger Trollkönig ist Andreas Schmidt-Schaller, während Claude-Oliver Rudolph einen sehr norddeutschen Kapitän gibt.  Beeindruckend die Leistung von Gloria Iberl-Thieme, die der Puppe Peer Stimme und Ausdruck verleiht.“ (Hersfelder Zeitung)

„Intendant Joern Hinkel ist mit Peer Gynt als Eröffnungsstück sicher nicht den einfachen Weg gegangen ... Den einfachen Weg sicher nicht, aber einen richtigen, vielleicht den einzig richtigen. ... es (Peer Gynt) präsentiert sich in der Inszenierung von Robert Schuster auch als durchweg aktuelles Stück. Die Macht der Informationssammler, der Nachrichtenmacher und Influencer bestimmt die gegenwärtige Alltagswelt wie nie zuvor. Im Internet werden Realitäten vermittelt und erschaffen und im Darknet üben die Trolle unserer Zeit ihre alles durchdringende Macht aus. ... Die faszinierende Bühnentechnik mit zwei beweglichen Großbildschirmen und Videofilmen (Torge Möller), die dynamisch in das Bühnenspiel einbezogen werden, es ergänzen, erweitern, überzeichnen und um eine Handlungsebene ergänzen. Mutter Aase (Nina Petri in Doppelrolle) oder Peer als Kind, verkörpert durch eine Puppe, gespielt von Gloria Iberl-Thieme fügen die Perspektive auf das innere Kind des erwachsenen Peer hinzu und schaffen Raum für psychologische Deutungsansätze oder die Freiheit sich einfach Illusion und Wirklichkeit in harmonischem Miteinander hinzugeben. (osthessennews)

„Der beste Moment am Eröffnungsabend der 68. Bad Hersfelder Festspiele ist nicht etwa, wenn Peer Gynt seiner sterbenden Mutter (hier: seiner Therapeutin) eine himmlische Schlittenfahrt vorgaukelt - diese berühmte Lügenboldszene zum Herzerwärmen. Der beste Moment ist auch nicht am Ende, in der nicht weniger berühmten Schlussszene von Henrik Ibsens "Peer Gynt", wenn der egomanische Titelheld von seiner Lebensirrfahrt zurückkehrt und sein greises Haupt im Schoß der treuen Solveig bettet (hier: eine Flüchtlingsfrau aus Afghanistan), lernend, dass diese Frau seine Heimat war.

Nein, der beste, menschlichste, kunstfreundlichste Moment bei der Eröffnung der diesjährigen Festspiele in der schönen Stiftsruine von Bad Hersfeld ereignete sich gleich beim Festakt am Anfang, als der neue Intendant Joern Hinkel ein großes "Wir" beschwor - im betonten Gegensatz zur "Ich"-Proklamation eines Peer Gynt. "Wir, das sind ...", und statt den Satz zu vollenden, gab der Intendant einen Wink, woraufhin alle diesem "Wir" Zugehörigen auf die Bühne strömten: Schauspieler, Techniker, Musiker, Sänger, Bühnenmeister, Requisiteure, jung und alt, männlich, weiblich, eine fröhliche, bunte Festspieltruppe. Und alle gemeinsam stimmten sie dann den Song "Stand by me" an, mit Joern Hinkel am Klavier.

Da dürfte so manche Gänsehaut aufgeprickelt sein.“ /Süddeutsche Zeitung)

 

Corinna Pohlmann hat für ihre Rollen in PEER GYNT den Hersfeldpreis der Kritiker erhalten.

Christian Nickel erhielt den Zuschauerpreis 2018.

 




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