News rund um die Festspiele

Aktuelles

Programm 2018 wird bekannt gegeben

Ab Dienstag ca. 10 Uhr finden Sie das Programm hier und in vielen Zeitungen und Medien.


Der Vorverkauf für die 68. Bad Hersfelder Festspiele beginnt am Montag, den 27. November 2017 in der Ticket-Zentrale in Bad Hersfeld, in allen EVENTIM-Vorverkaufsstellen und online. Bis zum 31. Dezember 2017 wird ein Frühbucherrabatt gewährt.

 

Tickets und Informationen: 

Telefon +49 6621 640200 

ticket-service@bad-hersfelder-festspiele.de 

www.bad-hersfelder-festspiele.de 

 

Das Besondere an der Stiftsruine in Bad Hersfeld: Das Publikum sitzt zwischen den historischen Mauern immer trocken und geschützt, denn bei Regen wird das „Faltdach“ von Frei Otto über dem Zuschauerraum ausgefahren.

Pressekonferenz zum Mehraufwand

 Systemfehler müssen korrigiert, veraltete Strukturen erneuert und Kosten reduziert werden

„Wir haben konstruktive Gespräche mit Politikern verschiedener Fraktionen geführt und uns auch ausführlich innerhalb des Teams der Bad Hersfelder Festspiele beraten, um in der nächsten Saison mit den  Kosten eine Punktlandung zu erreichen.  Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt, allerdings nicht ohne schwierige Entscheidungen zu treffen“, sagt die kaufmännische Leiterin der Bad Hersfelder Festspiele, Andrea Jung. Trotz einer Spitzenauslastung von nahezu 100 Prozent und einem Besucherrekord von über 100.000 Zuschauern beträgt der Mehraufwand der Bad Hersfelder Festspiele für die vergangene Saison rund 600.000 Euro, das entspricht 7, 7 Prozent des Gesamt-Etats, der sich auf 7,825 Millionen Euro beläuft.

„Für mich stellen sich als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele folgende Fragen: Wir waren noch nie so erfolgreich und haben fast 100 Prozent Auslastung erzielt. Warum reicht es trotzdem nicht? Hat es mit der Größe der diesjährigen Festspiele zu tun, die alle Beteiligten buchstäblich bis zum Anschlag forderten? “, so Dieter Wedel.  Die Stücke MARTIN LUTHER – DER ANSCHLAG und TITANIC bescherten den Festspielen einerseits einen noch nie dagewesenen Erfolg (beide Stücke waren bereits Monate vor den Premieren ausverkauft und wurden bejubelt), andererseits wurde die Grenze der Belastbarkeit aller Mitarbeiter überschritten, sind sich Dieter Wedel und Andrea Jung einig.

Für den Festspiel-Intendanten gibt es in dieser Saison noch einen wichtigen Aspekt,  der nicht zu kurz kommen dürfe:  „Der Vertrauensbonus der Zuschauer ist ein unschätzbares  Kapital, das wir mühsam durch Arbeit und eingesetzte Mittel erreicht haben. Zumal für die Großproduktion MARTIN LUTHER – DER ANSCHLAG das Kultusministerium in Berlin und die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, einen Sonderzuschuss von 500.000 Euro gewährt haben.“

Der Mehraufwand, der weitgehend im Bereich Personal liegt, sei durch unvorhersehbare Ereignisse nur zu Teilen steuerbar gewesen. Korrekturmöglichkeiten existierten kaum, weil man  den laufenden Spielbetrieb nicht gefährden durfte. 

Bei zwei Großproduktionen gab es einen erheblich größeren Personalbedarf als in den Vorjahren. Wir erwarteten, diesen durch Einsparungen in anderen Kostenbereichen und zusätzliche Einnahmen durch Zusatzvorstellungen finanzieren zu können. Dieses konnte aber nur zum Teil erreicht werden, da auch in anderen Bereichen unerwartete Mehrkosten aufkamen. Ein Beispiel: Bei 18 Vorstellungen von TITANIC hat es in Strömen geregnet – angefangen  bei der Premiere. Dadurch fielen zahlreiche Überstunden an, weil nach komplett verregneten Vorstellungen Kostüme, Schuhe, Handschuhe und Perücken für die nächste Aufführung (allein für TITANIC gab es 137 Kleider und über 40 Echthaar-Perücken für rund 40 Darsteller) mit Föhn getrocknet und instand gesetzt werden mussten. Die Umbauten zwischen den Vorstellungen waren extrem komplex und wetterbedingt aufwendiger als geplant. Phasenweise stand der Bereich unter der Bühne unter Wasser und musste mehrfach trocken gelegt und befestigt werden. Dies bedeutete Überstunden für das gesamte Bühnenpersonal. Weiter musste beispielsweise ein Krankenstand von über 200 Ausfalltagen auch in Schlüsselpositionen mit Mehrkosten kompensiert werden.    Außerdem erforderten die umständlichen administrativen Geschäftsprozesse, denen die Festspiele als Regiebetrieb der Stadt unterliegen, - wie z.B. behäbige Beschaffungsprozesse oder besondere Sicherheitsanforderungen bei der elektronischen Kommunikation - ständig zusätzliche Mehrarbeit und führten zu unnötigen Überstunden beim Verwaltungspersonal.

Systemfehler: Kommunale Richtlinien und die Art des modernen Managements, die solch ein Kultur-Event braucht, passen nicht zusammen

 „Doch diese Punkte,“ betont Andrea Jung, „sind bei weitem nicht allein die Ursache für den Mehraufwand!“ Bürgermeister Thomas Fehling spricht in diesem Zusammenhang von einem Systemfehler und mahnt moderne Organisationsstrukturen an.  So habe die Analyse ergeben, dass die Rahmenparameter der Festspiele einfach nicht stimmten.  Und das belegbar schon seit zwölf Jahren unabhängig von der Intendanz. Denn immer mussten nach einer Festspiel-Saison von der Stadt Bad Hersfeld nachträglich Mittel bewilligt werden, die im Schnitt 7,3 Prozent des jeweiligen Gesamt-Etats ausmachten.  „Ich als Bürgermeister erlebe das nun schon seit sieben Jahren. Kommunale Richtlinien und die Art des modernen Managements, die ein solcher Kultur-Event braucht, passen einfach nicht zusammen. Die Bad Hersfelder Festspiele unter der Leitung von Intendant Dieter Wedel fördern die Strukturfehler noch deutlicher zu Tage“, erläutert Thomas Fehling. Die Festspiel-gGmbH würde die organisatorische Planung sowie die Haushaltsplanung erheblich erleichtern.

Unabhängig davon hat das Team der Bad Hersfelder Festspiele mit Intendant Dieter Wedel und der kaufmännischen Leiterin Andrea Jung an der Spitze Lösungs-Vorschläge erarbeitet, die eine exaktere Finanzplanung möglich machen.  Festspiel-Intendant Dieter Wedel: „Darauf lege ich größten Wert. Ich finde es erschütternd, dass das künstlerische Konzept wunderbar funktioniert, wir das Renommee dieser Festspiele beträchtlich gesteigert haben, und wir trotzdem auf keinen grünen Zweig kommen. Hier müssen wir alle an einem Strang ziehen. Da darf es keine Tabus geben! “

Auf folgende Verbesserungsvorschläge wurde sich im Team geeinigt:

 Striktere Planung und detailliertes Controlling trotz der Asynchronität zwischen Haushalts- und Geschäftsjahr

Dazu Andrea Jung, die kaufmännische Leiterin der Bad Hersfelder Festspiele: „Wir führen Gespräche mit allen Gewerkeleitern und Beteiligten und prüfen, was an Einsparungen möglich ist. Wir sind in der Pflicht, die logistischen Voraussetzungen zu schaffen, dass nicht nur die Sach- sondern auch die Personalkosten im Spielbetrieb eingehalten werden können. Auch Kooperationen und die Schaffung von Synergie-Effekten mit anderen Theatern und Einrichtungen werden angedacht. Nach den Erfahrungen der letzten drei Jahre und der Beseitigung des gewaltigen Investitionsstaus haben wir jetzt eine exaktere Grundlage dafür. Ich möchte noch einmal daran erinnern,  dass beispielsweise in eine neue Tribüne, moderne Licht- und Tontechnik, verbesserte Sicherheit, aber auch in das FOYER IM GRÜNEN investiert wurde.“      

Anpassung des Rabattsystems an die aktuellen Strukturen der Bad Hersfelder  Festspiele

Andrea Jung: „Wir haben bei der Analyse der Finanzsituation festgestellt, dass wir über 500.000 Euro an Rabatten gewähren. Rabatte sind ein Vertriebsinstrument, das nicht flächendeckend  eingesetzt werden sollte. Um die Auslastung auch unter der Woche zu steigern, hat man in den Vorjahren viele Rabatte eingeräumt. Diese sind nicht mehr zeitgemäß. Natürlich werden  die Festspiele auch weiterhin soziale Rabatte anbieten, aber das Gesamt-System muss dringend überarbeitet werden. Wir werden der Politik dazu Vorschläge unterbreiten.“

Vertriebskosten optimieren

„Normalerweise verlangen Kultur-Einrichtungen eine Vorverkaufsgebühr von zehn Prozent, um ihre Vertriebskosten zu decken. Wir werden auch zukünftig keine Vorverkaufsgebühr erheben, sind jedoch gezwungen, einen Teil der Vertriebskosten sehr moderat auf die Ticketpreise umzulegen, damit wir in diesem Bereich annährend kostendeckend arbeiten können. Auch dazu wird die Politik Vorschläge erhalten“, erklärt Andrea Jung und fügt hinzu: ,, Die Summe der Vertriebskosten beläuft sich allein für die vergangene Spielzeit auf 400.000 Euro.“

Konzentration auf die Stiftsruine als Spielort

Die Spielwiese wird gestrichen und Schloss Eichhof wird nicht mehr bespielt werden. Die Kinder- und Jugendstücke werden ebenfalls in der Stiftsruine stattfinden.

„Die Stiftsruine ist das Markenzeichen der Bad Hersfelder Festspiele. Zusätzliche andere Spielorte sind zu kostenintensiv. Deswegen haben wir uns auch schweren Herzens  entschieden, nicht mehr im Schloss Eichhof zu spielen. Die wetterbedingten Ausfälle in den letzten Jahren haben dort so zugenommen, dass wir Vorstellungen absagen mussten, was uns viel Geld gekostet hat. Zudem hätte man jetzt in eine neue Bestuhlung des Eichhofes investieren müssen. Bequemere Stühle wären breiter und würden deswegen weniger Sitzplätze bedeuten, das wiederum rechnet sich nicht“, führt Andrea Jung aus.

Eines steht für den Festspiel-Intendanten, die kaufmännische Leitern und den Bürgermeister fest:  An der künstlerischen Qualität dürfe nicht gespart werden. „Wir wollen auf keinen Fall das überregionale Renommee der Festspiele gefährden!“

 

  

 

Über 100.000 Zuschauer kamen in diesem Sommer

zu den 67. Bad Hersfelder Festspielen. MARTIN LUTHER - DER ANSCHLAG und TITANIC erreichten fast 100 Prozent Auslastung!

Erstmals in der Geschichte der Festspiele waren sowohl das Schauspiel als auch das Musical vier Monate vor der Premiere ausverkauft.  Festspiel-Intendant Dieter Wedel: „In diesem Jahr haben die Festspiele noch einmal an Bedeutung und überregionaler Wahrnehmung gewonnen, wir haben einen kräftigen Sprung nach oben gemacht. Dass wir beim Schauspiel schon lange vor der Premiere ausverkauft waren, liegt sicherlich am Thema Luther, aber auch an dem Vertrauen in die Qualität der Aufführungen, das uns die Zuschauer mittlerweile entgegenbringen.“ Es sei gelungen, mit anspruchsvollen Produktionen ein volles Haus zu haben. Die Festspiele seien keine „Vergnügungsbude“, man müsse sich über Qualität definieren.

Mit MARTIN LUTHER – DER ANSCHLAG, TITANIC, HEXENJAGD und MY FAIR  LADY  waren vier Großproduktionen in der historischen Stiftsruine mit 1325 Plätzen während der Festspiele zu sehen. MARTIN LUTHER – DER ANSCHLAG, TITANIC UND MY FAIR LADY  waren mit fast 100 Prozent überwältigend ausgelastet.   

29.587 Zuschauer kamen zu MARTIN LUTHER – DER ANSCHLAG, das entspricht einer Auslastung von fast 100 Prozent. Insgesamt gab es 23 Aufführungen, darunter fünf Zusatzvorstellungen.  Dieter Wedel hat das Stück MARTIN LUTHER – DER ANSCHLAG  unter Verwendung der Luther-Dramen von John Osborn und John von Düffel sowie Motiven und Texten von August Strindberg, Stefan Zweig und G.B Shaw und Original-Texten  von Martin Luther geschrieben und inszeniert.  Ein Stück, das auch hinter den Kulissen Rekorde bricht: 32 Schauspieler, 68 Kleindarsteller, 186 Kostüme, Filmeinspieler auf zwei neuen LED-Wänden, ein aufwendiges Bühnenbild mit Hub-Technik.

Der Regisseur engagierte ein wunderbares Ensemble aus renommierten Theater- und Filmschauspielern.  Dabei haben ihn namhafte Theater-Intendanten unterstützt. So hatte Christian Nickel, er verkörperte den Reformator Luther und den „Wutbürger“, seine Freigabe für Bad Hersfeld von Herbert Föttinger erhalten, dem Künstlerischen Leiter des Theaters in der Josefstadt in Wien.  Maximilian Pulst, er spielte den jungen Luther, bekam seine Freigabe von Uwe Eric Laufenberg, dem Intendanten des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden und Marcel Heuperman, er war als Ulrich von Hutten auf der Bühne zu sehen, von Martin Kušej, dem Intendanten des Residenztheaters München.

Christian Nickel, Maximilian Pulst, Janina Stopper, Robert Joseph Bartl, Claude Oliver Rudolph, Corinna Pohlmann, Marcel Heuperman, Rudolf Krause, Hans Diehl, Elisabeth Lanz, Erol Sander,  Uwe Dag Berlin, Tilo Keiner, Christian Schmidt, Bettina Hauenschild und viele mehr begeisterten das Publikum.  In den Filmeinspielern  waren erstmals die prominenten Fernseh-Moderatoren Mareile Höppner (ARD/BRISANT) und Jan Hofer (Chefsprecher der TAGESSCHAU/ARD) engagiert.

Die Medienresonanz zu MARTIN LUTHER- DER ANSCHLAG war deutschlandweit riesig, es gab fast nur positive Kritiken. Christian Nickel wurde für seine Rollen in der Inszenierung mit dem großen Hersfeld-Preis der Kritiker ausgezeichnet.

Die 22 Vorstellungen (darunter vier Zusatzvorstellungen) des Musicals TITANIC waren mit einer Auslastung von fast 99 Prozent durchgehend ausverkauft. Auch hier spielte ein Ensemble, das deutlich größer war als die der vorherigen Musicalproduktionen der Bad Hersfelder Festspiele. 37 Darstellerinnen und Darsteller traten in detailgetreu gestalteten und gefertigten Kostümen und einem Bühnenbild aus großen und schweren Stahlkonstruktionen auf. Auch das Orchester wurde vergrößert. Christoph Wohlleben dirigierte 25 Musiker. Für seine und die Leistung des Orchesters erhielt er den Hersfeld-Preis der Kritik in diesem Jahr.

„Ein starkes Stück, jetzt noch eindringlicher ... befand nicht nur die Hersfelder Zeitung zur Premiere von HEXENJAGD. Dieter Wedel hat seine Erfolgs-Inszenierung nach Arthur Miller angesichts der politischen Ereignisse des letzten Jahres überarbeitet und noch einmal aktualisiert. Das Publikum der acht Vorstellungen belohnte das Ensemble, in dem unter anderem Christian Nickel, Elisabeth Lanz, Richy Müller, Horst Janson, Brigitte Grothum und André Hennicke zu sehen waren, Abend für Abend mit frenetischem Applaus und vielen positiven Kommentaren in den sozialen Netzwerken. Rund 8000 Zuschauer kamen zu den Aufführungen (Auslastung: fast 76 Prozent).

Das Musical MY FAIR LADY wurde mit zwölf Vorstellungen wieder aufgenommen. Sandy Mölling, Cusch Jung, Gunther Emmerlich, Ilja Richter und das gesamte Ensemble begeisterten erneut und die Auslastung lag bei fast 98 Prozent.

Traditionell wird im Hof des  Schlosses Eichhof  mit rund 230 Plätzen eine Komödie gezeigt. In 24 Vorstellungen von DIE 39 STUFEN von John Buchan und Alfred Hitchcock amüsierten Stefan Kaminsky, Martin Semmelrogge, Markus Majowski und Sarah Timpe unter der Regie von Patrick Schimansky 5866 Zuschauer (Auslastung: 99 Prozent).

Auch die ITALIENISCHE NACHT wurde von Publikum und Kritik gefeiert. Gelobt wurde vor allem Christian Schullers Konzept einer Opern-Revue, durch die Corinna Pohlmann charmant führte.  Gemeinsam mit den drei Solisten Nadja Stefanoff (Sopran), Zurab Zurabishvili (Tenor), Kwang-keun Lee (Bariton), dem Hessischen Konzert- und Festspielchor und dem Orchester Virtuosi Brunenses unter der Musikalischen Leitung von Ulrich Manfred Metzger wurden zwei einzigartige Abende (rund 75 Prozent Auslastung) in der Stiftsruine aufgeführt.

In 2017 schrieb und inszenierte Franziska Reichenbacher ein Märchen nach den Gebrüdern Grimm für das Theater-Zelt vor der Stiftsruine. DAS TAPFERE SCHNEIDELEIN  wurde 25 Mal (plus eine Sonderveranstaltung auf Einladung von AMAZON) aufgeführt. Die Vorstellungen an Vor- und Nachmittagen sahen 3168 Kinder und Erwachsene. Damit wurden fast 98 Prozent Auslastung erreicht.

,,Die Festspiele haben eine neue Dimension erreicht“, sagt Dieter Wedel. Jetzt müsse das hohe Niveau der Bad Hersfelder Festspiele gehalten und diese weiterentwickelt werden. „Die anspruchsvollen Großproduktionen in diesem Jahr haben die Mitarbeiter der Bühnentechnik, der Schneider- und Maskenwerkstätten, der Requisite, die Kleindarsteller und die Bediensteten in der Verwaltung an die Grenze ihrer Belastbarkeit gebracht. Sie waren buchstäblich am Anschlag“, so der Intendant weiter.  „In einigen Bereichen müssen wir die Mitarbeiterzahl künftig erhöhen, um Festspiele einer solchen Größenordnung überhaupt stemmen zu können.“ 

„Die Festspiele sind noch erfolgreicher als letztes Jahr. Über 100.000 Besucher in einer Saison und ein gewaltiges überregionales Medieninteresse sind ein entscheidender Image- und Wirtschaftsfaktor für die Stadt Bad Hersfeld“, erklärt Bürgermeister Thomas Fehling. Es müssen alle Anstrengungen unternommen werden, die Festspiele in dieser Größenordnung in die Zukunft zu führen. Die Bad Hersfelder Festspiele sind die beste Investition für die Attraktivität und die Wirtschaftskraft der Stadt Bad Hersfeld. „Ich bin zuversichtlich, dass das Ergebnis der Studie, die wir in Auftrag gegeben haben, um die Umwegrentabilität der Festspiele zu berechnen, den hohen wirtschaftlichen Faktor des Theater-Ereignisses für die Stadt Bad Hersfeld belegen wird“, betont Thomas Fehling. Mit den Ergebnissen der wissenschaftlichen Studie der Hochschule Worms, Fachbereich Touristik und Verkehrswesen, wird in diesem Winter gerechnet.

Festspiel-Intendant Dieter Wedel plädiert für ein „überparteiliches Projekt Festspiele“. „Wenigstens dabei sollten alle an einem Strang ziehen. Die nächsten Wahlen sind doch erst in fünf Jahren. Ich glaube, die Leute wissen es zu schätzen, dass im Moment mal Ruhe an der Festspielfront ist.“  Er wünscht sich einen festen Zuschuss, „dass das jährliche Gezerre um den Etat aufhört und wir Planungssicherheit haben.“ In Worms gibt es 1,5 Millionen Euro Zuschuss für zwei Wochen Spielzeit bei einem Schauspiel – „und darüber waren sich die Politiker über die Parteigrenzen hinweg einig“, so Wedel.

Für Dieter Wedel ist Kultur mehr als ein Wirtschaftsfaktor oder Imagesteigerung, sie sei unabdingbar für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. „Kultur kostet Geld, da darf man nicht nur nach dem Preis, sondern muss auch nach dem Wert fragen. Man muss sie sich leisten, sonst besteht die Gefahr, dass eine Gesellschaft die Fähigkeit verlernt, sich selbst zu definieren, kurzum ihre Mitte verliert!“ 

Zum zweiten Mal gab es in diesem Jahr ein Sommerfest im Park der Stiftsruine, im GRÜNEN FOYER. In diesem Jahr kamen noch mehr Besucher aller Altersgruppen aus Bad Hersfeld und Umgebung und verbrachten mit Schauspielern und Festspielmitarbeitern einen schönen Sonntag. Mit Unterstützung von AMAZON gab es erstmals Spielangebote für Kinder, die Firma Bücking versorgte die Gäste gewohnt gut und zuverlässig mit Speisen und Getränken.

Bei Diskussionsrunden im Park begegneten die Besucher z.B. Gästen wie Prof. Dr. Margot Käßmann, Mathias Matussek und Prof. Dr. Heinz-Walter Große, die in einer Podiumsdiskussion mit Elisabeth Lanz und Joern Hinkel unter der Leitung von Manfred Otzelberger fragten, was Luther heute für uns bedeutet.

Die beiden Konzerte  in der Stiftsruine von Laith Al Deen und  Max Giesinger waren bis auf den letzten Platz besetzt und ganz schnell ausverkauft. 

Neu in dieser Saison ist, dass die Bad Hersfelder Festspiele mit einer glanzvollen Gala abschließen. HELEN SCHNEIDER AND FRIENDS feiern heute Abend (Mittwoch, 23. August/ 20:00 Uhr) mit dem Publikum die Saison 2017 in der Stiftsruine. Helen Schneider, Gunther Emmerlich, Rasmus Borkowski und Kristin Hölck werden gemeinsam mit dem großartigen Orchester der Bad Hersfelder Festspiele unter der Leitung von Christoph Wohlleben eine Reise durch die großen Musical-Erfolge der Bad Hersfelder Festspiele antreten.

 

Auszeichnungen für Nickel, Wohlleben und Bartl

Robert Joseph Bartl bekommt den begehrten Zuschauerpreis der Bad Hersfelder Festspiele in diesem Jahr für seine Rolle  Thomas Cajetan in MARTIN LUTHER-DER ANSCHLAG.

Den undotierten Preis, einen Ring, den der Bad Hersfelder Juwelier Matthias Laufer-Klitsch herstellt und stiftet, erhielt Robert Joseph Bartl im Rahmen der Abschluss-Gala der 67. Bad Hersfelder Festspiele in der Stiftsruine.

Die Hersfeld-Preise gingen an Christian Nickel und Christoph Wohlleben.

Die Jury aus Kritikern begründet die Wahl so:

Mit dem Großen Hersfeldpreis 2017 wird Christian Nickel ausgezeichnet für seine herausragende Darstellung des Martin Luther in Dieter Wedels Stück „Martin Luther – Der Anschlag“. Nickel übernimmt zwei der ursprünglich vier Lutherrollen, den Reformator und den Wutbürger. Mit seinem ausgereiften, facettenreichen Spiel lotet er die äußerst widersprüchliche Persönlichkeit des Reformators aus. Dank seiner souveränen Darstellung zeichnet Nickel das präzise Bild eines charismatischen und zerrissenen Gottsuchers und Machtmenschen. Christian Nickel prägt das kühne, unkonventionelle und provokante Projekt des Autors und Regisseurs Dieter Wedel, der damit im Lutherjahr die Bad Hersfelder Festspiele bundesweit in den kulturellen Fokus rückt.

Mit dem Hersfeldpreis 2017 wird Christoph Wohlleben ausgezeichnet. Er ist der Dirigent und musikalische Leiter des Musicals „Titanic“ in der Inszenierung von Stefan Huber. Wohlleben hält das 25-köpfige Orchester im Graben und das fast 40-köpfige Ensemble auf der Bühne vom ersten bis zum letzten Ton zusammen und führt das gesamte Team fokussiert und mit äußerster Konzentration. Durch sein herausragendes Dirigat wertet Wohlleben die Komposition auf und überzeugt mit seiner differenzierten, pointierten Interpretation des Arrangements. Wohlleben erweist sich erneut als Garant für die hochkarätige Umsetzung der Live-Musik bei den Bad Hersfelder Festspielen.

Der Preis wird alljährlich von der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine und der Stadt Bad Hersfeld verliehen.

Christian Nickel bekam den Preis zum zweiten Mal - bereits für seine Rolle in HEXENJAGD wurde er ausgezeichnet.


Wir gratulieren allen herzlich!

Aktuelle Bekleidungsempfehlung für Ihren Besuch bei den Bad Hersfelder Festspielen Zur Website der Stadt Bad Hersfeld Zur Website 10 Deutsche Festspielorte Zur Website der Sommernachtsträumer

MARTIN LUTHER - DER ANSCHLAG wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

 

Intendant Dr. Dieter Wedel

Vorwort des Intendanten Dr. Dieter Wedel

Die Attraktion der Bad Hersfelder Festspiele ist und bleibt ihr atemberaubender Spielort:
die gewaltige, unvergleichliche Stiftsruine.

Hier sollte Theaterspielen nie bloß Versunkenheit sein, Entrücktheit, sondern immer zugleich auch Spiegel gesellschaftlicher, ökonomischer und politischer Entwicklungen.

Wenn ein Zeitalter zu Ende geht und die Gesellschaft sich wieder einmal verändert, sollte das Theater mit unbestechlichem Blick auf die Zeitläufe und die Sturmfluten der immer wiederkehrenden Krisen diese Veränderungen reflektieren.

Vermutlich sind wir alle – Autoren, Schauspieler, Regisseure – in diesem Beruf, weil wir uns nach etwas Unerfülltem sehnen; weil wir an einem kaum gedachten, nie ausgesprochenen Heimweh kranken nach einer anderen Welt, in der Schönheit, Gerechtigkeit und Toleranz neben Aufgeschlossenheit und Nächstenliebe ihren Platz haben. Nicht nach anderen Menschen! Nur die ideologisch Festgefahrenen, die strammen Parteigänger und Fundamentalisten, die ihre Umgebung lediglich durch eine Schießscharte zu sehen vermögen, maßen sich an zu wissen, wie Menschen zu sein haben. Nein, ich meine ein Heimweh nach einem veränderten Klima, das die Seelen berührt, einer besseren Luft, in der die Menschen verständnisvoller miteinander umgehen. [Weiterlesen]

Ob die Aufführungen nun von Liebe und Heldentum erzählen, von Krieg und Unrecht, vom Kampf gegen das Böse oder dem Schlaf der Welt, sie zeigen das wirkliche Leben, aber wenn sie gelingen, exemplarisches Leben.

Es gibt kein richtiges oder falsches Theater.

Es gibt nur lebendiges oder totes Theater.

Tagestheater oder Museumstheater.

Das zutreffende und das unsachliche.

Das ehrliche und das effekthascherische.

Die aufrichtige Bereitschaft zu verstehen.

Die unvoreingenommene Berührung mit der Welt, mit der leibhaftigen Wirklichkeit.

Sich in diesem Jahr an Luther zu wagen, setzt Kühnheit voraus.

Man hat bei einer schwierigen Herausforderung wohl immer das Empfinden, dass das, was er erzählen möchte, eigentlich nicht zu erzählen ist. Dass das Begonnene unvollendbar bleibt, dass allein schon das Beginnen Vermessenheit bedeutet.

Aber soll man nicht lieber den Mut haben, Fehler zu machen, als sich dem Vorwurf auszusetzen, sich vor einer Herausforderung davonzustehlen?

Bei der Arbeit an einem dramatischen Text hat mich etwas immer überrascht: ich fand es merkwürdig, dass zwei völlig gegensätzliche Meinungen zur selben Zeit richtig und zutreffend sein können. Und dass man auf diese Weise näher an die Wahrheit herankommen kann, wie auf keine andere Art.

Wir bauen Sandburgen. Wir kommen zusammen und basteln daran mit all unserer Kraft. Dann schauen wir sie uns an, eine Spielzeit lang, selten zwei. Und dann kommt die Flut und spült alles weg.

Aber manchmal bleibt die Erinnerung an ein paar Momente, Einsichten über Menschen und ihr Handeln; der Theaterabend wird Teil des Erinnerungsschatzes unseres Lebens.

Ich hoffe, dass Sie sich auch in diesem Jahr wieder an Ihren Besuch in der Stiftsruine lange und gern zurückerinnern werden.

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Dreharbeiten zu MARTIN LUTHER - DER ANSCHLAG

Das sagt die Presse

  • „... Publikum am Premierenabend der Bad Hersfelder Festspiele begeistert.“ — hessenschau.de —
  • Mit der Uraufführung des Theaterstücks „Martin Luther – Der Anschlag“ haben die 67. Bad Hersfelder Festspiele ihren ersten Höhepunkt erlebt... viel Applaus.“ — Fuldaer Zeitung —
  • Martin Luther – Der Anschlag: Kulturelle Großtat zur Festspieleröffnung ... auf der Bühne ziemlich großes Kino. — osthessennews —
  • Wedels Luther-Uraufführung geglückt — dpa —
  • Arthur Millers „Hexenjagd“ passt leider in jedes Jahr auf Erden, so lange die Menschheit noch besteht ... — Frankfurter Rundschau —
  • Bedrückend wie beeindruckend: Wedels „Hexenjagd” Kein leichtes Sommertheater, sondern ein starkes Bühnenstück mit Aussage und Relevanz. ... — dpa, bundesweit —
  • Wedels Hexenjagd bejubelt und gefeiert ... — Bild am Sonntag —
  • Fernsehstars als Bühnenkoryphäen (in Hexenjagd) ... Nach dieser ansprechenden und an vielen Stellen packenden Inszenierung heißt es für die traditionsreichen Festspiele: Die Strahlen des Wedel vertreiben die Nacht. — FAZ —

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