News rund um die Festspiele


Aktuelles

Hersfeldpreise für Christian Nickel

und Christoph Wohlleben. Wir gratulieren herzlich!

Die Jury aus Kritikern  begründet die Wahl so:

Mit dem Großen Hersfeldpreis 2017 wird Christian Nickel ausgezeichnet für seine herausragende Darstellung des Martin Luther in Dieter Wedels Stück „Martin Luther – Der Anschlag“. Nickel übernimmt zwei der ursprünglich vier Lutherrollen, den Reformator und den Wutbürger. Mit seinem ausgereiften, facettenreichen Spiel lotet er die äußerst widersprüchliche Persönlichkeit des Reformators aus. Dank seiner souveränen Darstellung zeichnet Nickel das präzise Bild eines charismatischen und zerrissenen Gottsuchers und Machtmenschen. Christian Nickel prägt das kühne, unkonventionelle und provokante Projekt des Autors und Regisseurs Dieter Wedel, der damit im Lutherjahr die Bad Hersfelder Festspiele bundesweit in den kulturellen Fokus rückt.

Mit dem Hersfeldpreis 2017 wird Christoph Wohlleben ausgezeichnet. Er ist der Dirigent und musikalische Leiter des Musicals „Titanic“ in der Inszenierung von Stefan Huber. Wohlleben hält das fast 30-köpfige Orchester im Graben und das über 40-köpfige Ensemble auf der Bühne vom ersten bis zum letzten Ton zusammen und führt das gesamte Team fokussiert und mit äußerster Konzentration. Durch sein herausragendes Dirigat wertet Wohlleben die Komposition auf und überzeugt mit seiner differenzierten, pointierten Interpretation des Arrangements. Wohlleben erweist sich erneut als Garant für die hochkarätige Umsetzung der Live-Musik bei den Bad Hersfelder Festspielen.

Der Preis wird alljährlich von der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine und der Stadt Bad Hersfeld verliehen.

 

HEXENJAGD bis 11.8. in der Stiftsruine

Dieter Wedel hat HEXENJAGD aktualisiert und zum letzten Mal ist die Inszenierung zu sehen.

Das Kern-Thema der Inszenierung scheint jeden Tag aktueller zu werden: mit jedem Bericht über "fake news" und die Folgen und "postfaktischen" Grundlagen für manchen "shitstorm".

Sie sehen einen Thriller mit Top-Besetzung über die Kraft der Verleumdung mit Christian Nickel, Elisabeth Lanz, Richy Müller, Horst Janson, Brigitte Grothum, André Hennecke, Motsi Mabuse, Janina Stopper und vielen anderen großartigen Schauspielern.

In HEXENJAGD nach Arthur Miller tanzen junge Mädchen nachts im Wald. Die Beschwörung soll ihnen zu ihrem Liebesglück verhelfen. Pastor Parris wird Zeuge des nächtlichen Spuks. Eine harmlose Kinderei ist der Anlass für wuchernde Gerüchte, die Verfolgungshysterien anheizen. Salem wird zu einem Hexenkessel der Beschuldigungen und Unterstellungen – und Salem kann ganz schnell überall sein.

"Ein starkes Stück jetzt noch eindringlicher" (Hersfelder Zeitung 2017)

"Aktueller denn je kommt Dieter Wedels Inszenierung von Arthur Millers „Hexenjagd“ daher, die derzeit zum zweiten und letzten Mal in der Bad Hersfelder Stiftsruine dargeboten wird. Unter die Überschrift „Was Fake News anrichten“ hat der Festspielintendant den Politthriller gestellt. Unterschwellig lenkt das hochkarätig besetzte Ensemble den Blick auf gegenwärtige Phänomene. Was ist Sein? Was ist Schein? Die Wahrheit verschwimmt…" (osthessennews 2017)

„Bedrückend wie beeindruckend: Wedels „Hexenjagd”.  Kein leichtes Sommertheater, sondern ein starkes Bühnenstück mit Aussage und Relevanz. ... . „(dpa, bundesweit 2016)

„Arthur Millers „Hexenjagd“ passt leider in jedes Jahr auf Erden, so lange die Menschheit noch besteht. ... „ (Frankfurter Rundschau 2016)

Weitere Informationen

Dunja Rajter im Theater-Zelt

In Bad Hersfeld wird sie am 5. August  in der intimen Atmosphäre des Theater-Zeltes ganz nah am Publikum sein. In ihrem Programm, das Dunja Rajter extra für Bad Hersfeld entwickelt hat, wird sie besonders auch auf Dieter Wedels MARTIN LUTHER-DER ANSCHLAG eingehen. Der gesamte erste Teil wird diesem Thema gewidmet sein. Sie wird mit einem Frauenchor Lieder wie HALLELUJA und MOTHERLESS CHILD singen und aus Texten von Martin Luther zitieren. Der zweite Teil des Konzertes ist, wie sie sagt „der erdhafte mit Folklore aus aller Welt in vielen Sprachen der Welt“.

HIMMEL UND ERDE – ein Liederabend mit Dunja Rajter

Eintritt:  29 Euro

Weitere Informationen

Das Buch zu MARTIN LUTHER – DER ANSCHLAG

mit dem Text der Inszenierung und vielen Fotos, die den Produktionsprozess mit der prominenten Besetzung dokumentieren ist erschienen.

Für die Bad Hersfelder Festspiele hat Intendant Dieter Wedel das Werk geschrieben - unter Verwendung der Luther-Dramen von John Osborne und John von Düffel sowie nach Motiven und Textauszügen von August Strindberg, Stefan Zweig und G.B. Shaw. Und natürlich mit Originaltexten von Martin Luther. Das reich bebilderte Werkbuch ist im Ott-Verlag erschienen und für 10 Euro erhältlich. Zu bekommen an der Abendkasse an der Stiftsruine, in der Festspiel-Lounge, in den Hoehlschen Buchhandlungen, bei der Hersfelder Zeitung am Schilde-Park, in den Hotels der Familie Kniese und natürlich in der Kartenzentrale am Markt.

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Intendant Dr. Dieter Wedel

Vorwort des Intendanten Dr. Dieter Wedel

Die Attraktion der Bad Hersfelder Festspiele ist und bleibt ihr atemberaubender Spielort:
die gewaltige, unvergleichliche Stiftsruine.

Hier sollte Theaterspielen nie bloß Versunkenheit sein, Entrücktheit, sondern immer zugleich auch Spiegel gesellschaftlicher, ökonomischer und politischer Entwicklungen.

Wenn ein Zeitalter zu Ende geht und die Gesellschaft sich wieder einmal verändert, sollte das Theater mit unbestechlichem Blick auf die Zeitläufe und die Sturmfluten der immer wiederkehrenden Krisen diese Veränderungen reflektieren.

Vermutlich sind wir alle – Autoren, Schauspieler, Regisseure – in diesem Beruf, weil wir uns nach etwas Unerfülltem sehnen; weil wir an einem kaum gedachten, nie ausgesprochenen Heimweh kranken nach einer anderen Welt, in der Schönheit, Gerechtigkeit und Toleranz neben Aufgeschlossenheit und Nächstenliebe ihren Platz haben. Nicht nach anderen Menschen! Nur die ideologisch Festgefahrenen, die strammen Parteigänger und Fundamentalisten, die ihre Umgebung lediglich durch eine Schießscharte zu sehen vermögen, maßen sich an zu wissen, wie Menschen zu sein haben. Nein, ich meine ein Heimweh nach einem veränderten Klima, das die Seelen berührt, einer besseren Luft, in der die Menschen verständnisvoller miteinander umgehen. [Weiterlesen]

Ob die Aufführungen nun von Liebe und Heldentum erzählen, von Krieg und Unrecht, vom Kampf gegen das Böse oder dem Schlaf der Welt, sie zeigen das wirkliche Leben, aber wenn sie gelingen, exemplarisches Leben.

Es gibt kein richtiges oder falsches Theater.

Es gibt nur lebendiges oder totes Theater.

Tagestheater oder Museumstheater.

Das zutreffende und das unsachliche.

Das ehrliche und das effekthascherische.

Die aufrichtige Bereitschaft zu verstehen.

Die unvoreingenommene Berührung mit der Welt, mit der leibhaftigen Wirklichkeit.

Sich in diesem Jahr an Luther zu wagen, setzt Kühnheit voraus.

Man hat bei einer schwierigen Herausforderung wohl immer das Empfinden, dass das, was er erzählen möchte, eigentlich nicht zu erzählen ist. Dass das Begonnene unvollendbar bleibt, dass allein schon das Beginnen Vermessenheit bedeutet.

Aber soll man nicht lieber den Mut haben, Fehler zu machen, als sich dem Vorwurf auszusetzen, sich vor einer Herausforderung davonzustehlen?

Bei der Arbeit an einem dramatischen Text hat mich etwas immer überrascht: ich fand es merkwürdig, dass zwei völlig gegensätzliche Meinungen zur selben Zeit richtig und zutreffend sein können. Und dass man auf diese Weise näher an die Wahrheit herankommen kann, wie auf keine andere Art.

Wir bauen Sandburgen. Wir kommen zusammen und basteln daran mit all unserer Kraft. Dann schauen wir sie uns an, eine Spielzeit lang, selten zwei. Und dann kommt die Flut und spült alles weg.

Aber manchmal bleibt die Erinnerung an ein paar Momente, Einsichten über Menschen und ihr Handeln; der Theaterabend wird Teil des Erinnerungsschatzes unseres Lebens.

Ich hoffe, dass Sie sich auch in diesem Jahr wieder an Ihren Besuch in der Stiftsruine lange und gern zurückerinnern werden.

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Dreharbeiten zu MARTIN LUTHER - DER ANSCHLAG

Das sagt die Presse

  • „... Publikum am Premierenabend der Bad Hersfelder Festspiele begeistert.“ — hessenschau.de —
  • Mit der Uraufführung des Theaterstücks „Martin Luther – Der Anschlag“ haben die 67. Bad Hersfelder Festspiele ihren ersten Höhepunkt erlebt... viel Applaus.“ — Fuldaer Zeitung —
  • Martin Luther – Der Anschlag: Kulturelle Großtat zur Festspieleröffnung ... auf der Bühne ziemlich großes Kino. — osthessennews —
  • Wedels Luther-Uraufführung geglückt — dpa —
  • Arthur Millers „Hexenjagd“ passt leider in jedes Jahr auf Erden, so lange die Menschheit noch besteht ... — Frankfurter Rundschau —
  • Bedrückend wie beeindruckend: Wedels „Hexenjagd” Kein leichtes Sommertheater, sondern ein starkes Bühnenstück mit Aussage und Relevanz. ... — dpa, bundesweit —
  • Wedels Hexenjagd bejubelt und gefeiert ... — Bild am Sonntag —
  • Fernsehstars als Bühnenkoryphäen (in Hexenjagd) ... Nach dieser ansprechenden und an vielen Stellen packenden Inszenierung heißt es für die traditionsreichen Festspiele: Die Strahlen des Wedel vertreiben die Nacht. — FAZ —

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