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News rund um die Festspiele

Aktuelles

Uraufführung A LONG WAY DOWN am Samstag

Wie aus Verzweiflung Lachen entsteht ...

Zum ersten Mal auf einer Bühne:
A LONG WAY DOWN nach dem Roman von Nick Hornby 

Ein Mann steht auf dem Dach eines Hochhauses und will springen. Er wird von einer Frau angesprochen. Er antwortet: „Jesus! Ich war eigentlich gerade dabei mich umzubringen, aber kein Thema, für ein Autogramm ist immer Zeit. Aber was machen Sie eigentlich hier oben?“ Auch sie will springen, wenn auch aus ganz anderen Gründen. Es kommen noch zwei hinzu, die keine Lust mehr auf ihr Leben haben.

Vier potentielle Selbstmörder auf der Bühne im Schloss Eichhof? Dem Platz, an dem die Bad Hersfelder Festspiele eigentlich Komödien zeigen? Geht das? Ja, es geht, denn es fängt tragisch an, aber es kommt dann doch ganz anders, als man erwartet hat.

Die Dramaturgin der Bad Hersfelder Festspiele, Dr. Bettina Wilts hat den Roman A LONG WAY DOWN von Nick Hornby erstmals für die Bühne bearbeitet und eine kurzweilige, amüsante, aber auch tiefgründige Fassung geschaffen: „Hornby nimmt sich heraus, auch schwierige und traurige Themen wie Lebensmüdigkeit mit Humor – ja man kann sogar sagen: mit Lebensfreude – anzugehen. Das habe ich natürlich in die Theaterfassung übernommen.“

A LONG WAY DOWN – schon der Titel ist doppeldeutig – ist die Geschichte von vier Menschen, die sich in einer Silvesternacht zufällig auf dem Dach eines Londoner Hochhauses treffen. Martin ist ein gefallener Medienstar, er hatte Sex mit einer Minderjährigen, im Gefängnis gesessen und Familie und Karriere ruiniert; Maureen pflegt seit fast 20 Jahren alleine und überlastet ihren schwer behinderten Sohn; John Julius, genannt JJ, wäre gerne ein Rockstar, fährt aber Pizza aus, und Jess, die aufmüpfige Politikertochter, weiß nicht, warum ihr Freund sie verlassen hat ...

Alle vier sind gekommen, um A LONG WAY DOWN, den LANGEN WEG NACH UNTEN zu nehmen. Das Hochhaus ist bekannt dafür, sich für Selbstmord besonders zu eignen. Aber sie entschließen sich, von ihren Plänen abzurücken und machen sich zunächst gemeinsam auf die Suche nach dem Freund von Jess, denn da gibt es einiges zu klären! Und sie vereinbaren, den Selbstmord erst einmal zu verschieben.
Regisseur Christian Nickel sagt dazu: „Sie erinnern ein wenig an die Bremer Stadtmusikanten, die sich ja unter dem Motto ´etwas Besseres als den Tod finden wir überall´ auf ihren Weg machen.“
Vier fremde, sehr unterschiedliche Menschen, ihre Geschichten, Erfahrungen und Motive prallen aufeinander. Auf dem Weg zurück ins Leben entstehen berührende, komische und skurrile Szenen mit viel englischem Humor.

Karsten Speck, der den Martin spielt, eben diesen ehemaligen Talkmaster, der im Gefängnis saß, hat viel Spaß an dieser Rolle und sagt: „Die Figur hat nichts mit mir zu tun. Man muss kein Mörder sein, um einen Mörder zu spielen. Ich kann mir vorstellen, wie er sich fühlt und das sehe ich positiv. Ich glaube, es ist uns gelungen, die entscheidenden Charaktere herauszuarbeiten ...“

Christian Nickel fasst A LONG WAY DOWN so zusammen: „Mit klugem Humor erzählt Nick Hornby von der Brutalität und Einsamkeit des Großstadtlebens und von dem menschlichen Bedürfnis nach gegenseitiger Wahrnehmung, ein Thema, das erst einmal nicht zum Lachen reizt. Doch genau diese Herausforderung gefällt mir: auf der Bühne zu zeigen, wie aus Verzweiflung Lebensfreude und Lachen entstehen kann und daraus einen unterhaltenden Abend mit Tiefgang zu machen.“

In den letzten Jahren stand Christian Nickel in Bad Hersfeld in Hauptrollen auf der Bühne der Stiftsruine. Für seine Rollen in HEXENJAGD und MARTIN LUTHER-DER ANSCHLAG erhielt er 2016 und 2017 den Großen Hersfeldpreis, den eine Jury aus Kritikern vergibt, und für seine Auftritte als PEER GYNT gaben ihm die Besucher ihre Stimmen für den Zuschauerpreis 2018. Nun führt Christian Nickel das erste Mal in Bad Hersfeld Regie.

A LONG WAY DOWN wird in 30 Vorstellungen bis zum 25. August im Schloss Eichhof in Bad Hersfeld gezeigt. Die Karten kosten 29 Euro auf allen Plätzen.

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DER PROZESS: Riesiger Applaus und gute Kritiken

Deutschlandweit war die Eröffnungspremiere DER PROZESS in den vergangenen Tagen in zahlreichen und wichtigen Medien vertreten: ZDF, ARD, RTL, SAT1, dpa, FAZ, FAZ am Sonntag, Süddeutsche, „nachtkritik“, BILD, BILD am Sonntag, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Neue Presse, Deutschlandradio, Hessischer Rundfunk, Hörfunk und Fernsehen, radio ffh, MDR, Leipziger Volkszeitung, TZ München, BUNTE u.a..

Die meisten Kritiker sind voll des Lobes für Joern Hinkels Inszenierung und die Leistung der Schauspieler.

Hier eine Auswahl:

ZDF-„heute-journal“ 5. Juli: ,,Anonyme Anschuldigungen, Hetze und Häme – in Zeiten des Internets hat es die böse Unterstellung noch leichter als zu Kafkas Zeiten vor 100 Jahren. Und der Rechtsweg, er ist nicht ausgeschlossen, er führt ins nichts. Überall dort, wo das Recht nicht der Gerechtigkeit dient – in vielen Ländern auch heute … Ein starkes Stück Theater in der Stiftsruine von Bad Hersfeld. Augen auf, so ist die Botschaft. Denn, wenn das Recht nur noch aus Schein besteht und die Wahrheit mit Füßen getreten wird, dann steht schnell auch die Freiheit auf dem Spiel!“. (Der über dreiminütige Beitrag ist noch in der Mediathek des ZDF zu sehen.)

Hessischer Rundfunk Fernsehen, „hessenschau“ (4.54 Minuten, Liveschaltung, 5. Juli): In dem Beitrag über den „PROZESS“ heißt es: „Das Kafka-Stück in Bad Hersfeld: spannend, witzig und auf jeden Fall brandaktuell!“. (Der Beitrag ist noch in der Mediathek des Hessischen Rundfunks zu sehen.)
Auch sehenswert die Beiträge von Sat1. 17.30 Hessen und rtl regional Hessen, die ebenso in den Mediatheken zu finden sind.

HR2-Kultur/ Hadwiga Fertsch-Röver: „Eine alles in allem sehr beeindruckende Inszenierung eines nicht einfachen, aber leider sehr aktuellen Stoffes. Mit eindrücklichen Bildern, mit Sinn auch für die surrealen, die komischen und skurrilen Elemente inszeniert und bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt und gespielt.“

FAZ
Kafka auf die böse Erde geholt
Hans Riebsamen: „Das Problem, dass im Roman die meisten Figuren jeweils nur in einem Kapitel auftreten, löst Hinkel, der den Text dramatisiert hat, dadurch, dass er Protagonisten wie Fräulein Bürstner durch das Stück laufen lässt. Dank dieses Tricks kommt durchaus Spannung auf, so dass der Hersfelder „Prozess“ zuweilen wie ein Kriminalstück wirkt. Sprachlich hat Hinkel den Text modernisiert. Er hat altmodische Ausdrücke verbannt und an vielen Stellen zeitgenössische Worte gefunden. Sogar lachen kann man als Zuschauer, denn zuweilen verhalten sich die Akteure ungemein komisch. Zum Unterhaltungsstück ist der „Prozess“ zum Glück aber nicht verkommen. Grandios wirkt Jens Kilians Gestaltung der Bühne, aus beweglichen Aktenschränken bildet er immer neue Kulissen und bezieht auch den Chor in sein Bühnenbild ein. Dank dieser großen Bilder und guter Schauspielerleistungen wird aus Kafkas Roman ein richtiges Theaterstück ... „ –

HNA
Bad Hersfelder Festspiele: Kafkas "Der Prozess" eindrucksvoll ins Heute geholt
Bettina Fraschke: „Wie war’s: Eindrucksvoll. Präzise gearbeitet mit Bildern von universeller Kraft. …Es ist ein bewegender Theaterabend in großen beeindruckenden Bildern, der mit einem Lachen endet. (…) ,,Ein spannender Schluss, so wie überhaupt die Präzision und Analysekraft der gesamten Inszenierung beeindrucken. “

Hersfelder Zeitung:
Der Prozess: Premierenpublikum erlebt intensiven Theaterabend bei den Bad Hersfelder Festspielen
Karl Schönholtz: „ ,,. mit wieviel Liebe zum Stück und Akribie Joern Hinkel die Charaktere gestaltet hat". Der Stoff werde "in die Gegenwart geholt" und "Kafkas Sprache entstaubt und Figuren weiter entwickelt", schreibt der Kritiker. "Schon angesichts dessen, was aktuell in der Welt passiert, hätte man Hinkels Deutung nicht in Frage gestellt. Im Zusammenspiel mit dem der Premiere vorausgegangenen Festakt, bei dem der in der Türkei zu Unrecht inhaftierte Journalist Deniz Yücel die Festrede hielt, wird daraus aber ein machtvolles Statement der Festspiele gegen Willkür und Gewalt."

Fuldaer Zeitung
Odyssee in einer grotesk-realen Welt
69. Bad Hersfelder Festspiele: Zur Premiere von Franz Kafka „Der Prozess“
Christoph A. Brandner: ,,Ein Meisterstück mit einem Meisterwerk: Joern Hinkel überzeugt und beeindruckt bei der Eröffnungspremiere der 69. Bad Hersfelder Festspiele mit seiner stringent-klugen Fassung und grotesk-intensiven Inszenierung von Franz Kafkas hochaktuellen Roman „Der Prozess“.

Frankfurter Rundschau:
Untergang und Unterhaltung – Die Bad Hersfelder Festspiele eröffnen in munterer, aber nicht verfehlter Manier
Judith von Sternburg: „quicklebendige Inszenierung dunkel grundiert … Gerade ihr Unterhaltungs- und Schauwerte werfen ein grelles Licht auf die fatale Lage.“

dpa –bundesweit in sehr vielen Zeitungen erschienen
Bad Hersfeld: Publikum feiert Auftakt-Premiere «Der Prozess»
Joern Perske: Mit viel Applaus ist die Eröffnungspremiere der 69. Bad Hersfelder Festspiele bedacht worden. Intendant und Regisseur Joern Hinkel präsentierte am Freitagabend seine Fassung von Franz Kafkas Klassiker «Der Prozess». Die knapp 1300 Zuschauer erlebten in der fast ausverkauften Stiftsruine einen eindringlichen und phasenweise eindrucksvollen Theater-Abend zum Auftakt des renommierten Freilicht-Festivals.

osthessennews:
Festspielpremiere mit Tiefgang: Joern Hinkels "Prozess" geht unter die Haut
Stefanie Harth: ,,Völlig unvoreingenommen bringt Festspielintendant Joern Hinkel eines der meistinterpretierten Bücher der Weltliteratur auf die Bühne. Der Regisseur hat eine zeitnahe Fassung geschrieben, Rollen weiterentwickelt, Szenen, die im Roman lediglich angedeutet werden, auserzählt und absurde und slapstickhaft anmutende Situationen zugespitzt. Trotzdem bleibt das Spiel – und das ist das Geniale – „immer am Stoff“.“

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FUNNY GIRL: Fulminante Premiere in der Stiftsruine

Glamour, hinreißende Songs und eine tragisch-schöne Liebesgeschichte: FUNNY GIRL ist das neue Musical im Sommer 2019! Publikum und Kritiker sind begeistert:

HNA:
Bad Hersfelder Festspiele: Im Musical "Funny Girl" ist das Leben eine Showtreppe
„In der Stiftsruine begeisterte das glänzend aufspielende Orchester unter Leitung von Christoph Wohlleben und das große Darstellerensemble. Die ebenso präzise wie kurzweilige Inszenierung von Stefan Huber arbeitete die Stärken des Musicals von Jule Tyne und Bob Merrill wunderbar heraus: vielschichtige Charaktere und ein leise melancholischer Unterton bei allen Figuren. Die witzigen deutschen Texte von Heidi Zerning („Ich brülle von Natur aus!“) sind ebenfalls herauszuheben. Überragender, gefeierter Star des Abends ist Katharine Mehrling in der Titelrolle. Sie ist ein charismatisches Energiebündel mit grandioser Singstimme und Talent zum Slapstick. Fanny provoziert Lacher, wenn sie etwa ihren Fächer stets mit einem geschnarrten Brrrt-Laut aufklappen lässt, und kitzelt in der nächsten Sekunde Gänsehaut hervor, etwa in dem Song „People“ – einem seelenvollen Höhepunkt des Abends. Das freche Mädchen hat den unbedingten Anspruch, mit Showgrößen wie Florenz Ziegfeld Jr. (Heinrich Schafmeister) auf Augenhöhe zu kommunizieren.“ (Bettina Fraschke)

osthessenews:
Hommage an eine goldene Ära
"La Mehrling" ist ein Ereignis: Fulminante Premiere von "Funny Girl"
"Das Publikum erliegt von der ersten Szene an dem Charme von „Funny Girl“ – und einer wunderbaren Katharine Mehrling. Es ist die Liebe zum Detail, die die Bad Hersfelder Inszenierung in die Sphäre eines wahren Augen- und Ohrenschmauses erhebt. Dafür gibt es minutenlangen frenetischen Applaus. Die komplette Stiftsruine steht." (Stefanie Harth)

Hersfelder Zeitung:
Das Musical „Funny Girl“, das die Lebensgeschichte der Fanny Brice erzählt, feierte eine umjubelte Premiere bei den 69. Bad Hersfelder Festspielen in der Stiftsruine.
„Das lag vor allem an Katharine Mehrling, die Fanny Brice, das „funny girl“ (lustige Mädchen) verkörpert. Als sie zum Schlussapplaus die große Showtreppe betritt, langsam Stufe für Stufe herabschreitet, springt das Publikum auf, klatscht wie besessen und jubelt ihr zu, nachdem es zuvor knapp drei Stunden mit ihr gelacht, geweint, gehofft und gefeiert hatte.“ (Christine Zacharias)

dpa in vielen Medien bundesweit:
Kleine mit großer Klappe
«Funny Girl» überzeugt in Bad Hersfeld
„Das Musical «Funny Girl» ist durch die Verfilmung mit Barbra Streisand weltbekannt. Die Inszenierung bei den Hersfelder Festspielen muss sich also mit einem großen Vorbild messen. Das gelingt vor allem dank der Hauptdarstellerin. ... In der Broadwayversion von 1964 und der späteren Verfilmung von «Funny Girl» spielte Barbra Streisand die Hauptrolle. Sie gewann damit den Oscar der amerikanischen Filmakademie. In Bad Hersfeld verkörpert Katharine Mehrling die Komikerin. Die gebürtige Hessin tritt in große Fußstapfen - und füllt sie mühelos aus. Bereits nach wenigen Minuten ist klar: Diese Fanny ist wirklich «funny». Mal bringt sie ständig schnipsend einen Showproduzenten zur Weißglut, dann sabotiert sie eine Revue mit falschem Babybauch.“ (Göran Gehlen)



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Erfolgreich gestartet: NACHTEULEN
 im Museum im Stift

In der ersten Late-Night-Show unterhielten Corinna Pohlmann (DER PROZESS) und Roland Riebeling SHAKESPEARE IN LOVE) im Gespräch mit Dominic Mäcke das Publikum mit Einblicken in ihre Arbeit und ihr Leben. Launigen Dialoge, amüsanter Schlagabtausch aber auch ernste Themen bereiteten den Besuchern viel Freude, es wurde viel gelacht und applaudiert. Überraschungsgast war Ute Reiber (SHAKESPEARE IN LOVE), sie sang und zeigte wieder einmal, wie wunderbar ihre Stimme ist.

Es war die erste Ausgabe der neuen Reihe NACHTEULEN der Bad Hesfelder Festspiele und sie hat Lust auf mehr gemacht. Und es wird mehr geben - gleich am kommenden Samstag!

Denn Dominic Mäcke lädt an insgesamt vier Wochenenden immer andere Schauspieler, Sänger und Musiker der Festspiele um Mitternacht ins Museum ein! Es wird gesungen, getalkt, improvisiert, rezitiert. Tauchen Sie mit den Künstler ins Nachtleben ein, erleben Sie die NACHTEULEN in skurrilen, herzzerreißenden, komischen, ganz persönlichen Geschichten, Gedichten und Liedern. Lernen Sie unsere Künstler im „Wohnzimmer“ auf dem Sofa näher kennen, in tiefsinnigen oder banalen Gesprächen.

Und: Die Bar ist eröffnet! Die Familie Bücking sorgt dafür, dass Sie nicht durstig bleiben müssen.

Nächste Termine: am 13. Juli 2019, 20. Juli 2019, 27. Juli 2019, und 03. August 2019, Einlass ab 23:30 Uhr
Kapitelsaal im Museum/ Eintritt 10 Euro

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Joern Hinkels DER PROZESS zur Eröffnung

mit großartigen Schauspielern.

Die Hauptrolle spielt Ronny Miersch, nein er lebt sie schon fast mit unglaublichem Engagement und sagt dazu: „Er ist jemand, der die Dinge nicht einfach hinnimmt, so wie viele andere das tun. Er legt sich mit dem System an – und ist sich der Gefahr durchaus bewusst. Das macht ihn dann vielleicht auch sympathisch.“ Ihm gefällt an Joern Hinkels Fassung vor allem auch, dass Kafkas hintergründiger, absurder Humor herausgearbeitet wird: „Wir hatten bei Proben viele witzige Momente – und schließlich soll das Stück auch unterhalten. Wir wollen einen modernen Zugang zu diesem komplexen Stoff vermitteln, und hier hat Joern eine tolle Arbeit geleistet.“

Joern Hinkel beschreibt die Szenerie so: „Gegen Josef K. werden Ermittlungen eingeleitet, ohne Angabe von Gründen. Ohne dass er etwas getan hat, wenden sich allmählich alle Menschen in seinem näheren Umfeld von ihm ab: Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen. Hilfe wird ihm nur von denjenigen angeboten, die seine Hilflosigkeit ausnutzen und Geld mit seinem Fall verdienen wollen. Interessanterweise schreibt Kafka explizit über die gefährliche Macht der „öffentlichen Meinung“, sogar in mehreren seiner Werke. Auch in seinen Tagebüchern, die vor mehr als hundert Jahren entstanden, macht er sich darüber ausführlich Gedanken.“

Zu den wenigen Menschen, die sich nicht von Josef K. aufgrund eines vagen Verdachtes abwenden, gehört K.s Haushälterin Frau Grubach. Marianne Sägebrecht hat diese Rolle übernommen, sie ist fast eine mütterliche Freundin. In Kafkas Originaltext ist Frau Grubach Josefs Vermieterin.

Nicht nur diese Figur hat Joern Hinkel leicht verändert. Fräulein Bürstner ist im Originaltext eine Nachbarin, in Hinkels Fassung ist sie die Geliebte des Bankangestellten Josef K.. Corinna Pohlmann spielt diese Felice Bürstner, die uns als Nachtclub-Sängerin zu ihrem Auftritt in ein Lokal namens „Eldorado“ mitnimmt. Jörg Gollasch hat die Musik für diese und alle anderen Szenen geschrieben. Der Komponist und Musiker hat mit vielen Regisseuren wie Karin Beier, Claus Peymann, Dieter Giesing, Philip Tiedemann, Tom Kühnel, Thomas Langhoff und Arpad Schilling gearbeitet. In Bad Hersfeld hört man seine Musik seit 2015 in vielen Inszenierungen in der Stiftsruine.
„Kafka war ein regelmäßiger Besucher von Tanzlokalen, seine Erlebnisse aus dem Prager Nachtleben fließen in unsere Fassung mit ein”, sagt Joern Hinkel dazu. „Tagsüber irrt Josef K. durch die Instanzen der Gerichte, nachts versucht er, diesem Albtraum in Nachtclubs zu entfliehen. Es wird gesungen und getanzt, inspiriert durch die überbordende Swing-Musik der 20er Jahre. Ein Tanz auf dem Vulkan! Ich will versuchen, diese besondere Kafka’sche Mischung aus Poesie, Finsternis, Humor und Musik auf die Bühne zu bringen, mit einem ganz und gar außergewöhnlichen Schauspieler-Ensemble.“

Zu diesem Ensemble gehört auch Ingrid Steeger als Fräulein Montag. Auch Fräulein Montag ist anders als in Kafkas Originaltext angelegt. Joern Hinkel: „Manche Sätze sind einzelnen Schauspielern auf den Leib geschrieben. – Beim Schreiben hat mich auch die Besetzung inspiriert, die teilweise schon vorher feststand.“

Titorelli, gespielt von Thorsten Nindel, bei Kafka ein Maler, ist in Joern Hinkels Fassung in erster Linie Fotograf, immer auf der Suche nach Geschichten und Bildern für die Zeitungen, die er bedient. Er weiß, dass das „System“ zu hinterfragen immer gefährlicher wird und glaubt, dass mit der Wahrheit kein Geld mehr zu verdienen ist und die Umstände ihn zu Unredlichkeit zwingen.

Jürgen Hartmann steht als Josefs Vorgesetzter auf der Bühne. Er wendet sich nicht sofort ab, er kündigt Josef auch nicht: er stellt ihn frei, schickt ihn in Zwangsurlaub.

Wie im Originaltext sucht Josef K. nach Aufklärung und Hilfe. So landet er mit Unterstützung seines Onkels (Günter Alt) und in Begleitung seiner Nichte (Nicole Sydow) bei einem Advokaten namens Huld. Dessen Machtspielchen stellt Dieter Laser mit unglaublicher Kraft dar. Er empfängt seinen Klienten im Bett, neben ihm liegt Leni (Lou Zöllkau), seine Angestellte. Da Huld - in dem Josef seine Rettung sieht - so sehr von sich eingenommen ist, bekommt diese Szene eine erschreckende Komik.

Joern Hinkel erwähnt in diesem Zusammenhang, dass Kafka sehr gelacht haben soll, als er Freunden aus dem „Prozess“ vorlas und entdeckt viel Komik in seinen Texten: „Es ist nicht die Komik, die einen vor Lachen auf die Schenkel klopfen lässt und die Tränen in die Augen treibt – was ich übrigens sehr liebe -, es ist eher eine Komik, die mich erstaunt, überrascht und mich schmunzeln lässt. Bei Kafka sind gerade die Nebenfiguren bis ins Groteske überzeichnet.“

Und so besetzte er Willem und Franz, die Beauftragten des Gerichts, mit den comedyerfahrenen Schauspielern Markus Majowski (z.B. DIE DREISTEN DREI/Sat1) und Thomas Maximilian Held (z.B. SECHSERPACK/ Sat1). Die Aufseherin, die das Duo ergänzt, spielt Maria Radomski.

Im Video erscheint die Moderatorin (z.B. ntv und NDR) Jule Gölsdorf mit Anweisungen des Gerichts an Josef K. fast unwirklich, aber auch bedrohlich in schwarz-weiß.

Kerstin Micheel, die Leiterin der Kostümabteilung der Bad Hersfelder Festspiele, hat von glanzvoller Abendrobe für die Nachtclubszene bis zu den grauen Anzügen der Gerichtsangestellten die Kostüme geschaffen.

Ungewöhnlich und originell ist auch das Bühnenbild. Die großen, fahrbaren Wände, die Jens Kilian entwickelt hat, erinnern an Aktenschränke, können aber auch Schränke in Josef K.s Schlafzimmer sein. Sie werden über die riesige Bühne bewegt und schaffen so immer neue Räume, bis sie den Blick auf die Apsis der Stiftsruine mit einer verhüllten Statue freigeben.

Eine ausgeklügelte Licht- und Tontechnik (Jörg Grünsfelder und Uli Schneider) sorgen zudem für einen erlebnisreichen Abend.

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Die 69. Bad Hersfelder Festspiele sind eröffnet

Mit einem Festakt haben die Fesstspiele begonnen. Festredner war der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel, Schirmherr Volker Bouffier, Ministerpräsident in Hessen hat die Festspiele offiziell eröffnet.

Viele prominente Gäste, darunter auch Volker Bouffier, Ministerpräsident des Landes Hessen, Michael Roth, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt (mit Intendant Joern Hinkel, Deniz Yücel und Michael Klöppner im Bild) Franz Josef Jung, ehem. Bundesverteidigungsminister, Wolfgang Bosbach, ehem. MdB, Petra Roth, ehem. Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt, Frank Lehmann (Börsenspezialist), die Schauspielerinnen Thamara Barth, Elisabeth Degen, Brigitte Grothum, Katja Weizenböck, Sarah Koch, Nina Petri, die Schauspieler Heinrich Schafmeister, Martin Semmelrogge, Horst Janson, Hans-Joachim Heist, (Hassknecht/ HEUTE SHOW), die Moderatorinnen Jule Gölsdorf und Mara Bergmann (ntv), Box-Legende Henry Maske, der Bestseller-Autor und Dramatiker Moritz Rinke, die Bischöfe, Dr. Michael Gerber, Fulda und Martin Hain, Kurhessen-Waldeck schritten über den Roten Teppich und sahen danach die Premiere DER PROZESS.

Vielen Medien waren vor Ort und berichten, darunter ZDF, Hessischer Rundfunk (Hörfunk und Fernsehen), radio ffh, Deutschlandfunk, dpa, BILD, BUNTE, Frankfurter Rundschau, Hersfelder Zeitung, Fuldaer Zeitung, Fulda Aktuell, Kreisanzeiger, Mannheimer Morgen,Leipziger Volkszeitung,  Osthessenzeitung, osthessennews und viele mehr ...

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Gefördert von Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien" title="Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst Landkreis Hersfeld-Rotenburg Kur- und Festspielstadt Bad Hersfeld

Intendant Joern Hinkel

Vorwort des Intendanten Joern Hinkel

Liebe Festspiel-Besucher,

unsere Welt ist im Umbruch. Demokratien verschwinden, manche stillschweigend, manche mit lautem Getöse. In vielen Ländern wird der Ruf nach einem starken Anführer laut, zu misstrauisch sind die Menschen geworden gegenüber jahrelangen Bündnissen, alt eingesessenen Strukturen. Große „Volksparteien“ verlieren ihre Wähler – und die Nutznießer dieser Verunsicherungen sind Schreihälse, Angstmacher, Demagogen, Kraftmeier. Dabei wären in einer immer komplizierter werdenden Welt, die voller Hunger, Krieg und Flucht ist, voller religiösem und politischen Größenwahn, die gleichzeitig in einem unfassbaren Tempo täglich neue Technologien entwickelt, die immer vernetzter, durchsichtiger und undurchsichtiger wird, verantwortungsvolle Menschen vonnöten, um die Rahmenbedingungen für unser aller Leben mitzugestalten.

Wie konnte es so weit kommen? Was kann man dagegen unternehmen? Ist es möglich, aus der Geschichte und begangenen Fehlern etwas zu lernen? Leider kann ich diese Fragen nicht beantworten. Vermutlich gibt es keine zufriedenstellenden Antworten darauf. - Was wir tun können, ist uns gegenseitig zu erzählen und zuzuhören. Wie ist es anderen in den Zeiten von Revolution und Krieg ergangen? Wie gingen sie mit ihrem neu errungenen Frieden um? Was taten sie, ihn zu bewahren? Was für Zeugnisse haben uns Autoren, Komponisten, Historiker oder Maler hinterlassen? Wie spiegeln sich ihre Zweifel, Ängste und Hoffnungen in unserem Alltag wider?

Theaterspielen ermöglicht Simulation und Reflektion. Wir bemühen uns, so aufrichtig wie möglich emotionale Versuchsanordnungen zu schaffen, in denen Sie, liebe Zuschauer, sich wiederfinden und selbst befragen können: „Wie würde ich in einer solchen Lage handeln? Was würde ich empfinden? Halte ich das, was die Figur da auf der Bühne tut, für richtig oder falsch?“ - Ich wünsche mir, dass es unserem Darsteller-Ensemble und allen Mitarbeitern auf und hinter der Bühne gelingt, in die vergangenen Welten der Autoren einzutauchen, ihren Figuren Leben einzuhauchen, dabei gleichzeitig etwas über unsere eigene Zeit zu erfahren und unser Publikum zu verzaubern, zu bewegen und zu inspirieren.

Joern Hinkel
Intendant

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Das waren die Bad Hersfelder Festspiele 2018


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