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News rund um die Festspiele

Aktuelles

Uwe Ochsenknecht: Das Experiment am 24. August

Ein Schauspieler. Ein versiegeltes Textbuch. Keine Probe.

Es ist ein einmaligen Experiment, dem sich Film- und Bühnenstar Uwe Ochsenknecht am Samstag, den 24. August ab 20:30 Uhr in der Stiftsruine stellen wird (Karten ab 22 Euro).

Der großartige Schauspieler (z.B.: DAS BOOT/ SCHTONK/MÄNNER) bekommt mit Beginn der Vorstellung am Samstag, den 24, August um 20:30 Uhr den Text in einem versiegelten Umschlag überreicht. Ohne Proben, ohne Regie wird er den Text zum ersten und einzigen Mal vor Publikum lesen und muss den Anweisungen des Autors folgen.

Intendant Joern Hinkel: „Vor etwa zwei Jahren habe ich das erste Mal von diesem unglaublichen Text gehört: Ein Stück, das der Schauspieler in einem versiegelten Umschlag erst auf der Bühne öffnen darf. Er hat keine Ahnung, was auf ihn zukommt. Ich habe sofort davon geträumt, es einmal in der Stiftsruine aufzuführen.“

Und nun ist es so weit: Uwe Ochsenknecht kennt das Manuskript nicht, das er auf der Bühne in die Hand bekommt. Er wird es auch vorher garantiert nicht lesen, sondern sich dem Ungewissen stellen und das Publikum mit auf eine Reise durch das spannende Theaterexperiment nehmen.

„Mit Uwe Ochsenknecht konnten wir einen Schauspieler gewinnen, der sich auf dieses verrückte Experiment einlässt. Ich kenne seine Spielfreude, seinen Witz, sein Improvisations-Talent, seinen Mut, sich auf unbekanntes Terrain zu bewegen, und bin unglaublich gespannt, was an diesem Abend auf unserer Bühne passiert. So unmittelbar und direkt wie bei diesem Stück kann ein Zuschauer unmöglich bei der Entstehung von Theater dabei sein.“, freut sich Joern Hinkel auf den Auftritt des bekannten Schauspielers.

Der junge Iraner Nassim Soleimanpour entwickelte mit WEISSES KANINCHEN, ROTES KANINCHEN eines der aufregendsten Experimente für einen Schauspieler der letzten Jahre: Eine ebenso spannende wie unterhaltsame Auseinandersetzung mit Macht, Manipulation und Gesellschaft.

Seit seiner Premiere 2011 wurde das Stück in über 15 Sprachen übersetzt, international mehrfach ausgezeichnet und weltweit gespielt. Ausgesetzt haben sich dem Experiment bisher unter anderem Prominente wie John Hurt, Ken Loach, Whoopi Goldberg, Corinna Harfouch und Christoph Maria Herbst.



 

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HAIR endlich wieder in der Stiftsruine

Es ist genau 50 Jahre her: Das WOODSTOCK-Festival begann am 15. August 1969 und endete am Morgen des 18. August. Passend zum Jubiläum und wegen der hohen Nachfrage nach Karten im letzten Sommer zeigen die Bad Hersfelder Festspiele das Musical HAIR ab dem 16. bis zum 31. August noch einmal in der Stiftsruine.

Regisseur Gil Mehmert schreibt dazu im Programmheft der Bad Hersfelder Festspiele zu seiner Inszenierung und dem Bühnenbild von Jens Kilian: „Das Setting ist eine Hommage an Woodstock und diesen unvergesslichen Summer of Love aus Musik, Liebe und Regen. Die Bühnenaufbauten sind nach diesem Open-Air-Ereignis aus dem Entstehungsjahr gestaltet. Die Texte sind immer noch eine Collage, diesmal aus dem Original-Skript, dem späteren Drehbuch und Zitaten vieler Protagonisten des Hippie-Zeitalters. HAIR soll in dieser Inszenierung eine Bewegung sein, die langsam anfängt, immer mehr Fahrt aufnimmt und schließlich alles mitreißt. HAIR ist und bleibt im wahrsten Sinne des Wortes: ein großer Trip! Ein Trip im Rausch des Lebens, das wir hier in all seinen Facetten auf der Bühne feiern. LET THE SUNSHINE IN!“

Auch 2019 präsentiert Regisseur Gil Mehmert wieder ein für ihn und Bad Hersfeld gewohnt hochkarätiges Ensemble. Dazu gehören (wie im letzten Jahr) als Claude Christof Messner (z.B. WEST SIDE STORY/ Vereinigten Bühnen Bozen, DER GESTIEFELTE KATER /Oper Graz oder FAME /Theater Kiel) und Bettina Mönch in der Rolle der Sheila (z.B. Sally in CABARET in Bad Hersfeld, Evita in EVITA oder Kate in KISS ME KATE an der Oper in Bonn). Neu im Ensemble ist Merlin Fargel als Berger (statt Ricardo Greco im Vorjahr). Ihn kennt das Publikum zum Beispiel aus DAS WUNDER VON BERN, als TARZAN in Oberhausen und als Ché in EVITA in Bonn. Markus Schneider spielt in diesem Sommer (statt Nils Klitsch) Woof. Zuletzt trat er bei den Domfestspielen in Magdeburg als Riff in WEST SIDE STORY und in der Hauptrolle in dem Musical COMPANY an den Landesbühnen Sachsen auf. Außerdem erleben die Zuschauer in diesem Sommer neben den vielen wunderbaren Tänzern und Sängern, die sie im letzten Jahr schon sehen konnten, Dionne Wudu, Maike Merkel, Samantha Turton, Nicky Milford, Pascal Cremer, Stefan Zenker als neue Ensemblemitglieder. Begleitet werden die wunderbaren Sängerinnen und Sänger, Tänzerinnen und Tänzer wieder Abend für Abend live von der Band der Bad Hersfelder Festspiele unter Leitung von Christoph Wohlleben.

Die Geschichte kreist um den jungen Claude Bukowski, den seine Eltern zum Militärdienst zwingen wollten. In New York stößt er auf eine Clique langmähniger Hippies, die einen alternativen Stil lebt. Claude findet sich in einer Dreierbeziehung wieder – zwischen der politisch engagierten Sheila und dem Anarchisten Berger. Und in dem Konflikt zwischen Kriegsdienst und Verweigerung. Die Vision von einer friedlicheren, besseren Welt endet letztlich in einem Albtraum, in dem die Schrecken des Krieges verdeutlicht werden.

Über 58 000 junge Amerikaner starben im Vietnam-Krieg, der erst 1975 zu Ende ging. Der kurze Sommer der Anarchie, von dem auch die Hippies in dem Musical HAIR singen, tanzen und träumen, hatte diesen Krieg trotz der Massenproteste nicht verhindern können.

50 Jahre später inszenierte Erfolgs-Regisseur Gil Mehmert 2018 HAIR in der Stiftsruine Zu seinen herausragenden Arbeiten gehören neben zahlreichen Musicals, darunter DAS WUNDER VON BERN in Hamburg, Bühnen-Bearbeitungen von Filmstoffen, aber auch aufwendige Open-Air-Produktionen wie die jeweils von ZDF bzw. WDR live übertragene Eröffnungsshow und das Finale der RUHR.2010. In Bad Hersfeld inszenierte Gil Mehmert SUNSET BOULEVARD im Sommer 2011 mit Helen Schneider, Rasmus Borkowski, Helmut Baumann und 2016 CABARET mit Bettina Mönch, Rasmus Borkowski, Helen Schneider und vielen anderen.

Zu seiner Inszenierung von HAIR in Bad Hersfeld sagt Regisseur Gil Mehmert: „Man kann HAIR nicht mehr so spielen, wie vor rund 50 Jahren. Aber man begibt sich immer auf dünnes Eis, wenn man sich an der Tagespolitik, oder zum Beispiel an Trump abarbeitet. Wir machen eine Ikonografie der 70er-Jahre. Es treten unter anderem Jimi Hendrix und Liz Taylor auf. Und wir zitieren natürlich Woodstock als DAS Happening dieser Zeit.“

Trotzdem ist der Stoff in seinen Augen so aktuell wie lange nicht: „Ich habe HAIR im Jahr 2001 schon mal inszeniert, und da kam es mir weiter weg vor. Bis zum Anschlag auf das World Trade Center lebten wir in politisch eher ruhigen Zeiten. Jetzt ist das anders, ganz besonders auch in den USA. Deshalb stellt sich jetzt wieder die Frage, wie sich gerade die junge Generation zum Weltgeschehen verhält.“

„Love and peace“ war das Motto der Hippie-Bewegung, viele der über 30 Songs aus HAIR wurden Hits. In Bad Hersfeld werden die Songs in englischer Sprache präsentiert, „weil die Songs eher Haltungen beschreiben und weniger die Handlung vorantreiben“, begründet Gil Mehmert diese Entscheidung. Gespielt wird aber auf Deutsch.

„Love and Peace“ ist also wieder das Motto in 13 Vorstellungen des Musicals HAIR in der Stiftsruine bis Ende August 2019.

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Zusatzvorstellungen: NIPPLEJESUS mit Andrés Mendez

Nachdem fast alle Vorstellungen ausverkauft waren und viele nach weiteren Karten gefragt haben, wird Andrés Mendez noch zwei Mal spielen. Karten für die Zusatzvostellungen am 23. und 24.8. jetzt sichern!


Der Türsteher und das Kunstwerk - auch den Kritikern gefällt NIPPLEJESUS:

Osthessen News schreibt:
"Nipple Jesus feiert Premiere in Kapelle:
Scheißjob im Namen der Kunst - grandiose schauspielerische Einzelleistung"" (Gudrun Schmidl)

Hersfelder Zeitung:
"„Nipplejesus“ ist lustig, regt aber auch zum Nachdenken an; nicht nur über Kunst, sondern zum Beispiel auch über Toleranz. Es wird außerdem deutlich, dass es oft die Perspektiven oder Beziehungen sind, die eine Meinung entstehen lassen. ... Unbedingt sehenswert!" (Nadine Maaz)

Kreisanzeiger:
"Nick Hornbys Stück „Nipplejesus“ ist auch ein bisschen eine Abrechnung mit der modernen Kunst. Die Idee von Wilts, das Stück in einem echten Museum und in einer echten Kapelle zu inszenieren, gibt dem Monolog eine ganz besondere Atmosphäre. Es ist ein sehr intimes Theater, denn der Zuschauerraum enthält nur 40 Sitzplätze. „Nipplejesus“ wird keine Minute langweilig, denn Andrés Mendez beherrscht Text, Mimik, Gestik – und nicht zuletzt das Publikum – voller Energie." (Christopher Göbel)

printzip:
"Ein einziger Schauspieler steht in einem kleinen Raum in einem Museum auf einer spärlichen Bühne – wird das nicht langweilig? Nein, die gut 60 Minuten, die „NIPPLEJESUS“ dauert, vergehen wie im Flug. Das liegt vor allem an dem unterhaltsamen Stück und an Schauspieler Andrés Mendez." (Markus Weber)

Zum Inhalt:

„Sie haben mir nicht erklärt, worum es ging, und auch nicht, warum sie dafür ausgerechnet einen wie mich brauchten. Hätten sie’s getan, hätte ich den Scheißjob ehrlich gesagt wohl nie genommen“ resümiert Andrés Mendez als Dave in NIPPLEJESUS gleich am Anfang der etwa einstündigen Inszenierung des Stückes von Nick Hornby. Regie führt die Dramaturgin der Bad Hersfelder Festspiele Dr. Bettina Wilts.

Warum Bettina Wilts Andrés Mendez für diese Inszenierung unbedingt engagieren wollte, war keine Frage und musste auch nicht lange erklärt werden. Die Rolle passt, er hat viel Spaß an ihr und er fürchtet sich nicht davor, rund eine Stunde lang alleine mit einem langen Text und einem Kunstwerk auf der Bühne zu stehen.

Dave hat also den Job in der Kunstgalerie angenommen. Bekommen hat er ihn nicht, weil er ein Kunstkenner ist, sondern weil er groß, schwer, tätowiert und glatzköpfig einen hier gewünschten Eindruck hinterlässt. Vorher war er Türsteher in einem Nacht-Club. Seine Frau war nicht mehr damit einverstanden, dass sie und die Kinder ihn nie sahen und die Arbeit zunehmend gefährlicher wurde.

Seine erste Aufgabe in der Galerie ist es, auf ein Kunstwerk in einem Raum aufzupassen, an dessen Eingang eine Warnung steht:
„ACHTUNG! In diesem Raum befindet sich ein Kunstwerk von kontroversem Charakter. Bitte treten Sie nicht ein, wenn Sie befürchten, in ihrem moralischen und religiösen Empfinden verletzt zu werden. Kein Zutritt unter 18.“

Dieses Kunstwerk an Daves neuem Arbeitsplatz löst heftige Kontroversen aus: „ … kennt ihr diese Bilder, die aus Punkten zusammengesetzt sind? Genauso war dieses Jesusbild gemacht, nur, dass alle Punkte Brustwarzen waren, Nippel. Und genauso hieß auch das Bild – NippleJesus.“

Da steht Dave nun vor „seinem“ Kunstwerk und beschreibt seine Annäherung an die neuen Aufgaben: „Wusstet ihr, dass man in einer Kunstausstellung nicht rauchen darf? Ich auch nicht. Verdammte Scheiße.“
Er erzählt, was er erlebt, wie die Besucher ihn und die Kunst besichtigen, wie er wiederum die Besucher betrachtet. Er beobachtet Geistliche, Journalisten, Politiker, Spinner und andere Galerie-Gäste und macht sich seine Gedanken. Eigentlich ist „sich Gedanken machen“ nicht so sein Ding, aber hier fängt er damit mal richtig an.

Das Kunstwerk NIPPLEJESUS gefällt ihm zunächst gar nicht, dann aber lernt er die Künstlerin Martha kennen, die freundlich und ohne Vorurteile mit ihm umgeht. Der ehemalige Türsteher mag Martha und nähert sich darüber auch dem Kunstobjekt immer mehr an, verteidigt es sogar, es wird zu seinem Bild.

Und dann wird er ausgetrickst. Ein vermeintlicher Angriff, ein Besucher mit einem wurfbereiten Ei lenkt ihn ab. Während er den Eierwerfer zum Ausgang bugsiert, wird NIPPLEJESUS attackiert ... und dann kommt alles anders, als er dachte.

Zum ersten Mal nutzen die Bad Hersfelder Festspiele die kleine Kapelle in der Galerie im Stift für eine Inszenierung. Andrés Mendez spielt inmitten von dort tatsächlich und ständig ausgestellten Bildern und Skulpturen vor jeweils 40 Zuschauern in 11 Vorstellungen, einige beginnen um 18 Uhr, andere um 20 Uhr und eine findet um Mitternacht, also Nachts im Museum statt. Eingang über die Abendkasse.

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"Parole Emil": Emil und die Detektive - Das Musical

hat Premiere gefeiert: Stehende Ovationen, Begeisterter Applaus! "Parole Emil" noch bis zum 31. August nicht nur für Kinder!

Fuldaer Zeitung:
"Schier aus dem Häuschen geraten auch die weit Älteren, zumal an dieser Produktion alles stimmt: das famose Ensemble mit 25 Kindern und Jugendlichen aus der Region sowie sechs Schauspielern; die vorzügliche, detailgenaue und temporeiche Inszenierung von Rainer Nierman; das flexible, ideenpralle Bühnenbild von Peter Sommerer mit immer neuen Koffer-Variationen; die dynamisch-fantasievolle Choreographie von Sabrina Stein und die leidenschaftliche musikalische Leitung von Helgo Hahn." (Christof Brandner)

Osthessen News:
"Bis dieser Ohrwurm die Großhirnrinde wieder verlassen hat, wird es Tage dauern. Als das Ensemble von „Emil und die Detektive“ beim vielminütigen Schlussapplaus mit stehenden Ovationen bei der Premiere am Sonntagmittag in der Bad Hersfelder Stiftsruine nochmal den schmissigen Song „Parole Emil“ anstimmte, war klar: Dieses Musical hat Suchtpotential. Zumindest meinte der zehnjährige Filius: „Da könnte ich glatt nochmal rein. Geil, geil, geil! ... Was sagte der Filius noch? „Schreib einfach: ,Besser geht’s nicht', Papa!“ Hiermit getan. – „Parole Emil!“" (Matthias Witzel)

Hersfelder Zeitung:
"Eine solch eingeschworene Truppe hat das Publikum des Familienstücks der Bad Hersfelder Festspiele in den 90 Minuten zuvor auch auf der Bühne erlebt. Denn denn die Musicalfassung von Erich Kästners „Emil und die Detektive“ von Marc Schubring und Wolfgang Adenberg, die am Sonntag in der Stiftsruine Premiere feierte, ist eine durchweg starke Ensembleleistung – und geradezu liebevoll gemachte Familienunterhaltung im besten Sinne.Eine schöne Geschichte von Erich Kästner, viele Lieder, die das Zeug zum Ohrwurm haben, ausgefeilte Choreographien und ein Ensemble aus Kindern und Erwachsenen, die viel Spaß an der Arbeit auf der Bühne haben – das ist EMIL UND DIE DETEKTIVE ab Sonntag, den 11. August in der Stiftsruine. ...Dank Witz, Situationskomik und zahlreicher Anspielungen gelingt es Regisseur Rainer Niermann, dass auch Erwachsene Gefallen an seiner Inszenierung finden.„Das ist eines der besten Musicals, die in den letzten 20 Jahren geschrieben worden sind“, sagt Regisseur Rainer Niermann. „Es ist wie ein Film, der auf einer Bühne umgesetzt wird.“ Er möchte nicht von einem Kinder-Musical sprechen, es ist eine Inszenierung für junge und erwachsene Festspiel-Besucher ab fünf Jahren.(Jan-Christoph Eisenberg)

lokalo24/Fulda Aktuell/Kreisanzeiger:
"Emil und die Detektive“ in Bad Hersfeld ist ein Familienmusical, das auf ganzer Linie begeistert und das vor allem durch die grandiose Leistung der Kinder und deren Spielfreude getragen wird. Das gesamte Ensemble legt eine Leistung hin, die ihresgleichen an anderen deutschen Festspielorten suchen dürfte. Spontane stehende Ovationen, Jubel und langer Applaus waren ein untrügliches Zeichen dafür, dass „Emil und die Detektive“ bei den „Bad Hersfelder Festspielen“ das Publikum mitgerissen hat." (Christopher Göbel)


Über EMIL UND DIE DETEKTIVE:

Rainer Niermann hat mit dem Ensemble aus 25 Kindern und sechs beliebten Festspielschauspielern (Mathias Schlung, Ute Reiber, Tilo Keiner, Annette Lubosch, Maximilian Wigger, Peter Englert) lange geprobt. Mit dabei waren natürlich immer die Choreografin Sabrina Stein und der musikalische Leiter Helgo Hahn.

Die Rolle des Emil übernimmt der 12-jährige Paul Rümann aus Kalbach bei Fulda. Er hat bereits Bühnenerfahrung, spielte 2016-18 den kleinen Rob in DER MEDICUS sowie im letzten Jahr Jim/Lloyd in DIE SCHATZINSEL in Fulda.

Viele der Kinder, die in EMIL UND DIE DETEKTIVE auftreten, sind Mitglieder des Vereins Sommernachtsträumer e.V., den Intendant Joern Hinkel in Bad Hersfeld mit gegründet hat. Der Verein fördert Kinder und Jugendliche, die am Theater interessiert sind, und arbeitet und inszeniert mit ihnen Stücke, wie zum Beispiel HERR DER FLIEGEN im letzten Frühjahr.

Intendant Joern Hinkel hat Erich Kästners EMIL UND DIE DETEKTIVE sehr gezielt ausgewählt: „Erich Kästners EMIL ist für mich eine Geschichte über Zusammenhalt, heute würde man sagen über „Solidarität“. Eine Gruppe von Kindern hilft, ohne mit der Wimper zu zucken, einem vollkommen fremden Jungen, der sich zum ersten Mal in einer Großstadt aufhält, bei der Jagd nach einem Dieb. Sie fangen den Gangster, indem sie zusammenhalten. Heute scheint es mehr Interesse an Mobbing und Wettbewerb, als an Zusammenhalt zu geben.“

Emil reist das erste Mal in seinem Leben in die Großstadt, nach Berlin zu seinen Verwandten. Seine Mutter hat ihm 140 Mark für die Großmutter mitgegeben. Aber kaum ist er im Eisenbahnabteil angekommen, wird ihm das Geld von einem Mitreisenden gestohlen. Weil Emil daheim etwas ausgefressen hat, traut er sich nicht, sich an den Polizisten auf dem Bahnsteig am Zoologischen Garten zu wenden. Also nimmt er auf eigene Faust die Verfolgung des Diebes auf. Auf seiner Suche wird er von einer Gruppe Berliner Jungs und Mädchen unterstützt. Ein großes Abenteuer inklusive nächtlicher Hotelbeschattung, Verfolgungsjagden und einem Finale in der Polizeiinspektion beginnt...

Komponist Marc Schubring und Autor Wolfgang Adenberg haben aus Kästners Klassiker ein Musical für die ganze Familie geschaffen, das mit seinen gefühl- und temperamentvollen Songs das Berlin der 1920er Jahre wieder aufleben lässt.

 

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Hersfeldpreise für Katharine Mehrling und Günter Alt

Mit dem Großen Hersfeldpreis 2019 bei den Bad Hersfelder Festspielen wird Katharine Mehrling für ihre Darstellung der Fanny Brice in dem Musical FUNNY GIRL ausgezeichnet. In der Inszenierung von Stefan Huber überzeugt sie als deutscher Bühnenstar in der Rolle einer Broadway-Legende und verkörpert eine selbstbewusste, starke Frau.

Katharine Mehrling spielt mit außerordentlicher physischer Präsenz die Geschichte der Fanny Brice vom frechen Pummelchen zur traurigen Diva, die selbstbestimmt weiter ihren Weg geht.
Katharine Mehrling begeistert als Sängerin facettenreich und mit fulminanter Stimme. Sie ist gleichermaßen sinnlich, komisch und zeigt menschliche Tiefe; eine Frau, deren Herz auf dem rechten Fleck und oft auf der Zunge sitzt.

Mit dem Großen Hersfeldpreis werden Darstellerinnen und Darsteller ausgezeichnet, die die weiträumige Bad Hersfelder Festspielstätte in Spiel und Sprache beherrschen und die sich in ihr als rollenausschöpfende Schauspielerpersönlichkeiten erweisen. Der erste Preisträger war im Jahr 1962 Hans Caninenberg. Zu den Preisträgern gehörten seitdem unter anderem auch Volker Lechtenbrink, Uwe Friedrichsen, Mario Adorf, Tilly Lauenstein, Helen Schneider, Christian Schmidt, Christian Nickel und im letzten Jahr Natalja Joselewitsch und Dennis Herrmann für ihre Rollen in SHAKESPEARE IN LOVE.

Mit dem Hersfeldpreis 2019 bei den Bad Hersfelder Festspielen wird Günter Alt für seine Rollen in Kafkas DER PROZESS ausgezeichnet. In der Romanbearbeitung und Regie von Joern Hinkel spielt er den Onkel Albert und den „Mann im Dom“. Für diese beiden unterschiedlichen Rollen findet er jeweils seinen eigenen Ton. Sein Onkel ist ein boulevardesker, hilfloser Typ, als „Mann im Dom“ setzt er als messerscharfer Intellektueller einen markanten Schlusspunkt.

Der Hersfeldpreis wird an Darstellerinnen und Darsteller vergeben, die sich durch ihre Leistung profiliert haben, wobei die Auszeichnung insbesondere den Nachwuchs-Schauspielern und/oder für „beste Nebenrolle“ zuerkannt werden soll. Der Hersfeld Preis wurde 1969 zum ersten Mal vergeben: Albert Hormann erhielt ihn. Im Laufe der Jahre kamen Namen wie Cornelia Froboess, Uwe Friedrichsen, Dietlinde Turban, Jutta Speidel, Marie-Therese Futterknecht, Christoph Wohlleben und im letzten Jahr Corinna Pohlmann dazu.

Mit einer besonderen lobenden Erwähnung hebt die Jury den Festakt zur Eröffnung der Bad Hersfelder Festspiele 2019 hervor. Drei außergewöhnliche Reden von Intendant Joern Hinkel, dem Journalisten Deniz Yücel und Ministerpräsident Volker Bouffier setzten starke gesellschaftspolitische Akzente. Aus Anlass des Mordes an Regierungspräsident Walter Lübcke, der vor zwei Jahren Ehrengast dieser Preisverleihung war, verbanden die Redner persönliche Statements mit einer klaren Analyse der gesellschaftlichen Situation. Die Rückbesinnung auf Kernsätze unseres Grundgesetzes wurde zu einer ergreifenden Mahnung.

Der auf offener Bühne ausgetragene Diskurs aus verschiedenen Blickwinkeln führte zu einem engagierten Appell für gemeinsame Werte, für Demokratie und Freiheit.

Hintergrund:
Die undotierten Hersfeldpreise werden von der Stadt Bad Hersfeld und der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine alljährlich vergeben. Eine unabhängige Jury entscheidet über die Vergabe der Preise. Die Hersfeldpreis-Jury: Martina Mattick-Stiller (ZDF/3sat, Vorsitz), Bettina Fraschke (HNA), Christoph Brandner (Fuldaer Zeitung), Hermann Diel (hr/Juryvorsitzender), Pit Rampelt (ZDF).

Uraufführung: A LONG WAY DOWN im Schloss Eichhof gelungen

Langer begeisterter Applaus belohnte das Ensemble nach der Uraufführung im Schloss Eichhof!

A LONG WAY DOWN nach dem Roman von Nick Hornby feierte Premiere:

Die Hersfelder Zeitung schreibt:
"„A long way down“ ist intelligentes Boulevard-Theater, ein unterhaltsamer Abend mit Tiefgang, wie von Regisseur Christian Nickel angekündigt. Das Premierenpublikum spendete dem kompletten Ensemble nach gut zweieinhalb Stunden lang anhaltenden und lauten Applaus, jedoch ohne sich von den Plätzen zu erheben." (Nadine Maaz)

OSTHESSEN NEWS:
"Alle vier Hauptdarsteller, es wäre in diesem Fall nicht fair, einen einzelnen besonders hervorzuheben, zeigten ein grandioses Spiel. Karsten Speck überzeugt in der Rolle als Martin, der – obwohl beruflich sowie privat gescheitert – noch immer eine gehörige Portion Überheblichkeit an den Tag legt. Mit Natascha Hirthe fühlt man mit, sie spielt das konservative und streng gläubige Mauerblümchen Maureen. Die Charaktere der beiden „Jungspunde“, Mick Riesbeck und Helena Sigal könnten unterschiedlicher kaum sein: Auf der einen Seite die rebellische, laute Jess, der es augenscheinlich im ersten Moment vollkommen an Empathie fehlt, andererseits der ruhigere – und besonnenere JJ, der mit seinen Einwänden zum Nachdenken anregt." (Miriam Rommel)

Fuldaer Zeitung:
"Gleichmäßig hoch ist die darstellerische Qualität der vier Hauptbeteiligten, ausgefeilt das Zusammenspiel. Karsten Speck gibt mit zynischer Überheblichkeit und schmieriger Lässigkeit den abgehalfterten Fernsehmoderator Martin, der "sein Leben im Klo runtergespült hat". Den scharfen Kontrast zu ihm bildet die schüchtern-prüde, verzweifelte und überforderte Maureen (Natascha Hirthe, eindrucksvoll und bewegend), die an der Pflege ihres behinderten Sohnes beinahe zerbricht. Fast schon übermotiviert wirft sich Helena Charlotte Sigal in die Rolle der ausgeflippt-schrägen Jess, die sich aus Liebeskummer umbringen will. Vierter im Bunde der verhinderten Selbstmörder: JJ, der gescheiterte Musiker (Mick Riesbeck, präsent, präzise und charmant)." (Christoph A. Brandner)


Die Geschichte:

Ein Mann steht auf dem Dach eines Hochhauses und will springen. Er wird von einer Frau angesprochen. Er antwortet: „Jesus! Ich war eigentlich gerade dabei mich umzubringen, aber kein Thema, für ein Autogramm ist immer Zeit. Aber was machen Sie eigentlich hier oben?“ Auch sie will springen, wenn auch aus ganz anderen Gründen. Es kommen noch zwei hinzu, die keine Lust mehr auf ihr Leben haben.

Vier potentielle Selbstmörder auf der Bühne im Schloss Eichhof? Dem Platz, an dem die Bad Hersfelder Festspiele eigentlich Komödien zeigen? Geht das? Ja, es geht, denn es fängt tragisch an, aber es kommt dann doch ganz anders, als man erwartet hat.

Die Dramaturgin der Bad Hersfelder Festspiele, Dr. Bettina Wilts hat den Roman A LONG WAY DOWN von Nick Hornby erstmals für die Bühne bearbeitet und eine kurzweilige, amüsante, aber auch tiefgründige Fassung geschaffen: „Hornby nimmt sich heraus, auch schwierige und traurige Themen wie Lebensmüdigkeit mit Humor – ja man kann sogar sagen: mit Lebensfreude – anzugehen. Das habe ich natürlich in die Theaterfassung übernommen.“

A LONG WAY DOWN – schon der Titel ist doppeldeutig – ist die Geschichte von vier Menschen, die sich in einer Silvesternacht zufällig auf dem Dach eines Londoner Hochhauses treffen. Martin ist ein gefallener Medienstar, er hatte Sex mit einer Minderjährigen, im Gefängnis gesessen und Familie und Karriere ruiniert; Maureen pflegt seit fast 20 Jahren alleine und überlastet ihren schwer behinderten Sohn; John Julius, genannt JJ, wäre gerne ein Rockstar, fährt aber Pizza aus, und Jess, die aufmüpfige Politikertochter, weiß nicht, warum ihr Freund sie verlassen hat ...

Alle vier sind gekommen, um A LONG WAY DOWN, den LANGEN WEG NACH UNTEN zu nehmen. Das Hochhaus ist bekannt dafür, sich für Selbstmord besonders zu eignen. Aber sie entschließen sich, von ihren Plänen abzurücken und machen sich zunächst gemeinsam auf die Suche nach dem Freund von Jess, denn da gibt es einiges zu klären! Und sie vereinbaren, den Selbstmord erst einmal zu verschieben.
Regisseur Christian Nickel sagt dazu: „Sie erinnern ein wenig an die Bremer Stadtmusikanten, die sich ja unter dem Motto ´etwas Besseres als den Tod finden wir überall´ auf ihren Weg machen.“
Vier fremde, sehr unterschiedliche Menschen, ihre Geschichten, Erfahrungen und Motive prallen aufeinander. Auf dem Weg zurück ins Leben entstehen berührende, komische und skurrile Szenen mit viel englischem Humor.

Karsten Speck, der den Martin spielt, eben diesen ehemaligen Talkmaster, der im Gefängnis saß, hat viel Spaß an dieser Rolle und sagt: „Die Figur hat nichts mit mir zu tun. Man muss kein Mörder sein, um einen Mörder zu spielen. Ich kann mir vorstellen, wie er sich fühlt und das sehe ich positiv. Ich glaube, es ist uns gelungen, die entscheidenden Charaktere herauszuarbeiten ...“

Christian Nickel fasst A LONG WAY DOWN so zusammen: „Mit klugem Humor erzählt Nick Hornby von der Brutalität und Einsamkeit des Großstadtlebens und von dem menschlichen Bedürfnis nach gegenseitiger Wahrnehmung, ein Thema, das erst einmal nicht zum Lachen reizt. Doch genau diese Herausforderung gefällt mir: auf der Bühne zu zeigen, wie aus Verzweiflung Lebensfreude und Lachen entstehen kann und daraus einen unterhaltenden Abend mit Tiefgang zu machen.“

In den letzten Jahren stand Christian Nickel in Bad Hersfeld in Hauptrollen auf der Bühne der Stiftsruine. Für seine Rollen in HEXENJAGD und MARTIN LUTHER-DER ANSCHLAG erhielt er 2016 und 2017 den Großen Hersfeldpreis, den eine Jury aus Kritikern vergibt, und für seine Auftritte als PEER GYNT gaben ihm die Besucher ihre Stimmen für den Zuschauerpreis 2018. Nun führt Christian Nickel das erste Mal in Bad Hersfeld Regie.

A LONG WAY DOWN wird in 30 Vorstellungen bis zum 25. August im Schloss Eichhof in Bad Hersfeld gezeigt. Die Karten kosten 29 Euro auf allen Plätzen.

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Intendant Joern Hinkel

Vorwort des Intendanten Joern Hinkel

Liebe Festspiel-Besucher,

unsere Welt ist im Umbruch. Demokratien verschwinden, manche stillschweigend, manche mit lautem Getöse. In vielen Ländern wird der Ruf nach einem starken Anführer laut, zu misstrauisch sind die Menschen geworden gegenüber jahrelangen Bündnissen, alt eingesessenen Strukturen. Große „Volksparteien“ verlieren ihre Wähler – und die Nutznießer dieser Verunsicherungen sind Schreihälse, Angstmacher, Demagogen, Kraftmeier. Dabei wären in einer immer komplizierter werdenden Welt, die voller Hunger, Krieg und Flucht ist, voller religiösem und politischen Größenwahn, die gleichzeitig in einem unfassbaren Tempo täglich neue Technologien entwickelt, die immer vernetzter, durchsichtiger und undurchsichtiger wird, verantwortungsvolle Menschen vonnöten, um die Rahmenbedingungen für unser aller Leben mitzugestalten.

Wie konnte es so weit kommen? Was kann man dagegen unternehmen? Ist es möglich, aus der Geschichte und begangenen Fehlern etwas zu lernen? Leider kann ich diese Fragen nicht beantworten. Vermutlich gibt es keine zufriedenstellenden Antworten darauf. - Was wir tun können, ist uns gegenseitig zu erzählen und zuzuhören. Wie ist es anderen in den Zeiten von Revolution und Krieg ergangen? Wie gingen sie mit ihrem neu errungenen Frieden um? Was taten sie, ihn zu bewahren? Was für Zeugnisse haben uns Autoren, Komponisten, Historiker oder Maler hinterlassen? Wie spiegeln sich ihre Zweifel, Ängste und Hoffnungen in unserem Alltag wider?

Theaterspielen ermöglicht Simulation und Reflektion. Wir bemühen uns, so aufrichtig wie möglich emotionale Versuchsanordnungen zu schaffen, in denen Sie, liebe Zuschauer, sich wiederfinden und selbst befragen können: „Wie würde ich in einer solchen Lage handeln? Was würde ich empfinden? Halte ich das, was die Figur da auf der Bühne tut, für richtig oder falsch?“ - Ich wünsche mir, dass es unserem Darsteller-Ensemble und allen Mitarbeitern auf und hinter der Bühne gelingt, in die vergangenen Welten der Autoren einzutauchen, ihren Figuren Leben einzuhauchen, dabei gleichzeitig etwas über unsere eigene Zeit zu erfahren und unser Publikum zu verzaubern, zu bewegen und zu inspirieren.

Joern Hinkel
Intendant

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