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News rund um die Festspiele

Aktuelles

Fast 96.000 Menschen besuchten die 69. Bad Hersfelder Festspiele

Bei den 69. Bad Hersfelder Festspielen beweist Intendant Joern Hinkel konsequent Mut zum Risiko: So setzt er mit seiner Inszenierung DER PROZESS nach dem Roman von Franz Kafka einen Stoff auf den Spielplan, den viele zunächst für zu schwere Kost für einen sommerlichen Theaterabend gehalten haben. Mit FUNNY GIRL wird ein eher unbekanntes Musical in der Stiftsruine aufgeführt, und mit dem Stück A LONG WAY DOWN weichen die Festspielmacher bereits zum zweiten Mal vom traditionellen Konzept ab, nur reine Boulevard-Komödien im Eichhof zu spielen. Doch das sind noch lange nicht alle Wagnisse im Bad Hersfelder Festspielsommer 2019: So feiern ganz neue Formate Premiere wie das Kinder-Musical EMIL UND DIE DETEKTIVE, DIE NACHTEULEN - eine Late-Night-Show um Mitternacht - die Stücke NIPPELJESUS, EIN BERICHT FÜR EINE AKADEMIE und die Lesung KAFKAS BRIEF AN DEN VATER in bisher für Theater nicht genutzten Räumen im Museum, last but not least der experimentelle Theater-Abend mit Uwe Ochsenknecht in der Stiftsruine, der ein Stück spielt, ohne vorher den Text zu kennen. Frisch, frech, fabelhaft, sind Adjektive in E-Mails, die die Festspielleitung erreichen. Der Mut wird belohnt! Die 69. Bad Hersfelder Festspiele unter der Intendanz von Joern Hinkel gehen mit einem ausgezeichneten Ergebnis zu Ende: Die Besucherzahl gegenüber der ebenfalls erfolgreichen Festspielsaison 2018 konnte durch die neuen Veranstaltungsformate und den gelungenen PROZESS noch einmal leicht gesteigert werden.

Die Eröffnungs-Premiere des Stückes DER PROZESS nach dem Roman von Franz Kafka in der Inszenierung von Joern Hinkel, die von Publikum und Kritikern gleichermaßen gefeiert wird, erzielt eine Steigerung von fast 20 Prozent bei 18 Aufführungen. Über 19. 000 Menschen sehen den PROZESS, was einer Auslastung von rund 80 Prozent entspricht, im Vorjahr konnte PEER GYNT eine Auslastung von über 60 Prozent verbuchen.

Aber auch alle anderen Inszenierungen haben erfreuliche Ergebnisse gebracht und so freuen sich nun alle auf die nächste Festspielsaison: Die 70. Bad Hersfelder Festspiele werden am 26. Juni 2020 eröffnet und bis zum 23. August 2020 dauern.

Intendant Joern Hinkel freut sich über das Ergebnis: "Ich bin dankbar, dass die Zuschauer uns ihr Vertrauen geschenkt und sich auf die ungewöhnlichen Stoffe eingelassen haben, die wir ihnen in diesem Jahr präsentiert haben, die nicht zum üblichen Kanon eines Sommertheater-Festivals gehören. Es macht mir Mut, dass wir bei den Bad Hersfelder Festspielen das Außergewöhnliche wagen können, dass unser Publikum bereit ist, sich Geschichten anzusehen, die gleichzeitig unterhaltsam und anspruchsvoll sind. Und ich bin glücklich, jeden Sommer mit so kreativen Menschen arbeiten zu dürfen, die die Festspiele niemals als reinen Job oder Routine betrachten, sondern die sich so ernsthaft und voller Leidenschaft in die Arbeit stürzen und jeden Abend alles geben. Das überträgt sich natürlich auch aufs Publikum."

Insgesamt kamen fast 96.000 (Vorjahr: rund 94.000) Menschen zu allen Veranstaltungen der Bad Hersfelder Festspiele, die Gesamtauslastung lag mit 86 Prozent bei einer Gesamtkapazität von 111.958 Tickets. Auch das Einnahmeziel von über vier Millionen Euro an Ticketverkäufen wurde erreicht. Das bundesweite Medieninteresse war riesig.

Der Bad Hersfelder Bürgermeister Thomas Fehling ist voll des Lobes für die diesjährige Festspielsaison und gratuliert Intendant Joern Hinkel. „Mir hat gefallen, dass einerseits der Markenkern der Festspiele erhalten wurde und andererseits neue Formate im Stiftsbezirk auf dem Spielplan zu finden waren, die neugierig machen und überraschen.“ Der Bürgermeister zeigte sich glücklich darüber, dass Bad Hersfeld in diesem Sommer zweimal bundesweit für positive Schlagzeilen sorgte. „Ich freue mich, dass zum Hessentag so viele Gäste kamen und anschließend auch die Festspiele hervorragende Besucher-Zahlen verbuchen können.“

Die 69. Bad Hersfelder Festspiele endeten am Sonntag, den 1. September mit der Abschlussgale FINALE FURIOSO (Bild: (c)  S.Sennewald)

 

Zuschauerpreis 2019 geht an Katharine Mehrling

Das Publikum hat abgestimmt und Katharine Mehrling ist die Preisträgerin 2019. Nachdem ihr bereits die Jury aus Kritikern in diesem Jahr den großen Hersfeldpreis zuerkannt hatte, haben nun auch die Zuschauer ihre Leistung belohnt.

Katharine Mehrling spielt in FUNNY GIRL, dem neuen Musical des Sommers 2019 die Hauptrolle Fanny Brice. In der Inszenierung von Stefan Huber überzeugt sie als deutscher Bühnenstar in der Rolle einer Broadway-Legende und verkörpert eine selbstbewusste, starke Frau.

Der Preis wurde im Rahmen des festlichen Abschlusses der Festspiel-Saison 2019, dem FINALE FURIOSO verliehen. Katharine Mehrling musste im Laufe des Abends überraschend ihre Rolle wechseln, um den Preis entgegen zu nehmen. Sie war gemeinsam mit Mathias Schlung auch Moderatorin des Abends.

Aufgetreten sind im FINALE FURIOSO am Sonntag Abend in der ausverkauften Stiftsruine mit 1300 Plätzen unter anderem auch noch einmal Marianne Sägebrecht, Günter Alt, Markus Majowski, Corinna Pohlmann (alle DER PROZESS), Ute Reiber (EMIL UND DIE DETEKTIVE), Merlin Fargel, Christof Messner, Dionne Wudu (HAIR), Alen Hodzovic (FUNNY GIRL), Natascha Hirthe (ALONG WAY DOWN) und natürlich das großartige Orchester der Bad Hersfelder Festspiele unter der Leitung von Christoph Wohlleben.

Der Zuschauerpreis
Seit 1995 wird der undotierte Zuschauerpreis der Bad Hersfelder Festspiele verliehen.

Seit drei Jahren kann auch online gevotet werden. Dank der Unterstützung der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, die eine entsprechende Programmierung zur Verfügung gestellt hat.

Der Bad Hersfelder Goldschmied Matthias Laufer-Klitsch hat den Preis, einen Ring, gemeinsam mit Volker Lechtenbrink, der von 1995 bis 1997 Intendant der Bad Hersfelder Festspiele war, entwickelt. Die Ringe werden im Atelier des Juweliers gefertigt. Er zeigt die Bögen der Stiftsruine, eine lachende und eine weinende Maske als Symbol für das Theater sowie die Schwurhand Karls des Großen (die sich einst als steinerne Skulptur über der unversehrten Stiftskirche befand) als Symbol für die (reichs-)klösterliche Vergangenheit der Spielstätte.

Preisträger im letzten Jahr war Christian Nickel für seine Hauptrolle in PEER GYNT, im Jahr davor ging der Preis an Robert Joseph Bartl (MARTIN LUTHER - DER ANSCHLAG).

FINALE FURIOSO – die Gala zum Abschluss der Festspiele

Die Bad Hersfelder Festspiele sind vorbei. Der festliche Abschluss der Saison, das FINALE FURIOSO war die letzte Veranstaltung der Saison 2019. Ein zauberhaftes, außergewöhnliches Konzert mit klassischen und modernen Orchesterstücken, Soli, Duetten und hinreißenden Ensemble-Nummern.

Moderiert wurde die Gala von Katharine Mehrling und Mathias Schlung. Dabei waren u.a.: Marianne Sägebrecht, Günter Alt, Markus Majowski, Corinna Pohlmann (alle DER PROZESS), Ute Reiber (EMIL UND DIE DETEKTIVE), Merlin Fargel, Christof Messner, Donne Wudu (HAIR), Alen Hodzovic (FUNNY GIRL), Natascha Hirthe (ALONG WAY DOWN) und natürlich das großartige Orchester der Bad Hersfelder Festspiele unter der Leitung von Christoph Wohlleben.

Die Künstler präsentierten Lieblings-Texte und Lieblings-Songs, vom Chanson über Jazz-Standards bis hin zu Rock und Pop. Es wurden zum Beispiel Filmmusiken aus „Out of Africa“ oder „Krieg der Sterne“ und Titel wie „Bohemian Rhapsody“ und „Skyfall“ gespielt und präsentiert.

Im Rahmen der Abschluss-Gala wurde außerdem der begehrte Zuschauerpreis  zum 25. Mal in Folge verliehen. Er ging an Katharine Mehrling!

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HAIR begeisterte wieder in der Stiftsruine

Es ist genau 50 Jahre her: Das WOODSTOCK-Festival begann am 15. August 1969 und endete am Morgen des 18. August. Passend zum Jubiläum und wegen der hohen Nachfrage nach Karten im letzten Sommer zeigen die Bad Hersfelder Festspiele das Musical HAIR ab dem 16. bis zum 31. August noch einmal in der Stiftsruine.

Regisseur Gil Mehmert schreibt dazu im Programmheft der Bad Hersfelder Festspiele zu seiner Inszenierung und dem Bühnenbild von Jens Kilian: „Das Setting ist eine Hommage an Woodstock und diesen unvergesslichen Summer of Love aus Musik, Liebe und Regen. Die Bühnenaufbauten sind nach diesem Open-Air-Ereignis aus dem Entstehungsjahr gestaltet. Die Texte sind immer noch eine Collage, diesmal aus dem Original-Skript, dem späteren Drehbuch und Zitaten vieler Protagonisten des Hippie-Zeitalters. HAIR soll in dieser Inszenierung eine Bewegung sein, die langsam anfängt, immer mehr Fahrt aufnimmt und schließlich alles mitreißt. HAIR ist und bleibt im wahrsten Sinne des Wortes: ein großer Trip! Ein Trip im Rausch des Lebens, das wir hier in all seinen Facetten auf der Bühne feiern. LET THE SUNSHINE IN!“

Auch 2019 präsentiert Regisseur Gil Mehmert wieder ein für ihn und Bad Hersfeld gewohnt hochkarätiges Ensemble. Dazu gehören (wie im letzten Jahr) als Claude Christof Messner (z.B. WEST SIDE STORY/ Vereinigten Bühnen Bozen, DER GESTIEFELTE KATER /Oper Graz oder FAME /Theater Kiel) und Bettina Mönch in der Rolle der Sheila (z.B. Sally in CABARET in Bad Hersfeld, Evita in EVITA oder Kate in KISS ME KATE an der Oper in Bonn). Neu im Ensemble ist Merlin Fargel als Berger (statt Ricardo Greco im Vorjahr). Ihn kennt das Publikum zum Beispiel aus DAS WUNDER VON BERN, als TARZAN in Oberhausen und als Ché in EVITA in Bonn. Markus Schneider spielt in diesem Sommer (statt Nils Klitsch) Woof. Zuletzt trat er bei den Domfestspielen in Magdeburg als Riff in WEST SIDE STORY und in der Hauptrolle in dem Musical COMPANY an den Landesbühnen Sachsen auf. Außerdem erleben die Zuschauer in diesem Sommer neben den vielen wunderbaren Tänzern und Sängern, die sie im letzten Jahr schon sehen konnten, Dionne Wudu, Maike Merkel, Samantha Turton, Nicky Milford, Pascal Cremer, Stefan Zenker als neue Ensemblemitglieder. Begleitet werden die wunderbaren Sängerinnen und Sänger, Tänzerinnen und Tänzer wieder Abend für Abend live von der Band der Bad Hersfelder Festspiele unter Leitung von Christoph Wohlleben.

Die Geschichte kreist um den jungen Claude Bukowski, den seine Eltern zum Militärdienst zwingen wollten. In New York stößt er auf eine Clique langmähniger Hippies, die einen alternativen Stil lebt. Claude findet sich in einer Dreierbeziehung wieder – zwischen der politisch engagierten Sheila und dem Anarchisten Berger. Und in dem Konflikt zwischen Kriegsdienst und Verweigerung. Die Vision von einer friedlicheren, besseren Welt endet letztlich in einem Albtraum, in dem die Schrecken des Krieges verdeutlicht werden.

Über 58 000 junge Amerikaner starben im Vietnam-Krieg, der erst 1975 zu Ende ging. Der kurze Sommer der Anarchie, von dem auch die Hippies in dem Musical HAIR singen, tanzen und träumen, hatte diesen Krieg trotz der Massenproteste nicht verhindern können.

50 Jahre später inszenierte Erfolgs-Regisseur Gil Mehmert 2018 HAIR in der Stiftsruine Zu seinen herausragenden Arbeiten gehören neben zahlreichen Musicals, darunter DAS WUNDER VON BERN in Hamburg, Bühnen-Bearbeitungen von Filmstoffen, aber auch aufwendige Open-Air-Produktionen wie die jeweils von ZDF bzw. WDR live übertragene Eröffnungsshow und das Finale der RUHR.2010. In Bad Hersfeld inszenierte Gil Mehmert SUNSET BOULEVARD im Sommer 2011 mit Helen Schneider, Rasmus Borkowski, Helmut Baumann und 2016 CABARET mit Bettina Mönch, Rasmus Borkowski, Helen Schneider und vielen anderen.

Zu seiner Inszenierung von HAIR in Bad Hersfeld sagt Regisseur Gil Mehmert: „Man kann HAIR nicht mehr so spielen, wie vor rund 50 Jahren. Aber man begibt sich immer auf dünnes Eis, wenn man sich an der Tagespolitik, oder zum Beispiel an Trump abarbeitet. Wir machen eine Ikonografie der 70er-Jahre. Es treten unter anderem Jimi Hendrix und Liz Taylor auf. Und wir zitieren natürlich Woodstock als DAS Happening dieser Zeit.“

Trotzdem ist der Stoff in seinen Augen so aktuell wie lange nicht: „Ich habe HAIR im Jahr 2001 schon mal inszeniert, und da kam es mir weiter weg vor. Bis zum Anschlag auf das World Trade Center lebten wir in politisch eher ruhigen Zeiten. Jetzt ist das anders, ganz besonders auch in den USA. Deshalb stellt sich jetzt wieder die Frage, wie sich gerade die junge Generation zum Weltgeschehen verhält.“

„Love and peace“ war das Motto der Hippie-Bewegung, viele der über 30 Songs aus HAIR wurden Hits. In Bad Hersfeld werden die Songs in englischer Sprache präsentiert, „weil die Songs eher Haltungen beschreiben und weniger die Handlung vorantreiben“, begründet Gil Mehmert diese Entscheidung. Gespielt wird aber auf Deutsch.

„Love and Peace“ war also wieder das Motto in 13 Vorstellungen des Musicals HAIR in der Stiftsruine.

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"Parole Emil": Emil und die Detektive - Das Musical

Stehende Ovationen, Begeisterter Applaus! Und auch die Kritiker waren begeistert:

Fuldaer Zeitung:
"Schier aus dem Häuschen geraten auch die weit Älteren, zumal an dieser Produktion alles stimmt: das famose Ensemble mit 25 Kindern und Jugendlichen aus der Region sowie sechs Schauspielern; die vorzügliche, detailgenaue und temporeiche Inszenierung von Rainer Nierman; das flexible, ideenpralle Bühnenbild von Peter Sommerer mit immer neuen Koffer-Variationen; die dynamisch-fantasievolle Choreographie von Sabrina Stein und die leidenschaftliche musikalische Leitung von Helgo Hahn." (Christof Brandner)

Osthessen News:
"Bis dieser Ohrwurm die Großhirnrinde wieder verlassen hat, wird es Tage dauern. Als das Ensemble von „Emil und die Detektive“ beim vielminütigen Schlussapplaus mit stehenden Ovationen bei der Premiere am Sonntagmittag in der Bad Hersfelder Stiftsruine nochmal den schmissigen Song „Parole Emil“ anstimmte, war klar: Dieses Musical hat Suchtpotential. Zumindest meinte der zehnjährige Filius: „Da könnte ich glatt nochmal rein. Geil, geil, geil! ... Was sagte der Filius noch? „Schreib einfach: ,Besser geht’s nicht', Papa!“ Hiermit getan. – „Parole Emil!“" (Matthias Witzel)

Hersfelder Zeitung:
"Eine solch eingeschworene Truppe hat das Publikum des Familienstücks der Bad Hersfelder Festspiele in den 90 Minuten zuvor auch auf der Bühne erlebt. Denn denn die Musicalfassung von Erich Kästners „Emil und die Detektive“ von Marc Schubring und Wolfgang Adenberg, die am Sonntag in der Stiftsruine Premiere feierte, ist eine durchweg starke Ensembleleistung – und geradezu liebevoll gemachte Familienunterhaltung im besten Sinne.Eine schöne Geschichte von Erich Kästner, viele Lieder, die das Zeug zum Ohrwurm haben, ausgefeilte Choreographien und ein Ensemble aus Kindern und Erwachsenen, die viel Spaß an der Arbeit auf der Bühne haben – das ist EMIL UND DIE DETEKTIVE ab Sonntag, den 11. August in der Stiftsruine. ...Dank Witz, Situationskomik und zahlreicher Anspielungen gelingt es Regisseur Rainer Niermann, dass auch Erwachsene Gefallen an seiner Inszenierung finden.„Das ist eines der besten Musicals, die in den letzten 20 Jahren geschrieben worden sind“, sagt Regisseur Rainer Niermann. „Es ist wie ein Film, der auf einer Bühne umgesetzt wird.“ Er möchte nicht von einem Kinder-Musical sprechen, es ist eine Inszenierung für junge und erwachsene Festspiel-Besucher ab fünf Jahren.(Jan-Christoph Eisenberg)

lokalo24/Fulda Aktuell/Kreisanzeiger:
"Emil und die Detektive“ in Bad Hersfeld ist ein Familienmusical, das auf ganzer Linie begeistert und das vor allem durch die grandiose Leistung der Kinder und deren Spielfreude getragen wird. Das gesamte Ensemble legt eine Leistung hin, die ihresgleichen an anderen deutschen Festspielorten suchen dürfte. Spontane stehende Ovationen, Jubel und langer Applaus waren ein untrügliches Zeichen dafür, dass „Emil und die Detektive“ bei den „Bad Hersfelder Festspielen“ das Publikum mitgerissen hat." (Christopher Göbel)


Über EMIL UND DIE DETEKTIVE:

Rainer Niermann hat mit dem Ensemble aus 25 Kindern und sechs beliebten Festspielschauspielern (Mathias Schlung, Ute Reiber, Tilo Keiner, Annette Lubosch, Maximilian Wigger, Peter Englert) lange geprobt. Mit dabei waren natürlich immer die Choreografin Sabrina Stein und der musikalische Leiter Helgo Hahn.

Die Rolle des Emil übernimmt der 12-jährige Paul Rümann aus Kalbach bei Fulda. Er hat bereits Bühnenerfahrung, spielte 2016-18 den kleinen Rob in DER MEDICUS sowie im letzten Jahr Jim/Lloyd in DIE SCHATZINSEL in Fulda.

Viele der Kinder, die in EMIL UND DIE DETEKTIVE auftreten, sind Mitglieder des Vereins Sommernachtsträumer e.V., den Intendant Joern Hinkel in Bad Hersfeld mit gegründet hat. Der Verein fördert Kinder und Jugendliche, die am Theater interessiert sind, und arbeitet und inszeniert mit ihnen Stücke, wie zum Beispiel HERR DER FLIEGEN im letzten Frühjahr.

Intendant Joern Hinkel hat Erich Kästners EMIL UND DIE DETEKTIVE sehr gezielt ausgewählt: „Erich Kästners EMIL ist für mich eine Geschichte über Zusammenhalt, heute würde man sagen über „Solidarität“. Eine Gruppe von Kindern hilft, ohne mit der Wimper zu zucken, einem vollkommen fremden Jungen, der sich zum ersten Mal in einer Großstadt aufhält, bei der Jagd nach einem Dieb. Sie fangen den Gangster, indem sie zusammenhalten. Heute scheint es mehr Interesse an Mobbing und Wettbewerb, als an Zusammenhalt zu geben.“

Emil reist das erste Mal in seinem Leben in die Großstadt, nach Berlin zu seinen Verwandten. Seine Mutter hat ihm 140 Mark für die Großmutter mitgegeben. Aber kaum ist er im Eisenbahnabteil angekommen, wird ihm das Geld von einem Mitreisenden gestohlen. Weil Emil daheim etwas ausgefressen hat, traut er sich nicht, sich an den Polizisten auf dem Bahnsteig am Zoologischen Garten zu wenden. Also nimmt er auf eigene Faust die Verfolgung des Diebes auf. Auf seiner Suche wird er von einer Gruppe Berliner Jungs und Mädchen unterstützt. Ein großes Abenteuer inklusive nächtlicher Hotelbeschattung, Verfolgungsjagden und einem Finale in der Polizeiinspektion beginnt...

Komponist Marc Schubring und Autor Wolfgang Adenberg haben aus Kästners Klassiker ein Musical für die ganze Familie geschaffen, das mit seinen gefühl- und temperamentvollen Songs das Berlin der 1920er Jahre wieder aufleben lässt.

 

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Hersfeldpreise für Katharine Mehrling und Günter Alt

Mit dem Großen Hersfeldpreis 2019 bei den Bad Hersfelder Festspielen wird Katharine Mehrling für ihre Darstellung der Fanny Brice in dem Musical FUNNY GIRL ausgezeichnet. In der Inszenierung von Stefan Huber überzeugt sie als deutscher Bühnenstar in der Rolle einer Broadway-Legende und verkörpert eine selbstbewusste, starke Frau.

Katharine Mehrling spielt mit außerordentlicher physischer Präsenz die Geschichte der Fanny Brice vom frechen Pummelchen zur traurigen Diva, die selbstbestimmt weiter ihren Weg geht.
Katharine Mehrling begeistert als Sängerin facettenreich und mit fulminanter Stimme. Sie ist gleichermaßen sinnlich, komisch und zeigt menschliche Tiefe; eine Frau, deren Herz auf dem rechten Fleck und oft auf der Zunge sitzt.

Mit dem Großen Hersfeldpreis werden Darstellerinnen und Darsteller ausgezeichnet, die die weiträumige Bad Hersfelder Festspielstätte in Spiel und Sprache beherrschen und die sich in ihr als rollenausschöpfende Schauspielerpersönlichkeiten erweisen. Der erste Preisträger war im Jahr 1962 Hans Caninenberg. Zu den Preisträgern gehörten seitdem unter anderem auch Volker Lechtenbrink, Uwe Friedrichsen, Mario Adorf, Tilly Lauenstein, Helen Schneider, Christian Schmidt, Christian Nickel und im letzten Jahr Natalja Joselewitsch und Dennis Herrmann für ihre Rollen in SHAKESPEARE IN LOVE.

Mit dem Hersfeldpreis 2019 bei den Bad Hersfelder Festspielen wird Günter Alt für seine Rollen in Kafkas DER PROZESS ausgezeichnet. In der Romanbearbeitung und Regie von Joern Hinkel spielt er den Onkel Albert und den „Mann im Dom“. Für diese beiden unterschiedlichen Rollen findet er jeweils seinen eigenen Ton. Sein Onkel ist ein boulevardesker, hilfloser Typ, als „Mann im Dom“ setzt er als messerscharfer Intellektueller einen markanten Schlusspunkt.

Der Hersfeldpreis wird an Darstellerinnen und Darsteller vergeben, die sich durch ihre Leistung profiliert haben, wobei die Auszeichnung insbesondere den Nachwuchs-Schauspielern und/oder für „beste Nebenrolle“ zuerkannt werden soll. Der Hersfeld Preis wurde 1969 zum ersten Mal vergeben: Albert Hormann erhielt ihn. Im Laufe der Jahre kamen Namen wie Cornelia Froboess, Uwe Friedrichsen, Dietlinde Turban, Jutta Speidel, Marie-Therese Futterknecht, Christoph Wohlleben und im letzten Jahr Corinna Pohlmann dazu.

Mit einer besonderen lobenden Erwähnung hebt die Jury den Festakt zur Eröffnung der Bad Hersfelder Festspiele 2019 hervor. Drei außergewöhnliche Reden von Intendant Joern Hinkel, dem Journalisten Deniz Yücel und Ministerpräsident Volker Bouffier setzten starke gesellschaftspolitische Akzente. Aus Anlass des Mordes an Regierungspräsident Walter Lübcke, der vor zwei Jahren Ehrengast dieser Preisverleihung war, verbanden die Redner persönliche Statements mit einer klaren Analyse der gesellschaftlichen Situation. Die Rückbesinnung auf Kernsätze unseres Grundgesetzes wurde zu einer ergreifenden Mahnung.

Der auf offener Bühne ausgetragene Diskurs aus verschiedenen Blickwinkeln führte zu einem engagierten Appell für gemeinsame Werte, für Demokratie und Freiheit.

Hintergrund:
Die undotierten Hersfeldpreise werden von der Stadt Bad Hersfeld und der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine alljährlich vergeben. Eine unabhängige Jury entscheidet über die Vergabe der Preise. Die Hersfeldpreis-Jury: Martina Mattick-Stiller (ZDF/3sat, Vorsitz), Bettina Fraschke (HNA), Christoph Brandner (Fuldaer Zeitung), Hermann Diel (hr/Juryvorsitzender), Pit Rampelt (ZDF).


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Intendant Joern Hinkel

Vorwort des Intendanten Joern Hinkel

Liebe Festspiel-Besucher,

unsere Welt ist im Umbruch. Demokratien verschwinden, manche stillschweigend, manche mit lautem Getöse. In vielen Ländern wird der Ruf nach einem starken Anführer laut, zu misstrauisch sind die Menschen geworden gegenüber jahrelangen Bündnissen, alt eingesessenen Strukturen. Große „Volksparteien“ verlieren ihre Wähler – und die Nutznießer dieser Verunsicherungen sind Schreihälse, Angstmacher, Demagogen, Kraftmeier. Dabei wären in einer immer komplizierter werdenden Welt, die voller Hunger, Krieg und Flucht ist, voller religiösem und politischen Größenwahn, die gleichzeitig in einem unfassbaren Tempo täglich neue Technologien entwickelt, die immer vernetzter, durchsichtiger und undurchsichtiger wird, verantwortungsvolle Menschen vonnöten, um die Rahmenbedingungen für unser aller Leben mitzugestalten.

Wie konnte es so weit kommen? Was kann man dagegen unternehmen? Ist es möglich, aus der Geschichte und begangenen Fehlern etwas zu lernen? Leider kann ich diese Fragen nicht beantworten. Vermutlich gibt es keine zufriedenstellenden Antworten darauf. - Was wir tun können, ist uns gegenseitig zu erzählen und zuzuhören. Wie ist es anderen in den Zeiten von Revolution und Krieg ergangen? Wie gingen sie mit ihrem neu errungenen Frieden um? Was taten sie, ihn zu bewahren? Was für Zeugnisse haben uns Autoren, Komponisten, Historiker oder Maler hinterlassen? Wie spiegeln sich ihre Zweifel, Ängste und Hoffnungen in unserem Alltag wider?

Theaterspielen ermöglicht Simulation und Reflektion. Wir bemühen uns, so aufrichtig wie möglich emotionale Versuchsanordnungen zu schaffen, in denen Sie, liebe Zuschauer, sich wiederfinden und selbst befragen können: „Wie würde ich in einer solchen Lage handeln? Was würde ich empfinden? Halte ich das, was die Figur da auf der Bühne tut, für richtig oder falsch?“ - Ich wünsche mir, dass es unserem Darsteller-Ensemble und allen Mitarbeitern auf und hinter der Bühne gelingt, in die vergangenen Welten der Autoren einzutauchen, ihren Figuren Leben einzuhauchen, dabei gleichzeitig etwas über unsere eigene Zeit zu erfahren und unser Publikum zu verzaubern, zu bewegen und zu inspirieren.

Joern Hinkel
Intendant

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Das waren die Bad Hersfelder Festspiele 2018


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