News rund um die Festspiele

Aktuelles

Hervorragendes Ergebnis für die 68. Bad Hersfelder Festspiele

Gesamtauslastung von rund 86 Prozent - Punktlandung bei den Einnahmenzielen: Großer Erfolg für Intendant Joern Hinkel

Intendant Joern Hinkel hat in seiner ersten Spielzeit bei den Bad Hersfelder Festspielen eine Punklandung erzielt. Die Festspiele 2018 gingen mit einer hervorragenden Gesamtauslastung zu Ende, insgesamt wurden rund 86 Prozent aller Karten (Gesamtkapazität rund 110.000) verkauft, über 94.000 Besucher kamen in diesem Sommer zu den Bad Hersfelder Festspielen. Auch das Einnahmeziel von über 4,2 Millionen Euro wurde erreicht, das belegen die aktuellen Zahlen. Festspiel-Intendant Joern Hinkel ist glücklich über dieses erfolgreiche Ergebnis: ,,Meine Erwartungen wurden übertroffen, ich bin sehr zufrieden. Dass wir unseren Zuschauern so unglaublich unterschiedliche, kraftvolle und mitreißende Inszenierungen zeigen konnten, verdanke ich einem phantastischen Team auf und hinter der Bühne. Darsteller und Gewerke haben voller Hingabe und Hand in Hand zusammengearbeitet, mit einer unfassbaren Liebe zum Detail. Und einen strahlenderen Sommer konnte man sich für Theaterfestspiele kaum wünschen! Selten wurde das Zeltdach über der Zuschauertribüne so oft geöffnet wie in dieser Saison!“

Krisensituation gemeistert

Bei diesen Festspielen ging es um viel mehr als nur um Zahlen, es ging Anfang des Jahres um die Frage, ob sie in diesem Sommer überhaupt stattfinden würden. Denn nach dem unerwarteten Rücktritt von Dieter Wedel als Intendant im vergangenen Januar war unklar, wie sich die Festspiele entwickeln würden. Die kaufmännische Leiterin Andrea Jung dankte Bürgermeister Thomas Fehling und dem Magistrat für die schnelle und einmütige Entscheidung, Joern Hinkel ein Mandat für zwei Jahre zu erteilen. Damit wurden die Weichen auf Erfolg gestellt. Mit dem Engagement von Joern Hinkel, der den Mut hatte, in dieser Krisensituation das Amt des Intendanten der Bad Hersfelder Festspiele zu übernehmen, wurde eine Spielzeit 2018 ohne Abstriche und Einbußen wieder möglich. Durch die schwierige Situation Anfang des Jahres ist diese Bilanz zunächst in keiner Weise mit anderen Festspieljahren zu vergleichen – trotzdem wurden die geplanten Einnahmen erreicht. Es wäre nicht seriös, diese Saison mit der vergangenen zu vergleichen. Denn mit dem populären Lutherjahr 2017 entstand schon im Vorfeld ein besonderes Interesse an der Inszenierung MARTIN LUTHER – DER ANSCHLAG, das man in der Geschichte der Festspiele als einmalig bezeichnen kann (bereits vier Monate vor der Premiere war das Schauspiel ausverkauft). Nimmt man das Jahr 2016 zum Vergleich, in der das erste Mal die HEXENJAGD in einer Inszenierung von Dieter Wedel gezeigt wurde, kommt man auf eine Gesamtauslastung von 88 Prozent, damals besuchten rund 94.000 Zuschauer die Veranstaltungen der Festspiele (abzüglich der Vorstellungen auf der Spielwiese, die heute als Aufführungsort nicht mehr existiert).

Der neue Intendant hatte viele Hürden zu überwinden, denn bei Mitarbeitern und Publikum herrschte gleichermaßen große Unsicherheit. Würden die angefragten Darsteller und Teammitglieder für einen neuen Intendanten und einen geänderten Spielplan zur Verfügung stehen? Würden bei der Eröffnungspremiere weiterhin prominente Gäste über den Roten Teppich vor der Stiftsruine laufen? Kann das riesige bundesweite Medieninteresse gehalten werden? Würden die Zuschauer wie in den letzten Jahren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum anreisen?

„Mit einer unglaublichen Ruhe und Gelassenheit gab Joern Hinkel den Ton an, damit schaffte er es, das Vertrauen in die Bad Hersfelder Festspiele nach innen und nach außen in kürzester Zeit wieder zu stärken“, erklärt die kaufmännische Leiterin Andrea Jung. Ein ganzes Team, von den Gewerken über die Schauspieler bis hin zur Verwaltung, stehe geschlossen hinter Joern Hinkel, so Jung. Bürgermeister Thomas Fehling hob bereits in seiner Rede bei der Festspiel-Eröffnung am 6. Juli den unermüdlichen Einsatz, und auch den hohen künstlerischen Anspruch des neuen Intendanten hervor. „Wir freuen uns auf die nächste Spielzeit mit ihm“, erklärt der Bürgermeister und hofft, dass bis dahin endlich die Weichen für die Umwandlung der Festspiele in eine gGmbH gestellt sind. Ende September soll in der Stadtverordnetenversammlung darüber entschieden werden. „Das würde die Organisation von Festspielen dieser Größenordnung wesentlich erleichtern. Denn die kommunalen Richtlinien und die Art des modernen Managements, die ein solcher Kultur-Event braucht, passen einfach nicht zusammen“, erklärt Thomas Fehling.

Der neue Intendant Joern Hinkel führt die Bad Hersfelder Festspiele nach dem Konzept von Dieter Wedel weiter und entwickelt dabei seine eigene künstlerische Handschrift, bescheinigen ihm die Medien. Er schafft Netzwerke, begeistert durch unkonventionelle Reden, wie beispielsweise bei der Verleihung der Abiturzeugnisse in der Stiftsruine oder beim Festakt zur Eröffnung der Festspiele, und beeindruckt mit seinem Führungsstil und hoher künstlerischer Qualität auch die Medien regional und überregional.

Alle reden über PEER GYNT

Zu Hinkels schwierigsten Entscheidungen zählte gleich am Anfang, DAS KARLOS-KOMPLOTT von Dieter Wedel aus dem Programm nehmen zu müssen. Zwei ausschlaggebende Gründe hatte es dafür gegeben: Ein Wedel-Stück ohne Wedel wäre in der kurzen Zeit einfach nicht umsetzbar gewesen. Und: Das Stück hätte nach den Vorwürfen gegen Dieter Wedel wohl kaum die Chance auf eine objektive künstlerische Betrachtung gehabt. So wurde PEER GYNT von Henrik Ibsen kurzfristig auf den Spielplan gesetzt. Zur Eröffnung der Festspielsaison 2018 kamen neben zahlreichen Prominenten aus Fernsehen, Theater, Wirtschaft, Sport und Politik auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier sowie der Vize-Kanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Regisseur Robert Schuster inszenierte PEER GYNT in einer neuen modernen Fassung für die Bad Hersfelder Festspiele mit einem ungewöhnlichen, international besetzten Ensemble (mit Christian Nickel, Andreas Schmidt-Schaller, Nina Petri, Anouschka Renzi, Pierre Sanoussi-Bliss, André Hennicke, Claude-Oliver Rudolph, Corinna Pohlmann, Leena Alam u.a.) und beeindruckender Bühnentechnik mit zwei mobilen Leinwänden.

Der zweifache Hersfeld Preisträger Christian Nickel wurde als PEER GYNT bejubelt, Corinna Pohlmann erhielt für ihre Darstellung der Ingrid und der Trollprinzessin den Hersfeldpreis 2018. Das Stück, das eine ganz neue Sicht auf die Suche des Peer nach Erfüllung seiner Träume, nach Bedeutung und Reichtum wagte, erhielt viele positive Kritiken. So bezeichnete beispielsweise Judith von Sternburg von der Frankfurter Rundschau PEER GYNT als „schauwertes, schönes Theater“, und Bettina Fraschke von der HNA Kassel sah in dem Stück einen „modernen, opulenten Bilderbogen“. Auch sie lobte das ,,großartig aufspielende Ensemble“. Beeindruckt vom Stück zeigte sich ebenso Christoph A. Brandner von der Fuldaer Zeitung: ,,Die Inszenierung – eine, wenn nicht gar die mutigste, ja die kühnste in der Festivalhistorie – ist eine Demonstration beindruckenden Regie-Theaters und rückt die Bühne in das Zentrum spannender Dispute.“ Die Premiere beglücke, irritiere und provoziere mit einer bildmächtigen, hochaktuellen, aber auch verwirrenden Bedeutung von PEER GYNT.

Selten wurde über ein Stück in den letzten Jahren so lebendig diskutiert, während viele Zuschauer jubelten, blieben aber auch einige irritiert zurück. Peer Gynt erzielt trotz eines zweieinhalb- monatigen Marketing- und PR-Rückstandes aufgrund der kurzfristigen Planung eine Auslastung von 63 Prozent in 18 Aufführungen. Dazu Joern Hinkel: ,,PEER GYNT hat natürlich die Gemüter gespalten, aber es freut mich, dass die Inszenierung die Menschen so bewegt hat. Selten haben die Leute so nachhaltig über ein Stück geredet und diskutiert. Fast jeden Tag habe ich Mails von Zuschauern bekommen nach ihrem Besuch von PEER GYNT, die meisten davon waren positiv. “

Die kaufmännische Leiterin Andrea Jung ist mit dieser Auslastung zufrieden: „In Anbetracht der Tatsache, dass für PEER GYNT überhaupt erst am 17. Mai das Ensemble der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte, sind 63 Prozent Auslastung ein gutes Ergebnis!“

Große Erfolge im Schloss Eichhof

Neues wagte Intendant Joern Hinkel auch im Schloss Eichhof, der kleinen Festspielbühne mit 230 Plätzen, mit dem Hemingway-Bestseller DER ALTE MANN UND DAS MEER (Sieben Aufführungen, 100 Prozent Auslastung) und Horst Janson in der Hauptrolle, indem er dort erstmals ein ernstes Stück auf den Spielplan setzte. Die Kritiker lobten Horst Jansons wunderbare Darstellung als Fischer Santiago. Außerdem inszenierte Joern Hinkel im Eichhof mit großem Erfolg die Komödie INDIEN (22 Veranstaltungen, 90 Prozent Auslastung) von Josef Hader und Alfred Dorfer über zwei „Grantler“, die sich mühsam während einer Wirtshaus-Odyssee zusammenraufen, über Träume von einem besseren Leben. In der Rolle der zwei unterschiedlichen Restauranttester begeisterten Robert Joseph Bartl als Kurt Fellner und Mathias Znidarec als Heinz Bösel Publikum und Kritiker gleichermaßen.

SHAKESPEARE IN LOVE: Das erste Mal auf einer deutschen Bühne

Als Joern Hinkel von einer Aufführung von SHAKESPEARE IN LOVE im Wiener Theater in der Josefstadt erfuhr, sicherte er sich durch rasche Verhandlungen und mit dem Hinweis auf den einmaligen Aufführungsort, die Hersfelder Stiftsruine, beim Rowohlt-Verlag und den Vertretern von Disney die Aufführungs-Rechte des Stückes. SHAKESPEARE in LOVE in der Bühnenfassung von Lee Hall nach dem Oscar-prämierten Drehbuch von Tom Stoppard wurde in der Stiftsruine in Bad Hersfeld zum ersten Mal in Deutschland gezeigt.
Mit 88 Prozent Auslastung und jubelnden Besuchern ist die Geschichte um den jungen Will Shakespeare in jeder Hinsicht ein Erfolg. Die positiven Kritiken wurden durch den Großen Hersfeldpreis für die beiden Hauptdarsteller Natalja Joselewitsch und Dennis Herrmann bestätigt. Regisseur Antoine Uitdehaag und Intendant Joern Hinkel stellten ein hinreißendes Ensemble aus begabten jungen Nachwuchstalenten und bekannten Darstellern wie Brigitte Grothum und Martin Semmelrogge zusammen, das alle überzeugte.

Ausverkaufte Musicals

Ein riesiger Erfolg ist das Musical HAIR mit Bettina Mönch als Sheila. Es erreichte eine Auslastung von 99 Prozent und war nach wenigen Wochen ausverkauft.
„HAIR ist vor allem eine Ensembleleistung und überzeugt mit ausgelassener Spielfreude und tänzerischem Körpereinsatz.“ schrieb Kai A. Struthoff von der Hersfelder Zeitung. Ob Ensembleleistung oder Kostümbild, alle sind sich einig: Gil Mehmerts HAIR-Inszenierung in der Stiftsruine ist großartig: „Neben dem stimmigen Kostümbild - mit Mode der Flower-Power-Generation - zeigte das Ensemble temporeiche Tänze. Choreographin Melissa King zeigte einmal mehr ihre Klasse und versetzte das etwa 20-köpfige Team der Akteure nahezu fortwährend in Bewegung“, schreibt Joern Perske von dpa, und Matthias Witzel von osthessennews bestätigt: „Die Choreografien von Melissa King im geschickten Überall-Bühnenbild von Jens Kilian waren atemberaubend, und die Kostüme von Dagmar Morell passten voll ins Bild.“

Außerdem stand das Musical TITANIC in der spektakulären Inszenierung von Stefan Huber bereits in der zweiten Saison auf dem Spielplan. 93 Prozent der Plätze waren belegt, auch dies ein großer Erfolg.

LENAS GEHEIMNIS für kleine und große Festspielbesucher begeisterte

Immer wieder wurde von vielen Besuchern der Wunsch nach einem Stück für Kinder in der Stiftsruine an die Festspiele herangetragen. Franziska Reichenbacher schrieb und inszenierte die märchenhafte Geschichte um LENAS GEHEIMNIS – VON MENSCHEN, MÄUSEN, ZAUBERWESEN für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und sorgte für begeisterte Reaktionen der großen und kleinen Zuschauer. Erstmals standen prominente Ensemblemitglieder aus den Schauspiel- und Musicalproduktionen in einem Kinderstück gemeinsam auf der Bühne, unter anderem Brigitte Grothum, Horst Janson, Martin Semmelrogge, Uwe Dag Berlin, Ute Reiber, Diana Margolina, Amelie Hinkel, Alicia Hohmann und Mitglieder des HAIR-Ensembles.
Die Produktion entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Projekt „Künste öffnen Welten“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung, unter Beteiligung der Konrad-Duden-Schule (KulturSchule des Landes Hessen unter der Koordination von Andrea Exner). Rund 30 Kinder aus diesem Projekt spielten gemeinsam mit Schauspielern, Sängern und Tänzern und sorgten für eine Auslastung von fast 93 Prozent!

Konzert ROMEO UND JULIA: Ein Highlight in der Stiftsruine

Mit Standing Ovations gefeiert wurde der Konzert-Abend ROMEO UND JULIA in der Stiftsruine. Das renommierte Hessische Staatsorchester der Stadt Wiesbaden und des Landes Hessen unter der Leitung seines Generalmusikdirektors Patrick Lange hat eigens für die Bad Hersfelder Festspiele das Musik-Programm für diesen Abend zusammengestellt. Intendant Joern Hinkel gelang es, Weltstar Marianne Sägebrecht und den Hersfelder Publikumspreisträger 2017 Robert Joseph Bartl für die musikalische Lesung zu gewinnen. Die beiden trugen Texte aus ROMEO UND JULIA von William Shakespare passend zu Sergej Prokofievs gleichnamiger Ballett-Suite und Peter Tschaikowskys Ouvertüre vor. Marianne Sägebrecht begleitete Nikolai Rimsky-Korsakows Orchester-Fantasie „Scheherazade“ auch mit Geschichten aus TAUSEND UND EINE NACHT. Die Auslastung des Abends lag bei 66 Prozent.

Konzerte von MICHAEL PATRICK KELLY, GREGOR MEYLE, DIE PRINZEN

Die drei Pop-Konzerte dieses Sommers lassen sich kurz und knapp zusammenfassen: Sie waren blitzschnell ausverkauft und die Besucher waren mehr als begeistert.

FOYER IM GRÜNEN noch beliebter

Das gute Wetter hat das FOYER IM GRÜNEN in diesem Sommer natürlich noch attraktiver gemacht. Das Catering-Unternehmen der Familie Bücking zeigte sich besonders erfreut, dass inzwischen viele Hersfelder unabhängig vom Besuch einer Vorstellung das zauberhafte Ambiente und das gastronomische Angebot genossen. Vor und nach den Vorstellungen blieben viele Zuschauer länger in der Festspiel-Lounge als in den vergangenen Spielzeiten, sodass Frank Bücking mit dem Gesamtergebnis mehr als zufrieden sein kann.

Abschluss-Gala und Publikumspreis

SUMMERSONGS war die Abschluss-Gala der 68. Bad Hersfelder Festspiele überschrieben und begeisterte auch in diesem Jahr die Besucher (Auslastung 72 Prozent).
Mathias Schlung moderierte das Konzert des Orchesters der Bad Hersfelder Festspiele unter Leitung des Hersfeld-Preisträgers 2017 Christoph Wohlleben. Die vielseitigen Musiker, die sich aus Orchestern in ganz Deutschland zusammensetzen, sich jedes Jahr wieder in Bad Hersfeld einfinden und in geradezu jedem Genre zuhause sind, von der Oper über Musical bis hin zu Rock- und Pop-Musik, begleiteten Gast-Star Katja Ebstein, Bettina Mönch, Riccardo Greco, Christof Messner (HAIR), Roland Riebeling, Günter Alt (SHAKESPEARE IN LOVE), Ute Reiber (SHAKESPEARE IN LOVE/ PEER GYNT / LENAS GEHEIMNIS) und Corinna Pohlmann (PEER GYNT/ Hersfeld-Preisträgerin 2018), die ihre ganz persönlichen SUMMERSONGS präsentierten.
Im Rahmen der Gala wurde der Zuschauerpreis 2018 an Christian Nickel für seine Rolle Peer in PEER GYNT verliehen. Das ist bereits der dritte Preis in Folge, den der Schauspieler in Bad Hersfeld erhalten halt – in den letzten beiden Jahren ist er für seine Darstellung in HEXENJGAD und in MARTIN LUTHER –DER ANSCHLAG mit dem Großen Hersfeldpreis ausgezeichnet worden.

Dass die Festspiele auch ein enormer Wirtschaftsfaktor für die Stadt Bad Hersfeld und die Region sind, hat die wissenschaftliche Studie zur Umwegrentabilität der Festspiele gezeigt, die die renommierte Hochschule Worms im April dieses Jahres vorstellte. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Bad Hersfelder Festspiele im Jahr 2017 eine Gesamt-Wertschöpfung von 6,5 Millionen Euro generiert haben. Diese Wertschöpfung übersteigt den öffentlichen Zuschuss der Stadt, der in diesem Jahr 1,4 Millionen Euro beträgt, deutlich.

Der Gesamt-Etat der 68. Bad Hersfelder Festspiele beläuft sich auf acht Millionen Euro, eine Million Euro weniger als im vergangenen Jahr. Intendant Joern Hinkel: „Ich danke allen Freunden, Förderern und Sponsoren. Ich bin sehr froh über die Förderung durch den Bund, das Land Hessen, den Landkreis Hersfeld-Rotenburg und die Stadt Bad Hersfeld. Dass sie mir durch ihre Zuwendungen ihr Vertrauen ausgesprochen haben, betrachte ich keineswegs als selbstverständlich, im Gegenteil: in einer Zeit, in der oft als Erstes am Kulturetat gespart wird, ist es ein besonderes Zeichen für die Festspiele, dass sie durch öffentliche Mittel gestärkt werden. Nur durch diese Unterstützung kann das hohe Niveau, für das die Festspiele über die Grenzen hinweg bekannt sind, überhaupt gehalten werden.“
Eine seriöse Geschäftsbilanz der Festspiele 2018 kann erst im Winter gezogen werden, da das Geschäftsjahr der Saison bis zum 31. Dezember 2018 läuft und viele Buchungsvorgänge noch nicht abgeschlossen sind.

Cristian Nickel erhält den Zuschauerpreis 2018

für seine Rolle Peer Gynt in PEER GYNT von Robert Schuster.

Wir gratulieren ganz herzlich!

Der Preis wurde im Rahmen der Abschluss-Gala SUMMERSONGS der 68. Bad Hersfelder Festspiele verliehen.

Christian Nickel wuchs in Hamburg auf, studierte Schauspiel an der Hochschule „Ernst Busch“ in Berlin und debütierte 1997 bei den Salzburger Festspielen in Grillparzers LIBUSSA in der Regie von Peter Stein. Im gleichen Jahr wurde er ans Schauspiel Frankfurt engagiert und spielte dort u.a. PEER GYNT, Regisseur war damals auch Robert Schuster.

Überregional bekannt wurde er als Goethes FAUST in der Inszenierung des Gesamtstoffes durch Peter Stein auf der Expo2000 in Hannover, in Berlin und in Wien.

Fünf Jahre lang gehörte Nickel dem Ensemble des Burgtheaters in Wien an, weitere Stationen waren das Residenztheater in München, das Berliner Ensemble, das Schauspiel Köln, das TAT Frankfurt/Main, das Maxim-Gorki-Theater in Berlin und seit 2012 das Theater in der Josefstadt in Wien, wo er derzeit engagiert ist.

Seit 2003 ist er auch regelmäßig selbst als Regisseur tätig.

Neben einigen Filmarbeiten überwiegend fürs Kino wurde er zu zahlreichen Lesungen eingeladen, oft auch in Verbindung mit Musik.

Unter der Regie von Dieter Wedel spielte er 2006 und 2014 bei den Nibelungenfestspielen in Worms – und bereits in den letzten Jahren in Bad Hersfeld.

Für seine Hauptrollen in HEXENJAGD (John Proctor) und MARTIN LUTHER-DER ANSCHLAG (Martin Luther, Reformator und Wutbürger) erhielt er 2016 und 2017 den Großen Hersfeldpreis, den eine Jury aus Kritikern vergibt.

Der Zuschauerpreis
Seit 1995 wird der undotierte Zuschauerpreis der Bad Hersfelder Festspiele verliehen.

Seit vorletztem Jahr kann auch online gevoted werden. Dank der Unterstützung der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, die eine entsprechende Programmierung zur Verfügung gestellt hat.

Der Bad Hersfelder Goldschmied Matthias Laufer-Klitsch hat den Preis, einen Ring gemeinsam mit Volker Lechtenbrink, der von 1995 bis 1997 Intendant der Bad Hersfelder Festspiele war, entwickelt. Der Ring wird im Atelier des Juweliers alljährlich gefertigt. Er zeigt die Bögen der Stiftsruine, eine lachende und eine weinende Maske als Symbol für das Theater sowie die Schwurhand Karls des Großen (die sich einst als steinerne Skulptur über der unversehrten Stiftskirche befand) als Symbol für die (reichs-)klösterliche Vergangenheit der Spielstätte

Preisträger im letzten Jahr war Robert Joseph Bartl für seine Rolle in MARTIN LUTHER - DER ANSCHLAG.

 

Hersfeldpreise für Dennis Herrmann, Natalja Joselewitsch und Corinna Pohlmann

Der Große Hersfeldpreis geht an Dennis Herrmann und Natalja Joselewitsch. Der Hersfeldpreis wurde Corinna Pohlmann verliehen.

Es war keine leichte Entscheidung, denn alle Neu-Produktionen der Bad Hersfelder Festspiele werden sowohl Abend für Abend vom Publikum in der Stiftsruine mit sehr viel Applaus gefeiert als auch fast durchgehend von den Kritikern gelobt. Doch die Jury ist wieder zu einem Ergebnis gekommen.

Mit dem Großen Hersfeldpreis 2018 werden Dennis Herrmann und Natalja Joselewitsch ausgezeichnet, die in Antoine Uitdehaags Inszenierung von SHAKESPEARE IN LOVE als deutsche Erstaufführung die Hauptrollen spielen.

Die Begründung der Jury:

Sie strahlen große Glaubwürdigkeit aus, jugendliche Frische und unbändige Energie. Jeder auf seine Weise und beide gemeinsam, versuchen sie konsequent und kompromisslos ihre Lebenswege zu finden.

Die Viola von Natalja Joselewitsch ist eine mutige Frau in einer Welt, die ihr viele Beschränkungen auferlegt. Warmherzig, temperamentvoll, liebenswert und berührend spielt sie verschiedene, ineinander verwobene Rollen gleichermaßen souverän und authentisch.

Der Shakespeare von Dennis Herrmann ist ein verzweilfelt-grandioser Autor und ein vom Eros überwältigter Mann. Dank seiner markant-sensiblen Darstellung gelingt ihm der Spagat zwischen Draufgänger und Zauderer.

Beide wechseln souverän zwischen dem Romeo-und-Julia-Original und der modernen Komödie. Ihre Harmonie und Leichtigkeit bestimmen das perfekt aufeinander abgestimmte Spiel im Spiel im Spiel.

Mit dem Großen Hersfeldpreis werden Darstellerinnen und Darsteller ausgezeichnet, die die weiträumige Bad Hersfelder Festspielstätten in Spiel und Sprache beherrschen und die sich in ihr als rollenausschöpfende Schauspielerpersönlichkeiten erweisen. Der erste Preisträger war im Jahr 1962 Hans Caninenberg. Zu den Preisträgern gehörten seitdem unter anderem auch Volker Lechtenbrink, Uwe Friedrichsen, Mario Adorf, Tilly Lauenstein, Helen Schneider, Christian Schmidt und in den beiden letzten Jahren Christian Nickel für seine Rollen in HEXENJAGD und MARTIN LUTHER-DER ANSCHLAG.

Mit dem Hersfeldpreis 2018 wird Corinna Pohlmann ausgezeichnet, die in PEER GYNT die Rollen der Ingrid und der Trollprinzessin spielt.

Die Begründung der Jury:

Ihr gelingt es, zwei grundverschiedene Figuren mit hoher Emotionalität und Glaubwürdigkeit zu füllen. Zu Gebote stehen ihr dabei sprachliche Variationsbreite, ausgeprägte Wandlungsfähigkeit und artistische Spiellust.

Corinna Pohlmann hat bereits in den beiden vergangenen Jahren in den Festspiel-Inszenierungen von HEXENJAGD und MARTIN LUTHER – DER ANSCHLAG mit überzeugenden Interpretationen auf sich aufmerksam gemacht. Sie bestätigt in der aktuellen Inszenierung ihr großes schauspielerisches Können.

Der Hersfeldpreis wird an Darstellerinnen und Darsteller vergeben, die sich durch ihre Leistung profiliert haben, wobei die Auszeichnung insbesondere den Nachwuchs-Schauspielern und für „beste Nebenrolle“ zuerkannt werden soll. Der Hersfeld Preis wurde 1969 zum ersten Mal vergeben: Albert Hormann erhielt ihn. Im Laufe der Jahre kamen Namen wie Cornelia Froboess, Uwe Friedrichsen, Dietlinde Turban, Jutta Speidel, Marie-Therese Futterknecht und im letzten Jahr Christoph Wohlleben dazu.

Die undotierten Preise werden von der Stadt Bad Hersfeld und der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine alljährlich vergeben. Eine unabhängige Jury entscheidet über die Vergabe der Preise. Die Hersfeldpreis-Jury 2018: Martina Mattick-Stiller (ZDF/3sat, Vorsitz), Bettina Fraschke (HNA), Christoph Brandner (Fuldaer Zeitung), Hermann Diel (hr), Pit Rampelt (ZDF).

Abschlussgala SUMMERSONGS mit Feuerwerk in der Stiftsruine

Zum Abschluss der Bad Hersfelder Festspiele  präsentierte Mathias Schlung (TITANC) SUMMERSONGS, die Große Abschluss-Gala der 68. Bad Hersfelder Festspiele mit dem Orchester der Bad Hersfelder Festspiele unter Leitung des Hersfeld-Preisträgers 2017, Christoph Wohlleben, Katja Ebstein und Sängerinnen und Sängern und Schauspielerinnen und Schauspielern der aktuellen Festspiel-Produktionen.

Aus HAIR waren Bettina Mönch, Riccardo Greco und Christof Messner dabei. Aus den Schauspiel-Ensembles haben Darsteller wie Roland Riebeling, Günter Alt (SHAKESPEARE IN LOVE), Ute Reiber (SHAKESPEARE IN LOVE/ PEER GYNT/ LENAS GEHEIMNIS) Corinna Pohlmann (PEER GYNT/ Hersfeld-Preisträgerin 2018) ihr Können erneut unter Beweis gestellt.

Und ebenfalls wie im letzten Jahr durften sich die Besucher zum Abschluss des großartigen SUMMERSONGS-Abends über ein Feuerwerk in und an der Stiftsruine freuen.

Im Rahmen dieser Gala wird auch der Zuschauerpreis 2018 verliehen. Er ging an Christian Nickel, der die Hauptrolle in PEER GYNT gespielt hat. Mit Unterstützung der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg wurde dafür ein Online-Portal geschaffen, in dem jeder Besucher seiner Favoritin oder seinem Favoriten aus einer der beiden Neuproduktionen in der Stiftsruine seine Stimme geben kann. Im letzten Jahr erhielt Robert Joseph Bartl den begehrten Preis.

© J. Rakete

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Welt-Star Marianne Sägebrecht in der Stiftsruine

Mit Robert Joseph Bartl trat sie in dem Konzert ROMEO UND JULIA des Hessischen Staatsorchesters der Stadt Wiesbaden und des Landes Hessen unter der Leitung seines Generalmusikdirektors Patrick Lange auf.

Zusammen lasen die beiden passend zu Peter Tschaikowskys Ouvertüre aus „Romeo und Julia“. Ausserdem gab es Texte von William Shakespare zu Sergej Prokofievs Ballett-Suite und und Nikolai Rimsky-Korsakows Orchester-Fantasie „Scheherazade“ mit Geschichten aus TAUSEND UND EINE NACHT.

Es war ein großer wundervoller Abend mit begeisternden Musikern und grandiosen Erzählern.

"„Großartig“ – so könnte man das Konzert „Romeo und Julia“ bei den „Bad Hersfelder Festspielen“ beschreiben, wenn man nur ein einziges Wort zur Verfügung hätte. Das grandiose „Hessische Staatsorchester Wiesbaden“ unter der Leitung von Patrick Lange verzauberte das Publikum am Samstagabend in der gut gefüllten Stiftsruine." (lokalo24/Kreisanzeiger/FuldaAktuell)


"Staatsorchester, Sägebrecht und Bartl verzaubern - Selbst daran schuld, wer keine Karten für das Klassik-Konzert der Bad Hersfelder Festspiele erstanden hat: Er hat einen wundervollen, bezaubernden Abend – gespickt mit liebreizenden, tragischen und magischen Momenten – verpasst.     ... Alles fließt ineinander. Die Grenzen zwischen gesprochenem Wort und Musik schwinden. Es entsteht ein großes Ganzes, das Gänsehaut erzeugt. Das Publikum pfeift, klatscht und trampelt vor Begeisterung." (osthessennews)  


""Ist Lieb’ ein zartes Ding? Sie ist zu rau!“ Ein Satz aus Shakespeares Drama, „Romeo und Julia“, der den Konzertabend am Samstag in der Stiftsruine durchzog. Zartheit und Rauheit, tödliches Drama und märchenhaftes Happy End bildeten die Gegensatzpunkte eines ungewöhnlichen Programms, dem Schauspiel-Ikone Marianne Sägebrecht und Hersfeld-Star Robert Joseph Bartl mit ihren Textbeiträgen den besonderen Reiz verliehen. ... Wie sehr es nicht nur das Drama selbst, sondern Shakespeares Sprache ist, die uns heute noch berührt, ließen Marianne Sägebrecht und Robert Joseph Bartl in ihren fein ausgewählten Textausschnitten spüren. ... Märchen statt Drama, Happy End statt tödlicher Tragödie, hieß es im zweiten, der Märchenwelt von „Tausend und einer Nacht“ gewidmeten Teil. Nikolai Rimski-Korsakows Suite „Scheherazade“, ein Wunder an harmonischem wie melodischem Erfindungsreichtum und virtuoses Feuerwerk zugleich, bildete den eindrucksvollen Rahmen, bei dem das Orchester auch solistische Glanzpunkte setzte, allen voran Konzertmeister Karl-Heinz Schultz mit seinem Violinsoli." (HNA/HZ)

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"Lustvoller Bilderbogen" HAIR begeistert Publikum und Kritiker

„„Hair“ in Bad Hersfeld ist ein praller Bilderbogen, farbig und rasant – und zugleich eine Zeitreise durch die amerikanische Popkultur. ... „Hair“ ist vor allem eine Ensemble-Leitung und überzeugt mit ausgelassener Spielfreude und tänzerischem Körpereinsatz. Die Songs kann jeder mitsingen. Atemlos jagt ein Evergreen den anderen: „Aquarius“, „Hair“, „Good Morning Starshine“, „Let the Sunshine in“ oder „Hippie Life“ – die Hymne an die Zeit. Rasant ist die Choreografie (Melissa King), fantasievoll bunt die Kostüme (Dagmar Morell).
Trotzdem stechen einige Akteure heraus – allen voran Bettina Mönch als Sheila, die mit weißer Seele und schwarzer Soulstimme bezaubert. Auch Claude, Berger, Jeanie (Martina Lechner) Woof (Nils Klitsch), Hud (Victor Hugo Barreto) Crissy und die wie wild wirbelnden Girls vom Electric Blues Trio (Eva Zamostny, Karen Müller, Tamara Pascual) tanzen und singen sich in die Herzen. ... Zehn Minuten Applaus, Jubel, stehende Ovationen und zwei Zugaben sind der verdiente Lohn für zwei pralle Stunden Hippie-Life in Bad Hersfeld. Am Ende tanzt auch das Publikum auf der Bühne. Denn der Traum von Liebe und Frieden wird nie sterben.“ (HZ)

„Neben dem stimmigen Kostümbild - mit Mode der Flower-Power-Generation - zeigte das Ensemble temporeiche Tänze. Choreographin Melissa King zeigte einmal mehr ihre Klasse und versetzte das etwa 20-köpfige Team der Akteure nahezu fortwährend in Bewegung. Mal lässig, lustvoll oder zugedröhnt im Drogen- und Liebesrausch, mal energetisch. Und auch mal nackt. Es ist ein provozierender und nackter Protest der Hippies gegen die Staatsmacht bei einer Demonstration.“ (dpa)

„Mehmert kann sich glücklich schätzen ein solch energiegeladenes Ensemble zur Verfügung zu haben und es wäre ungerecht, einen davon herauszuheben. Klar, dass die drei Hauptprotagonisten den meisten Beifall hatten, aber jeder machte seine Sache top. Nicht alle hinter der Bühne können hier genannt werden. Die Choreografien von Melissa King im geschickten Überall-Bühnenbild von Jens Kilian waren atemberaubend, und die Kostüme von Dagmar Morell passten voll ins Bild.“ (osthessennews)

„Provokant-frech lässt Mehmert eine Ku-Klux-Klan- Truppe zu „Black boys are de- licious“ über die Bühne wirbeln. Auch ein Weg, um sich dem Rassismusproblem zu nähern. Als Friedensengel ist Sheila unterwegs, die mal auf einem Schimmel einreitet, mal nur mit einer Gitarre beschürzt der martialischen Gewalt der Polizei bei einer Anti-Kriegsdemonstration begegnet. Bettina Mönch geht förmlich in ihrer Rolle auf und erntet besonders viel Applaus. Es ist dieser lustvolle, manchmal skurrile Bilderbogen, der die Hersfelder Hair-Inszenierung so kurzweilig macht. Melissa Kings Choreographien sind mit-reißend und zeigen ein schönes Ganzes.“ (Wetzlarer Neue Zeitung, Weilburger Tageblatt u.a.)

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