News rund um die Festspiele

Aktuelles

Brigitte Grothum, Martin Semmelrogge, Horst Janson, Bettina Mönch

und viele andere in diesem Sommer in Bad Hersfeld.

Inzwischen stehen weitere Besetzungen unserer Inszenierungen in diesem Sommer fest und wir freuen uns, dass Brigitte Grothum in der deutschen Erstaufführung von SHAKESPEARE IN LOVE als Königin Elisabeth auf der Bühne der Stiftsruine stehen wird. Außerdem wird sie in LENAS GEHEIMNIS, dem Theaterstück von Franziska Reichenbacher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Stiftsruine zu sehen sein.

Dennis Herrmann spielt Will Shakespeare und Viola, die nicht nur die Bretter, die die Welt bedeuten, sondern auch Shakespeares Herz im Sturm erobert, wird von Natalja Joselewitsch dargestellt.

Martin Semmelrogge spielt in SHAKESPEARE IN LOVE Wabash, einen stotternden Handwerker, der das erste Mal in seinem Leben auf der Bühne steht. Von seinem Eingangsmonolog hängt der ganze Erfolg von Wills Aufführung ab – ob er allerdings im entscheidenden Augenblick die Nerven bewahrt, ist mehr als ungewiss. Zudem wird Martin Semmelrogge in LENAS GEHEIMNIS - VON MENSCHEN, MÄUSEN, ZAUBERWESEN als Mäusekönig zu sehen sein.

Außerdem können sich große und kleine Besucher von LENAS GEHEIMNIS für Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf Horst Janson als grimmigen Hausmeister freuen.

Robert Joseph Bartl hat im letzten Sommer den Zuschauerpreis der Bad Hersfelder Festspiele für seine Rolle in MARTIN LUTHER - DER ANSCHLAG bekommen. Er wird in SHAKESPEARE IN LOVE als Fennyman Schulden eintreiben und in INDIEN im Schloss Eichhof als Kurt Fellner von Indien träumen. Sein Gegen- und Mitspieler in INDIEN ist Mathias Znidarec als Bösel.

In einer neuen Fassung setzt Erfolgsregisseur Gil Mehmert HAIR in der Stiftsruine in Szene. Zu seinem Ensemble gehört Bettina Mönch in der Rolle der Sheila, als Berger wird in Bad Hersfeld Riccardo Greco auftreten und Christof Messner spielt Claude.

© Enrico Verworner

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Mehr Wert als gedacht: Mehrwert der Bad Hersfelder Festspiele

Studie belegt, dass sich die Investitionen mehr als lohnen.

Die Bad Hersfelder Festspiele haben im Jahr 2017 eine Gesamt-Wertschöpfung von rund 6,5 Mio. € generiert. Das zeigt eine Studie der renommierten Hochschule Worms, welche die Wertschöpfung durch die Festspiele im Jahr 2017 untersucht hat.

Bürgermeister Thomas Fehling zu den Zahlen: „Die Festspiele zahlen sich aus für Stadt und Region! Die hohe Gesamtwertschöpfung von 6,5 Mio. € in 2017 ist aus meiner Sicht das Ergebnis der vielen Veränderungen, die wir zuvor bei den Bad Hersfelder Festspielen umgesetzt haben.
Die gestiegene Attraktivität der Festspiele hat uns nicht nur Besucherrekorde beschert, auch unser Einzugsgebiet hat sich deutlich vergrößert. 46% Prozent der Festspielbesucher reisen mittlerweile aus mehr als 100 km Entfernung an und tragen damit sehr wesentlich zu den positiven wirtschaftlichen Effekten der Festspiele bei!“

Die Bad Hersfelder Festspiele werden Jahr für Jahr durch Zuschüsse der öffentlichen Hand finanziell unterstützt. Im letzten Jahr betrug der städtische Anteil 1,81 Mio. €.
Doch defizitär sind die Bad Hersfelder Festspiele deshalb keineswegs, Im Gegenteil: Die Festspiele sorgen nicht nur für Einnahmen beim Veranstalter (direkte Wertschöpfung), sondern entfalten darüber hinaus auch regionalökonomische Wirkungen (indirekte Wertschöpfung), denn neben dem Veranstalter profitieren Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel, Verkehrsbetriebe und Betreiber touristischer Sehenswürdigkeiten in der Region. Aus deren Einnahmen entstehen zusätzliche Arbeitsplätze, Löhne und Gehälter – auch das stellen die Forscher fest.

„Über die Zahlen der aktuellen Wertschöpfungsanalyse für 2017 freuen wir uns sehr.“ so Bürgermeister Fehling und ergänzt: „ Und dabei sind weitere positive Effekte der Festspiele noch gar nicht berücksichtigt, weil sie sich nicht unmittelbar in Geld bewerten lassen: nämlich die stark gewachsene Medienresonanz, der damit verbundene allgemeinen Marketingwert für die Stadt und die kulturelle Bereicherung des öffentlichen Lebens“.
Fehling sieht die Ergebnisse als Resultate eines längeren und ganz offensichtlich erfolgreichen Veränderungsprozesses. „Und diese Neuausrichtung der Bad Hersfelder Festspiele ist ganz eindeutig mit dem Namen des Mannes verbunden, der heute bei der Präsentation der Zahlen nicht mehr hier sitzt: Dr. Dieter Wedel. Ihm danke ich sehr für seine herausragenden Leistungen in unserer Stadt!
Das Bild wäre aber nicht vollständig ohne den Dank und die Anerkennung für Joern Hinkel, der schon maßgeblich an der Erfolgsgeschichte der letzten Jahre mitgewirkt hat und nun als Intendant die Geschicke unserer Festspiele leitet.“
Hinkel selbst wertete die Zahlen auch als Bestätigung für die Festspiele: „Da es den Festspielen in den letzten Jahren gelungen ist, wesentlich mehr Zuschauer aus allen Teilen Deutschlands nach Bad Hersfeld zu holen, zeigt in meinen Augen, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Das ist vor allem einem außergewöhnlichen Ensemble von Künstlern auf und hinter der Bühne geschuldet, wie es sich auf kaum einer anderen Festspielbühne findet. Prominente Namen spielen da bestimmt eine große Rolle. Noch wichtiger erscheint mir die Mischung aus Anspruch und Unterhaltung, die sich in den Spielplänen widerspiegelt.“
Der Intendant weiter: „Und dass die Festspiele in der atemberaubenden Kulisse der Stiftsruine nicht nur ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Identität sind, sondern auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, kann man in dieser Studie endlich schwarz auf weiß sehen.“
Andrea Jung, als kaufmännische Leiterin selbst bestens mit den Zahlen der Festspiele vertraut: „Das überaus positive Ergebnis der Studie bestätigt nachdrücklich die Rolle der Festspiele, wie wir sie wahrnehmen und uns wünschen: zu allererst als kulturell herausragendes Angebot, aber auch als wichtigen Wirtschaftsfaktor und Marketinginstrument für die Stadt Bad Hersfeld und die Region.
Unser Ziel war es, mit der Studie auf methodisch-wissenschaftlich höchstem Niveau den wirtschaftlichen Effekt der Festspiele erstmals konkret darstellbar zu machen. Gerade in der wiederkehrenden Diskussion um öffentliche Zuschüsse und den Preis und den Wert der Festspiele sollte nun eine nachgewiesen positive Wertschöpfung ein gewichtiges Argument ausmachen.
Das Konzept, überregional attraktive Festspiele zu bieten und sowohl in anspruchsvolle Unterhaltung als auch in Besucherkomfort und ein ansprechendes Gesamterlebnis zu investieren hat sich damit absolut bewährt und wir freuen uns, dass die Stadt Bad Hersfeld dadurch auf vielfältige Weise profitiert.“

Im Bild: Prof. Dr. Hans Rück, Hochschule Worms

(c) BHF/Sennewald

PEER GYNT mit Pierre Sanoussi-Bliss, Nina Petri, Anouschka Renzi,

Claude-Oliver Rudolph, André Hennicke, Christian Nickel, Andreas Schmidt-Schaller, Corinna Pohlmann und vielen anderen.

Neben Christian Nickel als Peer spielt Corinna Pohlmann die reiche Bauerntochter Ingrid und die Trollprinzessin. Christian Nickel und Corinna Pohlmann haben sie sich in den letzten beiden Jahren in die Herzen der Besucher der Bad Hersfelder Festspiele gespielt. Sie bekamen für ihre Rollen in HEXENJAGD und in MARTIN LUTHER-DER ANSCHLAG nicht nur viel Applaus, sondern auch großes Kritikerlob.

Pierre Sanoussi-Bliss ist eines der bekanntesten Gesichter des deutschen Fernsehens - u.a. spielte er in DERRICK, TATORT und von 1997 bis 2015 war er in der ZDF-Serie DER ALTE der Assistent Axel Richter. Er arbeitete mehrfach mit Regisseurin Doris Dörrie zusammen, u.a. 1994 in einer Hauptrolle in ihrer Komödie KEINER LIEBT MICH. Er übernimmt in Bad Hersfeld unter anderem die Rolle des Herrn von Eberkopf in PEER GYNT und schöpft dafür auch aus großer Bühnenerfahrung. Er gehörte sechs Jahre lang zum Ensemble des Staatsschauspiels Dresden und war in Gastrollen am Deutsches Theater Berlin oder bei den Salzburger Festspielen unter der Regie von Thomas Langhoff und Peter Stein zu sehen.

Andreas Schmidt-Schaller spielt den Haegstadtbauer und den Trollkönig. Als Hauptkommissar Hajo Trautzschke in der ZDF-Krimiserie SOKO LEIPZIG ist er einem Millionen-Publikum bekannt. Der Schauspieler wuchs in Weimar und Gera auf und war bereits zu DDR-Zeiten populär. Er begann seine Karriere am Theater und spielte in den 80er Jahren in der Krimi-Reihe POLIZEIRUF 110 des DDR-Fernsehens, nach der Wiedervereinigung wurde die Reihe im gesamtdeutschen Fernsehen fortgesetzt.

Nina Petri steht als Dr. Begriffenfeldt, die Direktorin eines Irrenhauses, und Peers Mutter Aase auf der Bühne der Stiftsruine. Nina Petri trat an vielen großen Bühnen im deutschsprachigen Raum und in vielen Kino- und Fernsehproduktionen auf, für die sie auch zahlreiche Preise erhielt: Zum Beispiel den Hessischen Filmpreis für DIE KONFERENZ, den Deutschen Filmpreis für BIN ICH SCHÖN und LOLA RENNT oder den Bayrischer Filmpreis für TÖDLICHE MARIA. In Bad Hersfeld wurde sie 2015 in DER ZERBROCHNE KRUG als Gerichtsrat Walter in der Stiftsruine gefeiert.

Die Rolle der Anitra übernimmt Anouschka Renzi. Am Theater arbeitete die Schauspielerin zum Beispiel mit Peter Zadek zusammen. In seiner PEER-GYNT-Inszenierung 2004 in Berlin spielte sie ebenfalls die Anitra. Neben ihren TV-Rollen trat sie an vielen deutschen Theatern auf - zuletzt brillierte sie in einer gefeierten Inszenierung der KAMELIENDAME in Bonn und am Schlossparktheater Berlin.

Das markante Gesicht von André Hennicke kennt man aus sehr vielen TV- und Kinoproduktionen. Das Hersfelder Publikum bejubelte ihn 2016 und 2017 in HEXENJAGD. Er tritt in PEER GYNT als Master Cotton auf.

Nachdem Claude-Oliver Rudolph im Sommer 2017 in Dieter Wedels MARTIN LUTHER-DER ANSCHLAG als Ablasshändler Tetzel im Jeep stehend über die riesige Bühne der Stiftsruine fuhr, wird er in PEER GYNT das Ruder eines Schiffes übernehmen – er spielt in PEER GYNT den Kapitän.

Aus dem großartigen Ensemble 2017 sind außerdem Simone Kabst und Ute Reiber als Krankenschwestern, Tilo Keiner als Monsieur Ballon, Maximilian Wigger als Herr Trumpeterstrale und Torsten Kublank als Mads Moen dabei.

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Schloss Eichhof: Joern Hinkel inszeniert INDIEN

der Kabarettisten und Autoren Josef Hader und Alfred Dorfer.

Das Erfolgs-Stück dreht sich um zwei Männer, die sich auf den ersten Biss hassen: Bösel und Fellner überprüfen in der Provinz die Einhaltung von Hygienevorschriften in Gasthöfen und kämpfen sich täglich vom labbrigen Schweinsbraten bis zur schimmeligen Dusche vor. Der wortkarge, verbitterte Bösel frisst (in Form von panierten Schnitzeln) alles in sich rein, Fellner ist ein hoffnungsloser Spießer, der glaubt, sein Glück irgendwann in Indien zu finden. Die beiden lassen keine Gelegenheit aus, einander auf die irrwitzigste Weise auf die Nerven zu gehen, bis Fellner aus heiterem Himmel von seiner Freundin verlassen wird. Bösel zeigt das erste Mal wieder menschliche Regungen ...

 

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Horst Janson in der alte Mann und das Meer

im Schloss Eichhof. Der Vorverkauf hat begonnen.

Der wunderbare Horst Janson wird auch in diesem Sommer in Bad Hersfeld auftreten: in DER ALTE MANN UND DAS MEER nach der gleichnamigen Novelle von Ernest Hemingway.

„Mitreißende Bühnenbearbeitung ... Horst Janson glänzt in seiner Traumrolle“ so die Rheinische Post, „Hemingways große Novelle als beglückendes Musical“ schreibt die Neuburger Rundschau und im Hanauer Anzeiger konnte man lesen: „Tragendes Element der Inszenierung war neben der präsenten und überzeugenden Darstellung Jansons die Musik. Allen voran Marie-Luise Gunst als Erzählerin und singende Barfrau mit ihrer weichen leicht rauchigen Stimme.“


(c) Meike Böhm

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Antoine Uitdehaag inszeniert SHAKESPEARE IN LOVE in der Stiftsruine

Der renommierte Regisseur Antoine Uitdehaag wird in Bad Hersfeld SHAKESPEARE IN LOVE inszenieren.

Intendant Joern Hinkel freut sich, den Holländer für diese Arbeit gewonnen zu haben: „Antoine Uitdehaag ist einer der renommiertesten Regisseure im deutschsprachigen Raum. Ich habe bereits in den 90ger Jahren seine früheren Arbeiten an den Münchener Kammerspielen gesehen, habe damals auch mitbekommen, dass er der erste Regisseur war, der Tankred Dorsts MERLIN nach Holland holte. Seine Stücke haben mir unglaublich gefallen. Zu der Zeit war er einer der wenigen, der die Geschichte, und nicht seinen eigenen unbedingten Stilwillen in den Vordergrund stellte. Später haben mir Schauspieler immer wieder von der Zusammenarbeit mit ihm vorgeschwärmt, und mit seiner humorvollen Phantasie, seiner präzisen, detaillierten Personenführung und seinem warmherzigen Blick auf die Figuren halte ich ihn für genau den richtigen Regisseur für SHAKESPEARE IN LOVE.“

Antoine Uitdehaag inszeniert seit 2007 am Renaissance Theater in Berlin. Zu seinen Regiearbeiten dort zählen u. a. Stoppards ROCK’N’ROLL, Goos’ DER LETZTE VORHANG und Maughams DIE IDEALE FRAU. Zuletzt brachte er in Berlin Stephens’ HEISENBERG auf die Bühne. Er arbeitete seit 1990 in ganz Deutschland, unter anderem an den Münchner Kammerspielen, am Schauspiel Bonn und am Schauspiel Leipzig. Zuvor war er Intendant am Ro Theater in Rotterdam und inszenierte auch in Den Haag und Amsterdam.

(c) Leo van Velzen

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Intendant Joern Hinkel

Vorwort des Intendanten Joern Hinkel

Einmal ein anderer Mensch sein! Das alte Leben hinter sich lassen! Neuen Menschen begegnen, die mich unvoreingenommen beurteilen, die mich nehmen, wie ich bin! Einmal neu anfangen! ...

Ein Traum, der so alt ist wie die Menschen selbst, zieht sich wie ein roter Faden durch die Stücke der diesjährigen Bad Hersfelder Festspiele. Dass wir sie auf einer Bühne spielen, die wir jedes Jahr inmitten einer zerstörten Basilika auf- und wieder abbauen, ist uns bei der Wahl der Stoffe immer wieder bewusst:

PEER GYNT will weg von zuhause, weg aus dem Mief der Provinz, will endlich unabhängig sein von Tradition und Erbe, will die Welt erobern, und je mehr er schwindelt, desto mehr glaubt er an die eigene Lebenslüge. - Viola de Lesseps will in SHAKESPEARE IN LOVE aus dem strengen Sitten-Codex des Elisabethanischen Hofes ausbrechen, will, was sonst nur Männer vorbehalten ist, als Schauspielerin arbeiten, will endlich ihre Selbstbeherrschung aufgeben dürfen, will sich berauschen! - Auch Claude lehnt sich im Musical HAIR gegen sein Elternhaus auf, unversehens findet er sich in der Protestbewegung gegen die Vietnam-Politik der USA wieder, und aus dem überzeugten Soldaten wird ein glühender Kriegsdienstverweigerer. - Alice Beane kann sich nichts Schöneres vorstellen, als im Speisesaal der TITANIC mit den Passagieren der Ersten Klasse am selben Tisch sitzen und das Gefühl haben, dazu zu gehören. In Josef Haders Wirtshaus-Odyssee INDIEN sehnt sich Kurt Fellner, gefangen in seinem billigen Anzug von der Stange und seiner zu engen Krawatte, nach einer Indischen Hochzeitszeremonie, will zur Sita-Musik tanzen und „so richtig ausflippen“. Der namenlose Fischer in DER ALTE MANN UND DAS MEER will einmal in seinem Leben den jüngeren Fischern beweisen, dass er es noch mit ihnen aufnehmen kann und die Kraft hat, den ganz großen Fisch zu angeln. Und die kleine Lena träumt in LENAS GEHEIMNIS davon, wie ihre berühmte Großmutter auf der Bühne zu stehen. 

Vermutlich arbeiten wir alle – Schauspieler, Regisseure, Autoren – in diesem Beruf, weil wir solche Sehnsüchte aus den verschiedensten Gründen teilen und sie zu unserer Berufung gemacht haben. Wir genießen das Privileg, in andere Rollen schlüpfen zu dürfen, andere Lebensläufe zu recherchieren, ihre Widersprüche zu erforschen, zu simulieren, sie nachzuempfinden. Auf diese Recherche-Reise nehmen wir unsere Zuschauer mit, entführen und verführen sie, machen uns – wie Peer Gynt – auf die Suche nach dem eigenen inneren Kern. Wer steckt inmitten all der Häute und Schalen, der Masken und Verkleidungen? Peer befürchtet, keinen Kern zu finden. Und lügt weiter, und rennt wieder davon, bittet wieder um Aufschub. [Weiterlesen]

Die Sehnsucht, jemand anders sein zu wollen, ist immer auch zweischneidig. Schon in dem Wort „Sehnsucht“ stecken die beiden Begriffe „Sehnen“ und „Sucht“. Im Fall von Viola de Lesseps endet ihre Affäre mit William Shakespeare mit der bitteren Erkenntnis, dass sie den finanziellen und politischen Tatsachen ins Auge blicken und einer Vernunftsehe zustimmen muss. Sie hat die Kraft, die Illusion hinter sich zu lassen und sich zu arrangieren. – Andere Figuren bleiben gefangen in ihren Tagträumen, sind nicht mehr bereit, das Leben anzunehmen und gehen lieber unter, als ihre Lebenslüge aufzudecken.

Wie viele Menschen den Kontakt zur Wirklichkeit verlieren, betonte neulich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der sich besorgt darüber äußerte, dass viele keine Zeitungen mehr lesen, „sondern sich in den Echokammern des Internets bewegen“, „die Fähigkeit zum Kompromiss als Schwäche“ abtun und an eine „Welt ohne Politik glauben“, an eine Welt, „die ihnen weder etwas nehmen noch geben kann.“

Weil sie enttäuscht sind über eine verlorene Liebe, eine entgangene Arbeit, das eigene Unvermögen, fliehen diese Menschen in Illusionswelten, basteln sich ihre eigene Wahrheit zurecht, erliegen politischen „Glücks- und Heilsversprechungen“, sind eher bereit, der Übertreibung, der Banalisierung, der einfachen Formel, der simplifizierenden Talkshow zu glauben, als der differenzierten und mühseligen Diskussion.

Theater sollte sich in meinen Augen bei allem Zauber, aller Verführung, allem Genuss immer auch mit der Welt auseinandersetzen, in der wir leben. Träumen ja – aber mit geöffneten Augen! Die Figuren mit liebendem Blick darstellen, sie verteidigen, ohne sie bloßzustellen, ohne Zynismus, aber auch, ohne rosa Brillen aufzusetzen! 

Ich habe in den vergangenen drei Jahren, in denen ich für die Festspiele tätig sein durfte, erfahren, dass unsere Zuschauer differenzieren wollen, dass sie unterhalten, aber nicht zerstreut werden möchten, dass sie dem Diskurs nicht ausweichen, sondern ihn suchen, dass sie Interesse an Geschichten haben, die sich mit ihrer eigenen Wirklichkeit auseinandersetzen, ohne belehrt oder bevormundet zu werden. An das, was die Festspiele in den letzten Spielzeiten erreicht haben, wollen meine Mitarbeiter und ich anknüpfen, und wir freuen uns auf einen inspirierenden, unvergesslichen Festspielsommer, voller Schattierungen und voller Farben! 

Joern Hinkel
Intendant

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Rückblick: So waren die Bad Hersfelder Festspiele 2017

Das sagt die Presse

  • ,,... Publikum am Premierenabend der Bad Hersfelder Festspiele begeistert." – hessenschau.de –
  • Mit der Uraufführung des Theaterstücks ,,Martin Luther - Der Anschlag" haben die 67. Bad Hersfelder Festspiele ihren ersten Höhepunkt erlebt... viel Applaus." – Fuldaer Zeitung –
  • Martin Luther - Der Anschlag: Kulturelle Großtat zur Festspieleröffnung ... auf der Bühne ziemlich großes Kino. – osthessennews –
  • Wedels Luther-Uraufführung geglückt – dpa –
  • Arthur Millers ,,Hexenjagd" passt leider in jedes Jahr auf Erden, so lange die Menschheit noch besteht ... – Frankfurter Rundschau –
  • Bedrückend wie beeindruckend: Wedels ,,Hexenjagd" Kein leichtes Sommertheater, sondern ein starkes Bühnenstück mit Aussage und Relevanz. ... – dpa, bundesweit –
  • Wedels Hexenjagd bejubelt und gefeiert ... – Bild am Sonntag –
  • Fernsehstars als Bühnenkoryphäen (in Hexenjagd) ... Nach dieser ansprechenden und an vielen Stellen packenden Inszenierung heißt es für die traditionsreichen Festspiele: Die Strahlen des Wedel vertreiben die Nacht. – FAZ –

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